Deutschland mag für sein hervorragendes öffentliches Nahverkehrsnetz bekannt sein, doch für viele Menschen bedeutet die ultimative Freiheit, selbst am Steuer zu sitzen. Wenn Sie ein Auto fahren möchten, aber den Kaufpreis scheuen oder den Aufwand der Auto-Importation vermeiden wollen, könnte das Leasen eines Autos in Deutschland eine attraktive Option sein. Diese Form der Mobilität ermöglicht es Ihnen, schnell und unkompliziert auf deutschen Straßen unterwegs zu sein.
Was ist Autoleasing?
Autoleasing gestattet es Ihnen, ein neues oder gebrauchtes Fahrzeug für einen festgelegten Zeitraum zu nutzen, ohne es zu besitzen. Gegen eine feste monatliche Gebühr fahren Sie das Auto, und am Ende der Vertragslaufzeit geben Sie es in der Regel an das Leasingunternehmen zurück. Diese Methode ist besonders für Expats eine beliebte Wahl, die sich nicht langfristig binden möchten oder die Komplexität des Kaufs und Verkaufs scheuen.
Vorteile des Autoleasings
Das Leasen eines Autos in Deutschland bietet eine Reihe von Vorteilen:
- Erschwingliche Mobilität: Anstatt Tausende von Euros für den Kauf eines Autos anzusparen, ermöglicht Ihnen das Leasing, ein Fahrzeug gegen eine kalkulierbare monatliche Rate zu nutzen. Oft ist keine Anzahlung erforderlich.
- Kein Verkaufsproblem: Nach Ablauf der Leasingdauer müssen Sie sich nicht um den Verkauf des Autos kümmern. Das Fahrzeug wird einfach an das Leasingunternehmen zurückgegeben.
- Kostengünstige Alternative: Für Pendler kann das Leasing günstiger sein als die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, abhängig von Ihrem Wohnort und Arbeitsweg. Es ist zudem oft preiswerter als eine Langzeitmiete.
- Steuerliche Vorteile für Selbstständige: Wenn Sie selbstständig sind und das Leasingfahrzeug beruflich nutzen, können die monatlichen Leasingraten als Betriebsausgaben steuerlich geltend gemacht werden.
Nachteile des Autoleasings
Neben den Vorteilen gibt es auch Nachteile zu bedenken:
- Langfristige finanzielle Verpflichtung: Ein Leasingvertrag bindet Sie für mehrere Jahre finanziell. Eine vorzeitige Vertragsauflösung kann teuer werden oder mit hohen Strafgebühren verbunden sein.
- Bonitätsprüfung (SCHUFA): Für ein Leasing in Deutschland ist eine SCHUFA-Auskunft erforderlich. Mit einer negativen Bonität kann es schwierig sein, einen Leasingvertrag abzuschließen.
- Kein Aufbau von Eigenkapital: Da Sie das Auto am Vertragsende nicht besitzen, bauen Sie kein Eigentum am Fahrzeug auf.
- Kilometerbegrenzung: Viele Leasingverträge beinhalten eine Kilometerbegrenzung. Überschreiten Sie diese, fallen zusätzliche Gebühren an.
Autoleasing vs. Autofinanzierung
Beim Autoleasing “mieten” Sie das Auto für eine bestimmte Zeit gegen eine monatliche Gebühr. Bei der Autofinanzierung hingegen leihen Sie sich das Geld für den Kauf des Autos von einer Bank oder einem Händler und zahlen es über feste Raten plus Zinsen zurück. Am Ende der Finanzierung gehört das Auto Ihnen. Laut DAT-Erhebungen finanziert sich mehr als die Hälfte der Privatkäufer in Deutschland ihr Fahrzeug. Die Finanzierung bietet den Vorteil des Eigentums, oft sind die monatlichen Raten jedoch höher und die Vertragslaufzeiten länger.
Autokauf vs. Autoleasing
Die Wahl zwischen Kauf und Leasing hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Haben Sie das nötige Kapital oder sind Sie bereit, einen Kredit aufzunehmen, und legen Wert auf Eigentum, ist der Kauf die richtige Wahl. Wenn Ihnen das Eigentum weniger wichtig ist und Ihr Budget begrenzt ist, ist Leasing oft die günstigere Gesamtlösung, da Leasinggesellschaften durch Großeinkäufe bessere Konditionen erzielen.
