Faschingskrapfen, auch liebevoll Berliner oder Krapfen genannt, sind ein süßer Klassiker der österreichischen Mehlspeisenkultur, besonders beliebt während der närrischen Zeit. Dieses Rezept enthüllt die Geheimnisse hinter ihren unwiderstehlich flaumigen Eigenschaften und dem charakteristischen, zart gefüllten Inneren. Tauchen Sie ein in die Welt der traditionellen Krapfen und entdecken Sie, wie einfach es ist, diese Gaumenfreude selbst zu Hause zu backen, selbst für Backanfänger.
Warum dieses Faschingskrapfen Rezept immer gelingt
Das Erfolgsgeheimnis dieser Faschingskrapfen liegt in der perfekten Symbiose aus sorgfältig ausgewählten Zutaten und einer bewährten Zubereitungsmethode. Die Zugabe von Butter, Eigelb und einem kleinen Schuss Rum macht den Teig besonders geschmeidig und reduziert die Fettaufnahme beim Ausbacken. Das doppelte Aufgehen sorgt für eine feine Porung und die luftig-leichte Konsistenz, die jeden Krapfen zu einem Genuss macht.
[Faschingskrapfen: Der Klassiker mit Marillenmarmelade
Faschingskrapfen, gefüllt mit fruchtiger Marillenmarmelade, sind der Inbegriff des Faschings. Dieses einfache und bewährte Rezept führt zu den besten, flaumig weichen Krapfen, die Sie je probiert haben.
Zubereitungszeit: ca. 2 Stunden
Portionen: 15-20 Krapfen
Zutaten für den perfekten Krapfenteig
- 500g glattes Weizenmehl (Type W 480/405 oder 700/550)
- 1 TL Salz
- 30g frische Germ (ca. ¾ Würfel)
- ca. 250 ml lauwarme Milch
- 40g Butter
- 40g Zucker
- 4 Eigelb (Dotter)
- 1 Stamperl Rum (hilft, Fettaufnahme zu reduzieren; Alkohol verdampft beim Backen)
- Optional: etwas Zitronenschale
- Ca. 1 Liter Fett zum Ausbacken (Halb Schmalz, halb Sonnenblumenöl)
- 200 ml fein passierte Marillenmarmelade zum Füllen
- Staubzucker zum Bestreuen
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Zubereitung
- Vorbereitung des Germteigs: Die Germ in die lauwarme Milch bröseln, zwei Prisen Zucker hinzufügen, verrühren und kurz stehen lassen. Achten Sie darauf, dass die Milch nicht heißer als 35°C ist, um die Germ nicht zu schädigen.
- Teig anrühren: Die Butter sanft erwärmen. Die vorbereitete Germ-Milch, Eigelb, restlichen Zucker und Rum hinzufügen und gut vermischen.
- Kneten: Mehl mit Salz in einer großen Schüssel vermischen. Die flüssigen Zutaten hinzufügen und zu einem glatten Teig verkneten. Der Teig sollte sich vom Schüsselrand lösen. Dies kann mit den Knethaken eines Handmixers, einer Küchenmaschine oder traditionell von Hand erfolgen.
- Erstes Aufgehen: Den Teig in einer Schüssel zugedeckt an einem warmen Ort (Backrohr bei max. 40°C oder ein anderer warmer, zugfreier Ort) gehen lassen, bis er sich etwa verdoppelt hat (ca. 30 Minuten).
- “Abschlagen” und zweites Aufgehen: Den Teig nach dem ersten Aufgehen kurz durchkneten (“abschlagen”) und erneut zugedeckt ca. 15 Minuten gehen lassen. Dieses mehrmalige Aufgehen sorgt für einen feinporigen und geschmeidigen Teig.
- Formen der Krapfen: Den Teig erneut kurz durchkneten. Mit einer Teigkarte kleine Teigstücke abstechen (ca. 50-70g pro Krapfen, je nach gewünschter Größe) und zu runden Kugeln formen (“schleifen”). Alternativ können Teigstücke auch mit einem Löffel abgenommen und geformt werden.
- “Schleifen” des Teiges: Das Schleifen ist eine Technik, bei der der Teig mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen auf einer leicht bemehlten Fläche zu einer glatten Kugel gerollt wird. Dies erfordert etwas Übung.
- Ruhen lassen: Die geformten Krapfen auf ein bemehltes Tuch legen, leicht flach drücken, mit einem weiteren Tuch abdecken und nochmals gut aufgehen lassen.
