Laufzeit einer Risikolebensversicherung: So legen Sie die Dauer richtig fest

Die Laufzeit einer Risikolebensversicherung ist ein entscheidender Faktor, der nicht nur den Umfang des Versicherungsschutzes bestimmt, sondern auch die Beitragshöhe beeinflusst. Sie legt fest, ab wann der Schutz beginnt und wann er endet – und nur innerhalb dieses Zeitraums erhalten die Hinterbliebenen im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme. Bei der Festlegung der richtigen Dauer ist eine sorgfältige Abwägung Ihrer persönlichen Lebensumstände und Ihrer Zukunftsplanung unerlässlich. Eine zu kurze Laufzeit kann im Ernstfall zu erheblichen finanziellen Engpässen führen, während eine unnötig lange Laufzeit zu höheren Gesamtkosten führen kann. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte, die Sie bei der Wahl der passenden Laufzeit Ihrer Risikolebensversicherung berücksichtigen sollten, um eine optimale Absicherung für Ihre Liebsten zu gewährleisten.

Was bedeutet die Laufzeit bei einer Risikolebensversicherung?

Die Laufzeit einer Risikolebensversicherung bezeichnet den vertraglich vereinbarten Zeitraum, in dem der Versicherungsschutz besteht. Während dieser Periode sind Sie gegen die finanziellen Folgen eines Todesfalls abgesichert. Entsprechend zahlen Sie in dieser Zeit die vereinbarten Beiträge. Der Beginn des Versicherungsschutzes kann flexibel gewählt werden, oft ab dem Tag des Vertragsabschlusses oder bis zu zwei Monate in der Zukunft. Die Laufzeit selbst wird in ganzen Jahren festgelegt und bestimmt gemeinsam mit dem Versicherungsbeginn das exakte Enddatum des Vertrags. So endet beispielsweise eine 24-jährige Laufzeit, die am 14. März beginnt, 24 Jahre später ebenfalls an einem 14. März. Alle relevanten Informationen zur Laufzeit finden Sie jederzeit auf Ihrem Versicherungsschein.

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Warum ist die Wahl der richtigen Laufzeit so entscheidend?

Neben der Versicherungssumme ist die Laufzeit einer der wichtigsten Punkte bei einer Risikolebensversicherung, da sie die Beitragshöhe maßgeblich beeinflusst. Je länger die Laufzeit, desto höher die Gesamtkosten, da Sie über einen längeren Zeitraum Beiträge zahlen. Der entscheidende Aspekt ist jedoch der Versicherungsschutz: Dieser greift nur für die vereinbarte Dauer. Stirbt die versicherte Person vor oder nach Ablauf der vereinbarten Laufzeit, besteht kein Anspruch auf die Auszahlung der Versicherungssumme. Dies kann gravierende finanzielle Konsequenzen für die Hinterbliebenen haben, insbesondere wenn der Todesfall unerwartet eintritt und noch bestehende finanzielle Verpflichtungen oder ein fehlendes Einkommen die Familie belasten. Daher ist es von größter Bedeutung, eine Laufzeit zu wählen, die dem individuellen Absicherungsbedarf über den gesamten Zeitraum gerecht wird.

Wie lege ich die individuelle Laufzeit fest?

Die zentrale Frage bei der Festlegung der Laufzeit lautet: „Wie lange besteht ein Absicherungsbedarf?“ Die Antwort darauf ist stark von Ihren persönlichen Lebensumständen und Ihrer Lebensplanung abhängig. Es gibt keine pauschale Empfehlung, die für jeden gilt. Vielmehr sollten Sie die Laufzeit basierend auf dem spezifischen Zweck Ihrer Risikolebensversicherung und den damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen und Bedürfnissen bestimmen.

