Kröten – oft wegen ihrer warzigen Haut und ihres eher unscheinbaren Aussehens belächelt, sind sie doch faszinierende Geschöpfe, die bei richtiger Pflege zu spannenden Beobachtungstieren für Ihr Heimterrarium werden können. Obwohl sie oft nicht die erste Wahl für Terrarien-Einsteiger sind, bieten sie ein einzigartiges Erscheinungsbild und die Möglichkeit, Amphibien zu beobachten, die in freier Wildbahn immer seltener werden. Viele exotische Arten bereichern zudem den Markt und sind für Liebhaber eine attraktive Alternative zur Haltung heimischer, geschützter Tiere. Die Pflege von Kröten ist relativ unkompliziert und eröffnet eine faszinierende Welt der Amphibienhaltung.
Kröten: Die Grundlagen der Terrarienhaltung
Kröten sind in der Regel Einzelgänger, können aber auch paarweise oder in kleinen Gruppen von bis zu drei Tieren gehalten werden, vorausgesetzt, es handelt sich um die gleiche Art, es gibt keine signifikanten Größenunterschiede und genügend Rückzugsmöglichkeiten.
Terrariengröße – Ein wichtiger Faktor
Die Mindestgröße eines Kröten-Terrariums richtet sich stark nach der jeweiligen Art. Von winzigen Zwergwüstenkröten (3-5,5 cm) über mittelgroße Schwarznarbenkröten (bis 15 cm) bis hin zu imposanten Agakröten (bis 23 cm) variieren die Bedürfnisse erheblich. Als allgemeine Richtlinie gilt:
- Kleine Arten: 30 x 40 cm (Länge x Breite) für ein Tier, ab 60 x 40 cm für mehrere.
- Größere Arten: 80 x 50 cm für ein Tier, 100 x 50 cm für mehrere.
- Sehr große Arten: 120 x 60 cm für ein Tier, 180 x 80 cm für mehrere.
Da Kröten Bodenbewohner sind, spielt die Höhe eine untergeordnete Rolle, solange das Substrat tief genug ist, um ein vollständiges Eingraben zu ermöglichen.
Einrichtung – Mehr als nur Dekoration
Das Substrat muss tief genug sein, damit sich die Kröte vollständig vergraben kann. Eine Mischung aus Terrarienerde, Rindenmulch und Moos hat sich bewährt. Auch ungedüngte Muttererde, Kokosfaser oder spezielles Froschmoos sind geeignet. Wichtig ist eine feine Struktur ohne scharfe Kanten, um die empfindliche Haut der Amphibien zu schützen. Verstecke wie Rindenstücke, Äste oder Kokosnussschalen sind essenziell. Eine natürliche Bepflanzung bietet zusätzlichen Schutz und verbessert das Mikroklima.
Ein Wasserbecken mit ebenerdigem Ein-/Ausstieg ist unerlässlich. Für kleine Kröten reichen oft größere Wassernäpfe, während für größere Arten Plastikschalen geeignet sind. Das Becken sollte mindestens vier Mal so lang wie die Kröte und halb so tief sein.
Kröten Im Terrarium
Temperatur, Beleuchtung und Luftfeuchtigkeit
Die ideale Temperatur liegt für die meisten Arten zwischen 23 und 28 °C. Schaffen Sie Temperaturgradienten, damit die wechselwarmen Tiere ihren Bedürfnissen entsprechend wärmere oder kühlere Bereiche aufsuchen können. Eine Heizmatte unter einer Ecke des Terrariums (nicht mehr als ein Drittel der Bodenfläche) und ein Thermostat zur Steuerung sind notwendig. Nachts sollten die Temperaturen um einige Grad auf mindestens 20 °C sinken, um einen natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus zu simulieren.
Eine Beleuchtung von etwa 12 Stunden täglich ist wichtig. Tageslicht- oder schwache UV-Lampen eignen sich hierfür. Achten Sie auf ausreichende Schattenplätze, falls UV-Lampen verwendet werden. Rotlicht kann zur Beobachtung in der Nacht genutzt werden, da Kröten rotes Licht nicht wahrnehmen.
Hohe Luftfeuchtigkeit ist für Kröten besonders wichtig. Tagsüber sollte sie bei etwa 70 % liegen, nachts kann sie auf 90-95 % ansteigen. Tägliches Sprühen mit einer Sprühflasche ist entscheidend. Vermeiden Sie sowohl vollständige Austrocknung als auch Staunässe. Eine Drainageschicht unter dem Substrat hilft, überschüssiges Wasser abzuleiten. Thermometer und Hygrometer sind zur Überwachung unerlässlich.
Reinigung – Hygiene für empfindliche Tiere
Aufgrund ihrer empfindlichen Haut ist Hygiene im Terrarium von größter Bedeutung. Futterreste sollten nach etwa 15 Minuten entfernt werden. Kot muss täglich eingesammelt werden. Das Wasserbecken, oft als Toilette genutzt, bedarf täglicher Reinigung und Neubefüllung.