Arten von Autoleasing in Deutschland
Es gibt zwei Hauptarten des Leasings: Kilometerleasing und Restwertleasing.
Kilometerleasing
Beim Kilometerleasing basiert Ihre monatliche Rate auf der von Ihnen erwarteten jährlichen Fahrleistung. Überschreiten Sie die vereinbarte Kilometerzahl, zahlen Sie nach, fahren Sie weniger, erhalten Sie möglicherweise Geld zurück.
Restwertleasing
Hierbei wird die monatliche Rate auf Basis des erwarteten Restwerts des Fahrzeugs am Vertragsende kalkuliert. Liegt der tatsächliche Wert unter dem vertraglich festgelegten Restwert (z.B. durch Schäden), müssen Sie die Differenz ausgleichen. Übersteigt der Wert den Restwert, kann dies zu Ihren Gunsten verbucht werden.
Privat- vs. Geschäftsleasing
Für Selbstständige und Unternehmer bietet das Geschäftsleasing steuerliche Vorteile. Die Leasingraten können als Betriebsausgaben abgesetzt werden, sofern das Fahrzeug primär geschäftlich genutzt wird.
Anforderungen und Dokumente für das Leasing
Um in Deutschland ein Auto zu leasen, müssen Sie in der Regel folgende Voraussetzungen erfüllen:
- Mindestalter von 18 Jahren
- Wohnsitz in Deutschland
- Nachweis eines regelmäßigen und ausreichenden Einkommens
- Ein unbefristetes Arbeitsverhältnis oder ein befristeter Vertrag, der über das Leasingende hinausgeht
- Gute Bonität (SCHUFA-Score)
Benötigte Dokumente umfassen üblicherweise Personalausweis oder Reisepass, Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Steuerbescheide für Selbstständige) und gegebenenfalls eine Meldebescheinigung.
Führerschein: Falls Sie einen Führerschein aus einem Nicht-EU-Land besitzen, müssen Sie diesen in der Regel in einen deutschen Führerschein umtauschen, was eine theoretische und/oder praktische Fahrprüfung erfordern kann. Informieren Sie sich zudem über die deutschen Verkehrsregeln und die Beschilderung.
Vertragslaufzeit und Vertragsende
Leasingverträge in Deutschland haben meist eine Laufzeit von zwei bis vier Jahren, wobei kürzere Verträge (ab 12 Monaten) zunehmend verfügbar sind. Ein vorzeitiger Ausstieg ist oft nur gegen hohe Gebühren möglich. Ein 14-tägiges Widerrufsrecht besteht für klassische Leasing- und Restwertverträge, bei Kilometerleasing ist dies nicht gesetzlich verankert, wird aber oft angeboten.
Am Ende der Laufzeit wird das Fahrzeug von der Leasinggesellschaft auf Schäden und Kilometerstand überprüft. Mögliche Nachzahlungen oder Rückerstattungen ergeben sich aus dem Kilometerleasing. Manche Verträge beinhalten eine Kaufoption für das Fahrzeug.
Kosten und Inklusivleistungen
Die Kosten für ein Auto-Leasing variieren stark je nach Fahrzeugmodell, Ausstattung, Alter und Laufleistung. Sie können von unter 100 Euro bis über 400 Euro pro Monat reichen. Oft ist eine Anzahlung von bis zu 10% des Fahrzeugpreises fällig, es gibt aber auch Angebote ohne Anzahlung, die jedoch höhere monatliche Raten haben.
Achten Sie auf versteckte Kosten und prüfen Sie genau, welche Leistungen im monatlichen Preis enthalten sind. Üblicherweise inkludiert sind die Fahrzeugnutzung und Überführungskosten. Nicht enthalten sind in der Regel Versicherungen, Wartung, Reparaturen, Reifenwechsel, Steuern und Gebühren, es sei denn, diese werden zusätzlich vereinbart. Reparaturen müssen oft in Vertragswerkstätten durchgeführt werden.
Leasing von Gebrauchtwagen
Es ist auch möglich, Gebrauchtwagen zu leasen. Dies bietet Vorteile wie schnellere Verfügbarkeit (oft innerhalb von drei Wochen), flexiblere Vertragslaufzeiten und geringere Leasingraten. Nachteile können das höhere Alter des Fahrzeugs, potenziell höhere monatliche Raten bei kurzen Laufzeiten und leichte Gebrauchsspuren sein.

