Erholung am Wochenende: So wird Ihre Auszeit zum wahren Glücksgaranten

Das Wochenende – eine wohlverdiente Pause vom Arbeitsalltag, die uns neue Energie schenken soll. Doch allzu oft verkommt sie zur Verlängerung der To-Do-Liste: Einkäufe, Hausarbeit und andere Verpflichtungen beanspruchen die knappen 48 Stunden, sodass kaum Raum für echte Entspannung bleibt. Die Folge: Die neue Woche beginnt oft müder als die alte endete. Doch eine US-amerikanische Glücksforscherin hat einen überraschenden Ansatz entwickelt, wie das Wochenende zu einer erholsamen und erfüllenden Zeit werden kann, die nachweislich die Zufriedenheit steigert. Ihre Erkenntnisse, veröffentlicht in „Sage Journals“, basieren auf einem faszinierenden Experiment, das die Art und Weise, wie wir unsere freie Zeit gestalten, revolutionieren könnte. Erholung am Wochenende ist kein unerreichbarer Traum, sondern das Ergebnis bewusster Gestaltung.

Das Experiment: Wochenende wie im Urlaub gestalten

Im Jahr 2017 führten die Forscherinnen Jolanda M. M. van Etten, Colin West und Sanford E. DeVoe ein spannendes Experiment mit über 400 berufstätigen Amerikanern durch. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe wurde angewiesen, ihr Wochenende wie einen Urlaub zu gestalten, während die andere Gruppe ihre freien Tage wie gewohnt verbrachte. Die Ergebnisse einer Nachbefragung waren eindeutig: Die Gruppe, die ihr Wochenende bewusst wie eine Mini-Auszeit angehen ließ, fühlte sich nach den freien Tagen glücklicher und positiver als ihre Vergleichsgruppe.

Die Teilnehmer führten während des Experiments detaillierte Tagebücher über ihre Aktivitäten. Diese Aufzeichnungen lieferten weitere aufschlussreiche Erkenntnisse: Wer sein Wochenende wie eine kurze Auszeit erlebte, widmete sich weniger der Hausarbeit und investierte stattdessen mehr Zeit in kulinarische Genüsse, intime Beziehungen und bewusste Entspannung. „Sie arbeiteten weniger, blieben etwas länger mit ihrem Partner im Bett und genossen die Mahlzeiten intensiver“, so die Erkenntnisse von Holmes, die sie 2019 in der „Harvard Business Review“ veröffentlichte.

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Der entscheidende Faktor für ein glückliches Wochenende war jedoch nicht allein die Art der Aktivitäten, sondern vor allem die „Achtsamkeit für den gegenwärtigen Moment“. Je bewusster die Teilnehmer ihre freien Tage wahrnahmen und erlebten, desto stärker war der positive Glückseffekt. Diese gesteigerte Achtsamkeit wirkte sich auch äußerst positiv auf ihre Rückkehr in den Arbeitsalltag aus. Es zeigt sich, dass Erholung finden maßgeblich von unserer inneren Einstellung abhängt.

Der Schlüssel: Mini-Urlaub statt Alltagsroutine

Die Empfehlung der Glücksforscherin ist klar: Anstatt das Wochenende als bloße Fortsetzung der Arbeitswoche zu betrachten, sollten die freien Tage bewusst als kleine, erholsame Auszeit gestaltet werden. „Die Menschen verbinden Urlaub mit einer Pause“, erklärt sie. Der Kern der Sache liegt darin, festgefahrene Routinen zu durchbrechen und den Augenblick zu leben – ganz so, wie wir es im Urlaub tun.

Ein wichtiger Ratschlag ist, mindestens 24 Stunden bewusst mit Aktivitäten zu füllen, die entspannen und vom Alltag ablenken. Dies kann ein Ausflug in die Natur, ein wohltuender Tag im Spa oder ein Besuch in einem neuen, aufregenden Restaurant sein. Selbst alltägliche Aufgaben wie die Hausarbeit lassen sich mit kleinen Belohnungen aufwerten: Gönnen Sie sich nach dem Abwasch einen leckeren Cocktail oder lauschen Sie Ihrem Lieblings-Podcast, während Sie die Wäsche falten. Die verbleibenden To-Dos der Woche können dann entspannt auf den zweiten Tag des Wochenendes verschoben werden, um den Erholungscharakter zu maximieren. Diese bewusste Gestaltung hilft, die Balance im Leben zu halten und fördert das allgemeine Wohlbefinden. Erholung für gestresste Manager kann somit erlernt und praktiziert werden.

Doch die Strategien für eine effektive Erholung gehen weiter. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die bewusste Planung von „Nichtstun“. Dies bedeutet nicht, untätig zu sein, sondern sich aktiv Zeit für Dinge zu nehmen, die einfach nur Freude bereiten und keine Verpflichtung darstellen. Das kann Lesen, Musikhören, ein Spaziergang im Park oder ein entspanntes Gespräch mit Freunden sein. Auch das bewusste Genießen von Mahlzeiten, ohne dabei an die nächste Aufgabe zu denken, trägt maßgeblich zur Erholung bei.

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Das Konzept des „Weekend as Vacation“ betont auch die Bedeutung von Qualität über Quantität. Es geht nicht darum, möglichst viele Aktivitäten in die 48 Stunden zu quetschen, sondern darum, die wenigen Momente, die man hat, bewusst und intensiv zu genießen. Dies erfordert eine gewisse Planung, aber auch die Bereitschaft, spontan zu sein und sich auf das einzulassen, was der Moment bietet. Indem wir lernen, das Wochenende als eine separate, wertvolle Einheit zu betrachten – eine Insel der Ruhe und Freude – können wir die neue Woche mit neuer Kraft und positiver Energie beginnen. Es ist eine Investition in unser Wohlbefinden, die sich auf vielfältige Weise auszahlt. Auch wenn es nur kleine Pausen im Alltag sind, wie die täglichen Erholung im Alltag, so sind sie doch essenziell.