Die Geschichte der Leichtathletikabteilung des TV Eiche: Ein Rückblick

Die Leichtathletik hat im TV Eiche eine lange und ereignisreiche Geschichte, die bis in die Gründerjahre des Vereins im Jahr 1902 zurückreicht. Damals gehörten leichtathletische Übungen wie der Hochsprung bereits zum turnerischen Wettkampfprogramm. Die offizielle Gründung der Leichtathletikabteilung erfolgte am 23. August 1932. In den Anfangsjahren nahmen die Mitglieder erfolgreich an Wettkämpfen im regionalen Umfeld teil. Der Trainingsort wechselte mehrmals, von der Insel Grafenwerth zum Sportplatz an der Asbacher Straße. Ein erster Aufschwung wurde 1935 unter der Leitung von Josef Wolfgarten und Clemens Hoffstadt verzeichnet, wodurch die Abteilung zur Nummer 1 im Kreisgebiet avancierte.

Nachkriegszeit und stetige Entwicklung

Nach dem Zweiten Weltkrieg benötigte die Leichtathletikabteilung einige Jahre, um sich zu stabilisieren. Unter der Führung von Hermann Hombrecher und Heinrich Plag begann ein allmählicher Aufschwung. Zum fünfzigjährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1952 standen die Leichtathleten jedoch noch immer vor der Herausforderung, keine adäquate Trainingsstätte zu haben. Das Training fand auf einem Schulhof statt, und die Laufrunden wurden auf der Straße „Am Feuerschlösschen“ absolviert. Bis 1955 fand die Abteilung schließlich eine neue Heimat auf der Insel Grafenwerth, dem heutigen Standort der Tennisplätze. Trotz der widrigen Umstände und eines erneuten Umzugs auf einen Schuttabladeplatz, wo heute das Stadion steht, erzielten die Leichtathleten in den 1950er Jahren beachtliche Erfolge bei Wettkämpfen. Ein herausragendes Beispiel ist die Silbermedaille von Helmut Nuber bei den deutschen Jugendmeisterschaften 1954, der 1957 bei den Männern den siebten Platz belegte und auch bei deutschen Hochschulmeisterschaften Medaillen gewann.

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Blütezeit und internationale Anerkennung

Das Jahr 1959 markierte eines der erfolgreichsten Jahre der Abteilung mit 95 Nennungen in der Kreisbestenliste. 1962 übernahm Günther Strack die Leitung der Leichtathleten. Ein weiterer Erfolg bei deutschen Jugendmeisterschaften gelang Herbert Dick 1966 mit dem dritten Platz im Speerwurf. Ein Meilenstein wurde am 12. Mai 1968 mit der Eröffnung des neuen Sportplatzes an der Menzenberger Straße gesetzt. Unter der Leitung des neuen Abteilungsleiters Willi Reins fanden dort in den folgenden Jahren auch namhafte deutsche Sportgrößen wie Liesel Westermann und Lutz Philipp Gastspiele. 1970 wurden die ersten Stadtmeisterschaften mit 100 Teilnehmern ausgerichtet.

Der internationale Glanz erreichte das Stadion 1971 mit einem Junioren-Länderkampf zwischen Deutschland und den Niederlanden, der sogar im Fernsehen übertragen wurde. In den Folgejahren sammelten die Athleten zahlreiche Kreismeistertitel. Besonders bemerkenswert war der Gewinn eines Weltmeistertitels der Senioren durch den ehemaligen TVE-Athleten Hermann Hombrecher im Jahr 1975.

