Liegeschwielen beim Hund: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Liegeschwielen sind eine weit verbreitete Hautveränderung bei Hunden, die zwar oft harmlos beginnt, aber unbehandelt zu ernsthaften Problemen führen kann. Diese haarlosen, verdickten Hautstellen treten typischerweise über Knochenpunkten wie Ellbogen und Sprunggelenken auf und erinnern mit ihrer faltigen, oft bräunlich-grauen Oberfläche an Elefantenhaut. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung, die Problematik sowie effektive Behandlungs- und Vorbeugungsstrategien für Liegeschwielen, um die Lebensqualität Ihres Vierbeiners zu verbessern. Eine gute Pflege ist dabei essentiell.

Was sind Liegeschwielen und wie entstehen sie?

Zu Beginn einer Liegeschwielenbildung bemerken Hundebesitzer oft eine Rötung und den Verlust des Fells über den Knochenvorsprüngen des Hundes. Manchmal kann sich die betroffene Haut auch entzünden, was zu Nässen, Wärmeentwicklung und Empfindlichkeit führt. Schreitet dieser Prozess fort, entwickelt sich die typische, verdickte Hautstruktur.

Die Hauptursache für Liegeschwielen liegt in der wiederholten Druckbelastung auf harte Untergründe wie Beton, Fliesen oder Holz. Hunde großer und schwerer Rassen, übergewichtige Tiere und ältere Hunde sind besonders anfällig. Auch Hunde mit orthopädischen Erkrankungen, die zu ungewöhnlichen Liege- oder Sitzpositionen zwingen, können betroffen sein. Während Ellbogen und Sprunggelenke am häufigsten betroffen sind, können bei Hunden mit tiefem Brustkorb wie Dackeln oder Dobermännern auch Druckstellen am Brustbein entstehen. Ungewöhnliche Liegepositionen können Liegeschwielen sogar an untypischen Stellen verursachen.

Die Problematik von Liegeschwielen

Neben der Verdickung der Haut können Liegeschwielen zu weiteren Komplikationen führen. Durch die ständige Reibung und mögliche Entzündungen können sich sogenannte Hygrome bilden – flüssigkeitsgefüllte Zysten unter der Haut, die sich wie weiche Ballons anfühlen. Infizieren sich diese Hygrome, können schmerzhafte Abszesse entstehen, die sich durch die Haut fressen und zur Bildung von Fistelgängen führen können, aus denen Eiter austritt. Dies erfordert oft eine intensive tierärztliche Behandlung.

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Behandlung von Liegeschwielen

Die Behandlung von Liegeschwielen zielt darauf ab, die Druckbelastung zu reduzieren und die betroffenen Hautstellen zu pflegen.

Druckentlastung

Der logischste Schritt ist die Minimierung der Ursache: der Druck. Idealerweise sollte der Hund nur noch auf weichen, gepolsterten Untergründen liegen, wie beispielsweise in Hundebetten oder auf Decken. Dies gilt auch unterwegs. Wenn der Hund dennoch harte Flächen bevorzugt, kann konsequentes Umlenken oder das direkte Abpolstern der Knochenvorsprünge helfen. Spezielle Ellbogenbandagen für Hunde sind im Handel erhältlich, alternativ können auch selbstgemachte Polsterungen genutzt werden, solange sie nicht einschnüren oder selbst Druck erzeugen.

Hautpflege

Eine geeignete Pflegecreme kann die Haut wieder weich und geschmeidig machen, was zur Rückbildung der Liegeschwielen beiträgt, insbesondere wenn die Druckentlastung parallel erfolgt. Eine gute Pflege senkt zudem das Risiko von Entzündungen. Produkte auf Basis von Kokosöl oder Hirschtalg sind empfehlenswert, da sie die Haut pflegen und geschmeidig halten, ohne die Poren zu verstopfen. Im Gegensatz zu Vaseline oder Melkfett können diese natürlichen Inhaltsstoffe auch bedenkenlos vom Hund abgeleckt werden.

Wir empfehlen hierfür unsere LILA LOVES IT Pfötchenpflege, die auf Bio-Kokosöl, Ringelblume und Aprikosenkernöl basiert. Sie eignet sich hervorragend für die Pflege von Hundepfoten und auch für Liegeschwielen. Bei gereizter und rissiger Haut kann zusätzlich unser LILA LOVES IT Silberspray verwendet werden. Das enthaltene Mikrosilber, Aloe Vera und Hyaluron unterstützen die Regeneration der strapazierten Haut.

Chirurgische Entfernung als letzte Option

In hartnäckigen Fällen, wenn Liegeschwielen wiederholt zu Entzündungen und starken Beschwerden führen, kann eine chirurgische Entfernung in Erwägung gezogen werden. Diese Entscheidung sollte jedoch gut überlegt sein und die Operation von einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden. Aufgrund der Lage über Knochenpunkten und der straffen Haut an den betroffenen Stellen besteht ein erhöhtes Risiko für Nahtdehiszenzen, also das Wiederaufgehen der Operationsnarbe.

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Wann ist ein Tierarztbesuch notwendig?

Bei Unsicherheit bezüglich der Diagnose von Liegeschwielen ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Ebenso sollte bei starken Entzündungen oder dem Verdacht auf ein Hygrom umgehend tierärztlicher Rat eingeholt werden. Bei ausgeprägten Entzündungen kann eine medikamentöse Behandlung mit Antibiotika oder antibiotischen Salben erforderlich sein. Hygrome oder Abszesse müssen möglicherweise entleert und spezifisch behandelt werden. Ein Besuch beim Tierarzt ist hier unerlässlich.

Rückwachstum der Haare

Bei frühen Stadien der Liegeschwielen, die noch nicht stark ausgeprägt sind, besteht eine gute Chance, dass die Haare wieder nachwachsen. Auch bei fortgeschrittenen, elefantenhautartigen Veränderungen gibt es Berichte über nachwachsendes Fell. Eine Garantie hierfür gibt es jedoch nicht. Sind die Haarfollikel durch chronische Entzündungen und mangelnde Durchblutung abgestorben, kann auch die beste Pflege die Haare nicht mehr zurückbringen.

Vorbeugung von Liegeschwielen

Die einfachste Form der Vorbeugung besteht darin, die Häufigkeit, mit der der Hund auf harten oder rauen Untergründen liegt, zu minimieren. Wenn Ihr Hund kühle Flächen bevorzugt, können spezielle Kühlmatten für Hunde eine weichere Alternative zu Fliesen oder Beton darstellen. Auch vorbeugende Maßnahmen wie Ellbogenbandagen können sinnvoll sein. Sobald erste Anzeichen wie Haarausfall, Rötung, Wärme oder Nässen über den Knochenvorsprüngen bemerkt werden, sollten umgehend die oben genannten Pflegetipps und Polsterungsmaßnahmen ergriffen werden.

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