Absicherung von Familie und Partner

Wenn Ihr Hauptziel darin besteht, Ihren Partner und Ihre Kinder vor finanziellen Problemen zu schützen, sollten Sie das Alter Ihrer Kinder und deren voraussichtliche Ausbildungs- und Studienzeiten berücksichtigen. Planen Sie die Laufzeit so, dass Ihre Kinder finanziell unabhängig sind, also in der Regel bis zum Beginn ihres Berufslebens. Bedenken Sie, dass ein Hochschulstudium oft eine längere finanzielle Unterstützung erfordert als eine betriebliche Erstausbildung. Als Beispiel könnte eine 35-jährige Mutter mit einer fünfjährigen Tochter eine Laufzeit von 20 Jahren wählen, um sicherzustellen, dass ihre Tochter auch während eines möglichen Studiums finanziell abgesichert ist. Für kinderlose Paare, die eine Familie gründen möchten, empfiehlt sich eine längere Laufzeit. Eine Nachversicherungsoption kann hier sinnvoll sein, um die Versicherungssumme bei Geburt oder Adoption eines Kindes ohne erneute Gesundheitsprüfung anzupassen. Sind die Kinder bereits älter und stehen kurz vor der finanziellen Unabhängigkeit, kann eine kürzere Laufzeit ausreichen. Auch kinderlose Paare mit großen Einkommensunterschieden, insbesondere unverheiratete Paare, die keinen Anspruch auf Hinterbliebenenrente haben, sollten die Laufzeit bis zum Renteneintritt des besser verdienenden Partners wählen.

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Risikolebensversicherung für Kreditnehmer: Welche Laufzeit ist sinnvoll?

Haben Sie einen Kredit aufgenommen, dessen Rückzahlung sich über viele Jahre erstreckt, beispielsweise für den Kauf einer Immobilie oder die Finanzierung einer Firmengründung? Dann sollte die Laufzeit Ihrer Risikolebensversicherung idealerweise mit der Dauer der Kreditrückzahlung übereinstimmen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Familie im Falle Ihres Todes nicht auf den noch offenen Kreditlasten sitzen bleibt. Die Wahl einer Nachversicherungsoption kann auch hier Ihre Flexibilität erhöhen. Ein Beispiel: Ein Paar, das ein Haus baut und den Kredit über 25 Jahre abzahlen wird, wählt eine entsprechende Laufzeit für seine Risikolebensversicherung.

Risikolebensversicherung für Geschäftspartner: Wie lange sollte die Laufzeit sein?

Sind Sie Miteigentümer eines Unternehmens und möchten Ihren Geschäftspartner absichern, damit das Unternehmen im Todesfall eines Gesellschafters fortbestehen kann? Dann orientieren Sie sich an der Frage, wie lange das Unternehmen finanziell von Ihrer Mitwirkung abhängig ist oder wann es voraussichtlich genügend Gewinne erwirtschaftet, um seine Stabilität zu sichern. Auch der geplante Ruhestand oder die Übergabe an einen Nachfolger können hier relevante Zeitpunkte sein.

Risikolebensversicherung: Lässt sich die Laufzeit verlängern oder verkürzen?

Die nachträgliche Änderung der Laufzeit hängt von den jeweiligen Versicherungsbedingungen ab. Eine Verkürzung ist oft möglich, erfordert jedoch in der Regel eine Vertragsänderung. Eine Kündigung beendet den Vertrag und damit den Versicherungsschutz, meist erst zum Ende der Versicherungsperiode oder des vereinbarten Zahlungsintervalls.

Eine Verlängerung der Laufzeit ist bei vielen Verträgen möglich, meist jedoch nur nach erneuter Gesundheitsprüfung. Mit zunehmendem Alter können gesundheitliche Probleme auftreten, die eine Verlängerung erschweren, die Beiträge erhöhen oder sogar ausschließen.

Unsere Empfehlung: Wählen Sie zu Beginn des Vertrags lieber eine etwas längere Laufzeit, auch wenn dies mit etwas höheren Gesamtkosten verbunden ist. Eine Kündigung ist jederzeit möglich, eine nachträgliche Verlängerung jedoch oft komplizierter und teurer.

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