Das Leichtathletik-Jahr 2016: Rückblick auf die 3000 Meter Hindernis der Frauen

Das Leichtathletik-Jahr 2016, geprägt von den Olympischen Spielen in Rio, neigt sich dem Ende zu. Nach Monaten intensiven Trainings, aufregenden Wettkämpfen und emotionalen Momenten blicken Athleten, Trainer und Fans auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Neben den Spielen in Brasilien fanden auch die Europameisterschaften in Amsterdam, die U20-WM in Bydgoszcz und die U18-EM in Tiflis statt, bei denen deutsche Athleten starke Leistungen zeigten. In unserer diesjährigen Serie von Disziplin-Analysen beleuchten wir das Abschneiden der verschiedenen Disziplingruppen. Heute im Fokus: die Frauen über 3.000 Meter Hindernis.

Der Höhepunkt 2016: Gesa Krause dominiert

Der Moment des Jahres für die deutschen 3.000 Meter Hindernisläuferinnen war zweifellos der souveräne Sieg von Gesa Krause bei den Europameisterschaften in Amsterdam. Mit einer beeindruckenden Demonstration ihrer Stärke und einem Vorsprung von zehn Sekunden auf die Konkurrenz sicherte sie sich überlegen den Titel. Ihre Zeit von 9:18,85 Minuten kam dem deutschen Rekord von Antje Möldner-Schmidt (9:18,54 Minuten) bereits sehr nahe. Bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro bestätigte Gesa Krause ihre internationale Klasse mit einem sechsten Platz in neuer persönlicher Bestzeit von 9:18,41 Minuten und war damit die schnellste Europäerin im Feld. Obwohl eine Medaille in Reichweite schien, war die Weltelite um Weltrekordlerin Ruth Jebet an diesem Abend einfach zu stark.

Nachwuchs zeigt Potenzial, aber der Weg ist weit

Während Gesa Krause die Spitze repräsentiert, rückt auch der Nachwuchs nach. Bei der U20-Weltmeisterschaft erreichte die 19-jährige Liane Weidner einen guten zwölften Platz, nachdem sie sich im Vorlauf nur knapp für das Finale qualifiziert hatte. Bei der U18-Europameisterschaft landete Lisa Vogelsang auf dem elften Rang. Beide Athletinnen zeigten vielversprechende Ansätze, doch der Sprung an die absolute Weltspitze erfordert weiterhin harte Arbeit und kontinuierliche Entwicklung.

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Die Top-Athletinnen im Überblick

  • Gesa Krause (LG Eintracht Frankfurt, 24 Jahre): SB: 9:18,41 min (Deutscher Rekord), DM: 1. Platz, EM: 1. Platz, OS: 6. Platz. Sie ist die unangefochtene Nummer eins in Deutschland und eine feste Größe in Europa.
  • Sanaa Koubaa (TSV Bayer 04 Leverkusen, 31 Jahre): SB: 9:35,15 min, DM: 3. Platz, OS: Aus im Vorlauf. Koubaa zeigte eine starke Saison und sicherte sich das Olympia-Ticket.
  • Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB, 22 Jahre): SB: 9:39,18 min, DM: 2. Platz, OS: Aus im Vorlauf. Rehberg etablierte sich als eine der Top-Athletinnen in Deutschland.

Hoffnungsträgerin und Pechvogel der Saison

Lisa Vogelsang (Eintracht Hildesheim, 17 Jahre) erlebte bei der U18-EM ihren ersten internationalen Einsatz und überzeugte als Elfte. National verteidigte sie erfolgreich ihren Titel bei der Deutschen U18-Meisterschaft über 1.500 Meter Hindernis.
Jana Sussmann (LT Haspa Marathon Hamburg, 26 Jahre) absolvierte die beste Saison ihrer Karriere mit einer Bestzeit von 9:41,05 Minuten. Trotz ihrer Leistung verpasste sie die Olympia-Qualifikation knapp, da Sanaa Koubaa das entscheidende dritte Ticket für Rio löste.

Stimmen aus dem Verband: Bundestrainer Werner Klein zieht Bilanz

Bundestrainer Werner Klein blickt auf ein herausragendes Olympia-Jahr zurück. Er lobt die Leistungen von Gesa Krause und hebt die gestiegene nationale Leistungsdichte hervor, die sich in vier Olympia-Normen und zahlreichen persönlichen Bestleistungen widerspiegelt. Der stärkste Zehner-Schnitt seit jeher und sechs Läuferinnen unter zehn Minuten unterstreichen den Fortschritt in der Breite.

Für die kommende Saison stehen die WM 2017 und die EM 2018 in Berlin im Fokus. Ziel ist die Medaillenverteidigung bei der WM und die weitere Integration von Nachwuchsathletinnen. Mit dem Comeback von Antje Möldner-Schmidt wird die Konkurrenz weiter verschärft.

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Statistik: Zahlen lügen nicht

Jahresbestenliste 2016:

  • 9:18,41 min – Gesa Felicitas Krause
  • 9:35,15 min – Sanaa Koubaa
  • 9:39,18 min – Maya Rehberg
  • 9:41,05 min – Jana Sussmann
  • …und weitere sechs Athletinnen unter zehn Minuten.

Entwicklung des Spitzenniveaus: 2016 verzeichnete die beste Entwicklung mit sechs Athletinnen unter zehn Minuten und einem neuen Rekord-Schnitt der Top Ten.

Entwicklung Jahresbestleistungen (Deutschland vs. Welt): Gesa Krause ist in Europa aktuell konkurrenzlos, während die Weltspitze, angeführt von Weltrekordlerin Ruth Jebet, neue Maßstäbe setzt.

Fazit

Das Jahr 2016 war ein Meilenstein für die deutschen 3.000 Meter Hindernisläuferinnen, insbesondere durch die herausragenden Leistungen von Gesa Krause. Die gesteigerte nationale Breite gibt Anlass zur Hoffnung für zukünftige Erfolge. Mit gezielten Trainingsmaßnahmen und der Förderung des Nachwuchses strebt der DLV danach, auch international wettbewerbsfähig zu bleiben und an die Erfolge anzuknüpfen. Die Weichen für die WM 2017 und die Heim-EM 2018 sind gestellt.