Angesichts steigender Lebenshaltungskosten durch Inflation und unsicherer Finanzmärkte stellt sich für viele Verbraucher die Frage nach der Attraktivität von Lebensversicherungen, insbesondere der Allianz Lebensversicherung. Die Allianz Lebensversicherungs-AG, eine Tochtergesellschaft der Allianz Deutschland AG, ist ein etablierter Akteur auf dem deutschen Versicherungsmarkt. Sie verwaltet ein breites Portfolio, darunter Risikolebensversicherungen, Rürup-Renten, private Rentenversicherungen und Riester-Renten, mit Millionen von Verträgen und einem beträchtlichen Versicherungsvolumen. Dennoch gibt es Bedenken hinsichtlich der Kundennutzen und der Kostenstruktur.
Zinswende und ihre Auswirkungen auf Versicherungsnehmer
Obwohl die Europäische Zentralbank die Leitzinsen erhöht hat und das Zinsniveau über dem langjährigen Durchschnitt liegt, sind die Vorteile für Versicherungsnehmer nicht unmittelbar spürbar. Es wird erwartet, dass es mehrere Jahre dauern wird, bis sich die Zinswende in den Überschussbeteiligungen niederschlägt. Versicherungsunternehmen nutzen die aktuelle Situation primär zur Stärkung ihrer eigenen finanziellen Stabilität. Viele Versicherer halten Staatsanleihen, deren Wert aufgrund des Zinsanstiegs erheblich gesunken ist, was zu einer negativen Gesamtverzinsung bei laufenden Verträgen führen kann. Dies hat in der Vergangenheit bereits zu finanziellen Schwierigkeiten bei einigen Versicherungsgesellschaften geführt, wie Beispiele von Eurovita und der FWU AG zeigen. Es ist daher unklar, wie stark die Kunden von den steigenden Zinsen profitieren werden.
Hohe Stornoquoten und Kritik der BaFin
Die Stornoquote der Allianz Lebensversicherung liegt mit 2,7 % leicht über dem deutschen Durchschnitt von 2,55 %. Dies wirft die Frage auf, warum sich Kunden häufiger von ihren Verträgen trennen möchten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) kritisiert Lebensversicherer generell wegen zu hoher Kosten und einem fragwürdigen Kundennutzen. Bei mehreren Unternehmen wurden überhöhte Kosten und eine hohe Rate an vorzeitigen Kündigungen festgestellt. Die BaFin droht mit drastischen Konsequenzen, und einige Versicherer, wie Generali und Targo Lebensversicherung, haben bereits reagiert.
Rechtliche Auseinandersetzungen und finanzielle Risiken
Ein weiteres Problemfeld sind rechtliche Auseinandersetzungen bezüglich der Kürzung von Riester-Renten. Verbraucherzentralen klagen gegen Versicherer wie Zurich, AXA und Allianz wegen nachträglicher Herabsetzung von Rentenfaktoren. Gerichte haben in einigen Fällen entschieden, dass solche Kürzungen unzulässig sind, jedoch ist die endgültige Klärung durch den Bundesgerichtshof noch ausstehend. Im Januar steht eine Gerichtsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart an, die auch die Allianz betrifft. Sollten Rentenkürzungen als rechtmäßig eingestuft werden, drohen den Versicherten erhebliche finanzielle Verluste.
Zusätzlich gerät die Allianz in den Fokus durch ihre finanzielle Beteiligung am insolventen Immobilienunternehmen Signa von René Benko. Die Forderungen der Allianz belaufen sich auf 300 Millionen Euro, was zu einem Ausfallrisiko führt, von dem letztendlich auch die Kunden betroffen sein könnten.
Die Entscheidung: Kündigen oder Verkaufen?
Angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten und negativer Realzinsen fällt es vielen Menschen schwer, regelmäßige Einzahlungen in Versicherungen zu leisten. Dies führt zu einem Anstieg von Beitragsfreistellungen und Kündigungen. Eine Kündigung ist jedoch oft unrentabel, da langfriste Verträge durch hohe Abschluss- und Verwaltungskosten meist nur geringe Rückkaufswerte nach wenigen Jahren Laufzeit ergeben.
Eine attraktivere Alternative zur Kündigung kann der Verkauf der Lebensversicherung sein. Externe Experten können dabei helfen, mögliche Ansprüche zu prüfen und einen besseren Erlös zu erzielen als bei einer Eigenkündigung. Unternehmen wie ProLife bieten den Ankauf von Lebens- und Rentenversicherungen an und können potenziell höhere Auszahlungen als der Rückkaufswert ermöglichen, oft schon innerhalb weniger Tage. Eine unverbindliche Anfrage über ein Formular kann Aufschluss darüber geben, ob ein Verkauf lukrativer ist als eine Kündigung.
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Die Allianz Lebensversicherung bietet trotz der aktuellen Herausforderungen weiterhin verschiedene Produkte an. Ob ein Abschluss angesichts der genannten Risiken und Kostenstrukturen attraktiv ist, muss individuell abgewogen werden. Vor allem die Möglichkeit eines Verkaufs als Alternative zur Kündigung sollte in Betracht gezogen werden, um finanzielle Verluste zu minimieren.