Herausforderungen und erneuter Aufschwung

1977 übernahm Bernhard Rautenberg die Spitze der Abteilung. In den folgenden Jahren führte die zunehmende Verbreitung von Kunststoff-Sportanlagen dazu, dass das Stadion an der Menzenberger Straße an Bedeutung verlor und große Sportfeste seltener wurden. Die Leichtathletikabteilung geriet in eine schwierige Phase, aus der sie erst 1980 unter der Leitung von Bernie Klein und Ansgar Siemes wieder herausfand. 1984 folgte Josef Reins als Abteilungsleiter, und unter seiner Führung ging es stetig bergauf. Ein weiterer wichtiger Schritt war die Gründung der „Leicht-Athletchen Gruppe“ durch Vera Wattenbach im Jahr 1989. Anfang der 1990er Jahre erreichte die Abteilung dank engagierter Übungsleiter und zahlreicher Erfolge der Athleten wieder einen Höhepunkt und zählte über 200 Mitglieder.

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Kontinuität und neue Impulse

Mitte der 1990er Jahre übernahm Dr. Roland Wattenbach die Leitung der Abteilung und setzte die Erfolgsgeschichte fort. Er führte die Stadtmeisterschaften wieder ein, die zu Spitzenzeiten über 150 Schülerinnen und Schüler anzogen. Zusätzlich wurde in der Halle an der Menzenberger Straße ein Hallensportfest initiiert, das großen Anklang fand. Die Einführung des Löwenburg-Laufs im Jahr 2001, getragen von einem engagierten Elternteam, entwickelte sich zu einem großen Erfolg mit jährlich über 400 Teilnehmern. In seine Amtszeit fiel auch die Gründung des Förderkreises Sportarena Menzenberg (SAM), dessen Arbeit maßgeblich zur Grundsanierung des Stadions beitrug. Im Jahr 2000 zählte die Abteilung bereits 253 Mitglieder. Neben den Erfolgen der jungen Leichtathleten im Wettkampfgeschehen nahm auch der Abteilungsleiter selbst im Kugelstoßen erfolgreich teil, was in mehreren deutschen Seniorenmeistertiteln, einem Europameistertitel und zwei Vizeweltmeistertiteln gipfelte.

Aktuelle Entwicklungen und Ausblick

2004 übernahm Manuela Borkenhagen die Leitung der Abteilung, nachdem Roland Wattenbach berufsbedingt kürzertreten musste. Die erfolgreiche Jugendarbeit und der Löwenburglauf wurden fortgeführt, und die Stadtmeisterschaften wurden in die Siebengebirgsmeisterschaften integriert. 2010 trat Manuela Borkenhagen aus persönlichen und beruflichen Gründen zurück, was zu einer vorübergehenden Vakanz in der Abteilungsleitung führte und die Mitgliederzahlen auf etwa 100 reduzierte. Erst mit der Übernahme der Leitung durch Heino Gröf im Jahr 2012 war wieder ein deutlicher Aufschwung zu verzeichnen. 2016 erfolgte die Übergabe der Leitung an Philipp Schwierz, der die erfolgreiche Arbeit fortsetzte und die Abteilung aus einem Tief herausholte. Während der Corona-Pandemie wurden neue digitale Trainingswege über das Internet erfolgreich implementiert und von den Jugendlichen begeistert angenommen. Mit neuen, engagierten Übungsleitern ist die Abteilung inzwischen wieder auf rund 100 Mitglieder angewachsen.

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Ab Ende 2021 konnte Dr. Roland Wattenbach die Abteilungsarbeit erneut übernehmen, da er als Ruheständler nun wieder mehr Zeit investieren kann und Philipp beruflich stärker eingebunden ist. Wir hoffen auf einen weiteren Aufschwung der Leichtathletik, der Kernsportart der Olympischen Spiele, in Bad Honnef.

Leichtathletik Abteilungsleiter:

  • Ab 1935: Josef Wolfgarten und Clemens Hoffstadt
  • Ab 1945: Hermann Hombrecher und Heinrich Plag
  • Ab 1962: Günther Strack
  • Ab 1977: Bernhard Rautenberg
  • Ab 1984: Josef Reins
  • Ab 1995: Dr. Roland Wattenbach
  • Ab 2004: Manuela Borkenhagen
  • Ab 2012: Heino Gröf
  • Ab 2016: Philipp Schwierz
  • Ab 2021: Dr. Roland Wattenbach