Da Kröten ungern hochgenommen werden, ist eine wöchentliche Komplettreinigung ratsam: Setzen Sie die Kröte vorübergehend um, leeren Sie das Terrarium, reinigen Sie den Bodengrund und die Einrichtung und füllen Sie frisches Substrat ein. Verwenden Sie zur Reinigung nur warmes Wasser und geeignete Reinigungsmittel aus dem Fachhandel. Chlorfreies Wasser ist für alle Zwecke (Reinigung, Besprühen, Wasserbecken) unerlässlich.
Kröten im Terrarium
Ernährung: Was fressen Kröten?
Kröten sind gefräßige Allesfresser. Im Terrarium sind Futterinsekten wie Grillen eine beliebte Wahl. Um Verfettung vorzubeugen, sollten Wachsmotten und Mehlwürmer nur sparsam gefüttert werden. Jungtiere werden täglich, erwachsene Tiere zwei- bis dreimal wöchentlich mit 4-6 Grillen oder vergleichbar großen Insekten gefüttert.
Zur optimalen Nährstoffversorgung sollten Futterinsekten vor jeder Fütterung mit Kalzium und einmal wöchentlich zusätzlich mit einem Multivitaminpräparat bestäubt werden.
Fortpflanzung und Zucht
Die Paarungszeit von Kröten folgt oft auf Regenperioden. Die äußere Befruchtung findet je nach Art im oder am Wasser statt. Die Zucht im Terrarium ist nicht immer einfach, aber angesichts Tausender Eier kann dies auch ein Segen sein. Geschlechterunterschiede sind meist nur bei adulten Tieren erkennbar: Weibchen sind oft größer, Männchen mancher Arten haben Brunftschwielen an den Vorderbeinen. Informieren Sie sich vorab über das Paarungsverhalten, da Männchen lautstark um Weibchen rufen können.
Kröten im Terrarium
Der richtige Umgang mit Kröten
Der Umgang mit Kröten sollte auf ein Minimum beschränkt werden. Die Tiere mögen es nicht, hochgenommen zu werden, da dies in freier Natur oft Raubtieren vorbehalten ist. Stürze aus geringer Höhe können bereits schwere Verletzungen verursachen. Da Kröten eine empfindliche Haut haben, die durch Fette auf unserer Haut geschädigt werden kann, und umgekehrt deren Hautsekrete bei uns Reizungen hervorrufen können, ist Vorsicht geboten.
Beim Handling sind stets Gummihandschuhe zu tragen, idealerweise Einmalhandschuhe für bessere Hygiene. Nur größere Kröten sollten mit der Hand gefangen werden; für kleinere Arten eignen sich Plastikdosen. Da Kröten Krankheitserreger wie Salmonellen tragen können, ist gründliches Händewaschen nach jedem Kontakt mit den Tieren oder dem Terrarium unerlässlich.
Beliebte Krötenarten für das Terrarium
Zahlreiche Krötenarten eignen sich für die Terrarienhaltung. Zu den Favoriten zählen:
- Eichenkröte (Bufo quercicus)
- Grüne Zwergwüstenkröte (Bufo debilis)
- Floridakröte (Bufo terrestris)
- Pantherkröte (Bufo regularis)
- Schwarznarbenkröte (Bufo melanostictus)
- Agakröte (Bufo marinus)
Spezifische Haltungsbedingungen einiger Arten:
- Eichenkröte: bis 3,3 cm Größe; 40x30x30 cm Terrarium; Sand-Torf-Gemisch; 23-28°C; 70% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten.
- Grüne Zwergwüstenkröte: bis 5,5 cm Größe; 50x40x40 cm Terrarium; lockeres Substrat; 24-30°C; 50-70% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten.
- Floridakröte: bis 9 cm Größe; 60x40x40 cm Terrarium; Sand; 23-26°C; 60% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten.
- Pantherkröte: bis 13 cm Größe; 60x40x40 cm Terrarium; Kokoshumus, Walderde, Erde-Sand-Gemisch; 24-28°C; 50-75% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten.
- Schwarznarbenkröte: bis 15 cm Größe; 60x60x50 cm Terrarium; feuchtes, saugfähiges Substrat; 25-29°C; 60-90% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten.
- Agakröte: bis 23 cm Größe; 120x60x60 cm Terrarium; Rindenmulch, Terrarienerde; 22-28°C; 40-70% Luftfeuchtigkeit; Futterinsekten, Kleinsäuger.
Die Haltungsansprüche variieren zwar in Bezug auf Terrariengröße und Klima, die Grundpflege bleibt jedoch ähnlich: Fütterung mit lebenden Insekten, vorsichtiges Handling mit Handschuhen und tägliche Gesundheitskontrollen. Achten Sie auf Anzeichen wie Knochenerweichung, Abmagerung, Verfettung oder Hautveränderungen. Bei Auffälligkeiten ist ein amphibienkundiger Tierarzt zu konsultieren. Mit der richtigen Pflege können Kröten über 10 Jahre faszinierende und exotische Mitbewohner sein.
