Nach einer beispiellosen Serie von 51 ungeschlagenen Spielen musste sich Bayer Leverkusen im Finale der Europa League geschlagen geben. Ademola Lookman erzielte einen Hattrick und sicherte Atalanta Bergamo den ersten großen Titel seit 61 Jahren, was das Ende von Leverkusens historischer Saison markierte.
Der Weg ins Finale und die unerwartete Wendung
Bayer Leverkusen, unter der Leitung des aufstrebenden Trainers Xabi Alonso, hatte eine herausragende Saison hinter sich. Sie gewannen die deutsche Meisterschaft und ließen Gegner wie den FC Bayern München hinter sich. Im Halbfinale der Europa League schalteten sie AS Rom aus und galten als klarer Favorit im Finale. Doch Atalanta Bergamo, angeführt vom erfahrenen Gian Piero Gasperini, erwies sich als harter Gegner. Gasperini, der nach 66 Jahren seinen ersten großen Titel feierte, hatte bereits zuvor beeindruckende Siege gegen den FC Liverpool und Olympique Marseille errungen.
“Ein Sieg mit Atalanta ist eines dieser Fußballmärchen, die selten vorkommen”, sagte Gasperini. “Es gibt Raum für Verdienste: Es gibt immer noch Raum für Ideen und es muss nicht alles vom reinen Geld abhängen.” Er erinnerte auch an die schwierigen Wochen im Jahr 2020, als Bergamo stark von der Covid-Pandemie betroffen war, und betonte, dass dieser Sieg den Menschen dort Freude bereitet habe.
Leverkusens Taktik und Atalantas Dominanz
Trotz der beeindruckenden Leistungen von Leverkusen in der Bundesliga, konnten sie im Finale nicht ihre gewohnte Spielweise durchsetzen. “Wir waren auf Eins-gegen-Eins-Duelle überall auf dem Spielfeld vorbereitet, aber wir konnten uns nicht durchsetzen”, gab Alonso nach dem Spiel zu. “Es ist schmerzhaft, aber es ist auch verdient.”
Atalanta zeigte von Beginn an eine starke Organisation und Dynamik, insbesondere durch die Leistung von Éderson und Teun Koopmeiners im Mittelfeld. Leverkusen wirkte nervös und verlor zu oft den Ball, was Atalanta erlaubte, seinen Rhythmus zu finden.
Ademola Lookman eröffnete das Torreigen mit einem Treffer, der aus einer Unachtsamkeit von Exequiel Palacios resultierte. Sein zweites Tor war eine sehenswerte Einzelleistung, bei der er Granit Xhaka (der seine erste Niederlage seit über einem Jahr erlebte) tunnelte und präzise in die lange Ecke vollendete.
Lookmans Hattrick besiegelt die Niederlage
Auch nach dem Rückstand versuchte Leverkusen, zurückzukommen. Doch Atalanta zeigte sich unbeeindruckt. Im zweiten Durchgang kämpfte Leverkusen zwar um den Ballbesitz, konnte aber keinen entscheidenden Druck aufbauen. 15 Minuten vor Schluss machte Lookman mit seinem dritten Tor, einem fulminanten Schuss ins obere Eck nach Vorarbeit von Gianluca Scamacca, alles klar.
Der Hattrick von Lookman, der erste in einem einbeinigen europäischen Finale seit Pierino Prati 1969, ging in die Fußballgeschichte ein. “Niemand hätte gedacht, dass er sich so entwickeln würde”, sagte Gasperini über seinen Stürmer, der in England nicht immer überzeugte. “Ich habe ihn in einer etwas offensiveren Rolle eingesetzt, und diese Saison hat er ein großartiges Jahr hinter sich. Heute hat er etwas erreicht, das in den Annalen der Fußballgeschichte bleiben wird.” Lookman selbst sprach von der “Ruhe” in Bergamo und der “Intensität” von Gasperini, die ihm geholfen hätten, sein Spiel auf ein neues Niveau zu heben.
Fazit und Ausblick
Obwohl die ungeschlagene Serie von Bayer Leverkusen auf dramatische Weise endete, bleibt die Saison für den Verein historisch. Der Gewinn der deutschen Meisterschaft ist ein Beweis für die Qualität und das Potenzial des Teams und des Trainerstabs unter Xabi Alonso. Für Atalanta Bergamo ist der Sieg im Europa-League-Finale ein emotionaler Höhepunkt und ein Beweis dafür, dass auch mit kleineren Mitteln und klugen Ideen große Erfolge möglich sind. Fußballfans beider Lager feierten eine spannende und unterhaltsame Europanacht, die die Schönheit und Unvorhersehbarkeit des Sports unterstreicht. Während Leverkusen nun den Blick nach vorne richten muss, um die Erfolge der kommenden Saison zu sichern, feiert Bergamo einen verdienten Triumph.