- Fett erhitzen: Schmalz oder Öl in einer geräumigen Pfanne oder einem Topf auf ca. 150-160°C erhitzen. Ein Holzstäbchen in das Fett getaucht sollte kleine Bläschen bilden, wenn die Temperatur stimmt.
- Ausbacken: Die Faschingskrapfen zuerst mit der Oberseite nach unten in das heiße Fett einlegen und ca. 3-4 Minuten zugedeckt ausbacken. Wenden und weitere 3 Minuten ohne Deckel fertig backen, bis sie goldbraun sind. Machen Sie am besten zuerst einen Testkrapfen, um die Temperatur zu prüfen.
- Abtropfen und Abkühlen: Die frisch gebackenen Krapfen mit einem Schöpflöffel herausnehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht abkühlen lassen.
- Füllen: Die passierte Marillenmarmelade glatt rühren und in eine Spritzflasche oder einen Spritzsack mit Tülle füllen. Vorsichtig seitlich in den weißen Rand des Krapfens einstechen und die Marmelade hineinspritzen.
- Bestreuen: Die fertigen Krapfen mit Staubzucker bestreuen.
Tipps für perfekte Faschingskrapfen
- Der weiße Rand: Dieser charakteristische helle Ring entsteht, wenn die Krapfen beim Frittieren leicht schwimmen und nicht vollständig vom Fett bedeckt sind.
- Fett-Temperatur: Die richtige Temperatur ist entscheidend. Ist das Fett zu heiß, werden die Krapfen außen zu dunkel und innen roh. Ist es zu kalt, saugen sie sich mit Fett voll. Ein Testkrapfen gibt Aufschluss.
- Luftigkeit: Mehrfaches Aufgehen des Teigs und gründliches Kneten sind Schlüssel für besonders flaumige Krapfen.
Variationen für die Füllung
Neben der klassischen Marillenmarmelade eignen sich auch andere Fruchtmarmeladen wie Erdbeer- oder Himbeermarmelade hervorragend. Ebenso sind Vanillecreme, Pudding oder Schokoladenfüllungen beliebte Alternativen, die den Krapfen eine persönliche Note verleihen.
Wissenswertes über den Faschingskrapfen
Faschingszeit ist Krapfenzeit! Jährlich verzehren die Österreicher rund 100 Millionen Krapfen. Mit etwa 400 Kilokalorien pro Stück sind sie zwar eine kleine Sünde, aber eine köstliche. Die runde Form und der charakteristische helle Rand sind Erkennungsmerkmale, die goldgelb gebacken außen leicht knusprig und innen wunderbar weich sind.
Die gesetzliche Regelung im österreichischen Lebensmittelkodex besagt, dass die Marmeladenfüllung mindestens 15 % des Fertiggewichts ausmachen muss. Die Ursprünge des Krapfens reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück, wobei die heutige Form mit Germteig und süßer Füllung sich erst im 18. Jahrhundert entwickelte. Das gemeinsame Merkmal über die Jahrhunderte hinweg ist das Ausbacken in Fett, sei der Krapfen süß oder pikant.
Das steirische Spezialitäten Team und Innungsmeister der Konditoren Erich Handl schwören auf den klassischen Faschingskrapfen, gefüllt mit Marillenmarmelade, dessen Teig reich an Eigelb und Butter ist – genau wie in diesem Rezept.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wieso entsteht der weiße Ring? Er entsteht durch das weitere Aufgehen des Krapfens im heißen Fett während des Backens.
- Wie lange dauert die Zubereitung? Die gesamte Zubereitung, inklusive Gehzeiten, beträgt etwa 2 Stunden.
- Wie verhindere ich zu viel Fettaufnahme? Ein Schuss Rum im Teig und eine konstant heiße Fett-Temperatur (ca. 150-160°C) helfen, die Fettaufnahme zu minimieren.
- Kann man Faschingskrapfen einfrieren? Ja, am besten ungefüllt und ungezuckert. Zum Verzehr bei Raumtemperatur auftauen und kurz im Ofen erwärmen, dann frisch füllen.
- Welche Füllungen sind beliebt? Neben Marillenmarmelade sind Himbeermarmelade, Vanillecreme und Schokoladencreme sehr beliebt.
Gutes Gelingen beim Nachbacken dieses traditionellen österreichischen Rezepts für Faschingskrapfen! Teilen Sie Ihre liebsten Krapfenkreationen mit uns!
