Fingernägel: Mehr als nur Schmuck – Ein Leitfaden für Gesundheit und Pflege

Unsere Fingernägel sind weit mehr als nur ein ästhetisches Merkmal. Sie können uns wichtige Hinweise auf unsere allgemeine Gesundheit geben und benötigen, wie unsere Haut auch, regelmäßige Pflege. Oft kursieren Mythen über ihre Beschaffenheit, doch was steckt wirklich hinter weißen Flecken, Verfärbungen oder brüchigen Nägeln? Dieser Leitfaden taucht tief in die Welt der Fingernägel ein und bietet fundierte Informationen sowie praktische Tipps für gesunde und schöne Nägel, speziell aufbereitet für das deutsche Publikum.

Was weiße Flecken und Verfärbungen wirklich bedeuten

Häufig wird bei weißen Flecken auf den Nägeln ein Nährstoffmangel vermutet. Doch die Wissenschaft zeigt ein anderes Bild: Meist handelt es sich hierbei um harmlose Lufteinschlüsse, die im Zuge des Nagelwachstums entstehen und von selbst wieder verschwinden. Eine Blutanalyse kann Aufschluss geben, falls tatsächlich ein Mangel an Vitamin H (Biotin), Zink, Selen, Eisen oder Kalzium vorliegt.

Gelbliche Verfärbungen der Nägel können durch intensive Farbpigmente von Nagellacken oder durch bestimmte Haushaltsreiniger verursacht werden. Um dem vorzubeugen, ist die Verwendung eines Unterlacks beim Lackieren unerlässlich. Aber auch farblose Lacke können durch enthaltene Weichmacher und Entfetter die Nägel spröde machen. Daher ist es ratsam, den Nägeln regelmäßig nagellackfreie Pausen zu gönnen.

Besondere Vorsicht ist bei dunkelbraunen bis schwarzen Flecken geboten, die nicht herauswachsen. Diese sollten umgehend von einem Hautarzt untersucht werden, da sie auf ein malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs) hindeuten könnten.

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Ursachen für Rillen und brüchige Fingernägel

Die Entstehung von Fingernägeln basiert auf Zellteilung in der Nagelmatrix. Neue Zellen schieben die älteren nach vorne, wo sie aushärten und den Nagel bilden – ein Prozess, bei dem der Nagel etwa vier Millimeter pro Monat wächst.

Querrillen auf den Nägeln können ein Indikator für vorausgegangene Belastungen sein. Dazu zählen schwere Magen-Darm-Infekte, fieberhafte Grippeerkrankungen, Chemotherapien oder Phasen extremen Stresses. Da die Rillen erst mit dem Wachstum sichtbar werden, erscheinen sie oft erst lange nach der eigentlichen Ursache. Brüchige Nägel können ebenfalls durch solche Zustände, aber auch durch häufigen Kontakt mit Wasser und aggressiven Reinigungsmitteln begünstigt werden.

Praktische Tipps für gesunde und schöne Fingernägel

Für Nägel, die zu Brüchigkeit neigen, ist das Feilen die schonendere Methode im Vergleich zum Schneiden mit Schere oder Zange. Letzteres kann die Nagelplatte verformen und zum Splittern führen. Kleinere Unebenheiten oder Verfärbungen lassen sich vorsichtig mit einer feinen Maniküre-Feile glätten.

Das Entfernen oder Zurückschneiden der Nagelhaut sollte vermieden werden, da dies die Nagelwurzel für Keime öffnen kann. Niemals sollten “Niednägel” (Eingerissene Hautfetzen am Nagelrand) herausgezogen werden; stattdessen empfiehlt es sich, sie mit einem Pflaster abzudecken, bis sie herausgewachsen sind. Regelmäßiges Eincremen mit einer normalen Handcreme kann der Neubildung von rissiger Nagelhaut vorbeugen.

Eine intensive Pflege-Kur vor dem Schlafengehen kann wahre Wunder wirken: Eine feuchtigkeitsspendende Handcreme, auch in die Nägel und Nagelhaut einmassiert, gefolgt vom Tragen von Baumwollhandschuhen über Nacht, sorgt für samtweiche Hände und glänzende Nägel am nächsten Morgen.

Nahrungsergänzung, Lacke, Cremes und Öle – Was hilft wirklich?

Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln, Nagellacken, Cremes und Ölen versprechen oft harte, gesunde Nägel durch Inhaltsstoffe wie Biotin, Zink, Selen oder Kalzium. Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit vieler dieser Zusätze ist jedoch begrenzt.

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Biotin hat in Tierversuchen die Nagelbildung gefördert und es gibt vereinzelte Berichte über positive Effekte beim Menschen. Dennoch fehlen eindeutige Studien zur Dosierung und Anwendungsdauer. Experten raten daher zur Vorsicht, da Überdosierungen und Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen werden können. Biotin kann beispielsweise die Aufnahme von Vitamin C beeinträchtigen.

Nagellacke können das Gefühl vermitteln, festere Nägel zu haben, doch ob sie tatsächlich wirksame Substanzen in den Nagel einschleusen, ist fraglich. Cremes und Öle hingegen können die Nagelhaut geschmeidig halten und somit indirekt zur Nagelgesundheit beitragen, indem sie die Nagelwurzel vor schädlichen Einflüssen schützen.

Fazit und Ausblick

Die Gesundheit unserer Fingernägel ist eng mit unserem allgemeinen Wohlbefinden verknüpft. Achten Sie auf Veränderungen und zögern Sie nicht, bei anhaltenden Problemen oder dunklen Verfärbungen ärztlichen Rat einzuholen. Eine konsequente und schonende Pflege, kombiniert mit einem Bewusstsein für die Signale, die unser Körper uns sendet, ist der Schlüssel zu gesunden und schönen Fingernägeln. Entdecken Sie die Welt der Nagelpflege neu und geben Sie Ihren Händen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen!