Katzenstreu im Test: Welches Produkt überzeugt am meisten?

Bei der Auswahl der richtigen Katzenstreu für Ihr Haustier spielen viele Faktoren eine Rolle. Von der Klumpenbildung und Flüssigkeitsbindung bis hin zur Geruchsneutralisierung und Staubentwicklung – die Anforderungen sind vielfältig. ÖKO-TEST hat 20 verschiedene Katzenstreuprodukte, darunter 16 klumpende und vier nicht klumpende Varianten, aus Discountern, Supermärkten, Drogerien und Fachmärkten umfassend getestet. Die Produkte bestehen aus unterschiedlichen Materialien wie mineralischen Granulaten (Bentonit, Naturton) und organischen Fasern (Pflanzen, Holz, Zellulose). In diesem Test erfahren Sie, welche Katzenstreu im Praxistest überzeugt und worauf Sie bei der Verpackung und den Inhaltsstoffen achten sollten.

Praxistest: Klumpenbildung, Geruchsbindung und mehr

Das Herzstück des Tests bildet die umfassende Praxisprüfung, bei der die Katzenstreu auf ihre Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen hin untersucht wurde.

Klumpenbildung und Flüssigkeitsbindung

Bei klumpenden Streuprodukten ist eine gute Klumpenbildung entscheidend, um Urin effektiv zu binden und die Reinigung zu erleichtern. Hierbei wird die Fähigkeit der Streu, nach Zugabe von synthetischem Katzenurin Klumpen zu bilden, die sich gut entnehmen lassen, bewertet. Bei nicht klumpenden Streuarten steht die allgemeine Flüssigkeitsbindefähigkeit im Vordergrund. Die Laborergebnisse für die Klumpenbildung bzw. Flüssigkeitsbindung fließen zu jeweils 18 Prozent in das Testergebnis Praxistest ein.

Geruchsbindung und Ammoniakgehalt

Katzenexkremente enthalten Harnstoff, der von Bakterien in Ammoniak umgewandelt wird – eine Verbindung, die reizend auf Augen und Nase wirken kann. Der Test analysierte daher die Geruchsbindungsfähigkeit der Produkte, insbesondere den Ammoniakgehalt nach 30 Stunden. Hierzu wurde eine Urinersatzlösung verwendet, und der gemessene Ammoniakgehalt gibt Aufschluss darüber, wie gut die Streu Gerüche neutralisiert. Die Bewertung des Ammoniakgehalts nach 30 Stunden erfolgt nach einem detaillierten Raster, von “sehr gering” bis “hoch”.

Weiterlesen >>  Welpen aus dem Tierschutz: Ein neues Leben beginnt

Staubentwicklung und Entfernung von Verunreinigungen

Die Staubentwicklung beim Einfüllen der Streu kann für Mensch und Tier unangenehm sein. Der Test bewertete, ob die Produkte beim Einfüllen stauben und wie stark die Staubentwicklung ist. Ebenso wurde die einfache Entfernung von Verunreinigungen aus der Katzentoilette begutachtet. Die Skala reicht hier von “nein” (sehr gut) bis “stark” (mangelhaft) für die Staubentwicklung und von “sehr einfach” (sehr gut) bis “schwierig” (mangelhaft) für die Entfernung von Verunreinigungen.

Verpackung und Deklaration: Mehr als nur ein Behälter

Auch die Verpackung spielt eine wichtige Rolle bei der Handhabung und Entsorgung der Katzenstreu.

Praktische Handhabung der Verpackung

Das Labor begutachtete die Verpackungen hinsichtlich verschiedener Kriterien: Wie gut lässt sich die Streu entnehmen? Wie leicht ist die Verpackung zu tragen und zu öffnen? Wie gut lässt sich das geöffnete Produkt verstauen? Auch die Lesbarkeit und Qualität der aufgedruckten Angaben sowie die Entsorgbarkeit der Verpackung wurden bewertet. Die Beurteilung der Verpackung setzt sich aus mehreren Einzelkriterien wie Streuentnahme, Tragen, Öffnen, Angaben, Verstauen, Lesbarkeit und Entsorgung zusammen.

Überprüfung der Deklaration

Die Deklarationen auf den Verpackungen wurden auf irreführende oder fehlende Auslobungen hin überprüft. Kunststoffverpackungen wurden zudem auf umweltschädliche chlorierte Verbindungen wie PVC untersucht. Produkte, die als “staubarm” oder “staubfrei” beworben werden, aber im Test Staubentwicklung zeigen, führen zu einer Abwertung. Ebenso werden irreführende Angaben zur Geruchsbindung oder die Empfehlung, feste Abfälle über die Toilette zu entsorgen, negativ bewertet. Ein wichtiger Hinweis, der oft fehlt, ist die Empfehlung für Schwangere, Kleinkinder oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, den Kontakt mit verschmutzter Streu zu meiden.

Weiterlesen >>  Landschildkröten als Haustier: Ein Ratgeber für Familien und Einsteiger

Weitere Mängel und das Gesamturteil

Neben den Kernkriterien Praxistest und Inhaltsstoffe fließen auch “Weitere Mängel” in das Gesamturteil ein. Diese können zur Abwertung einzelner Testergebnisse führen. Beispielsweise wird eine Diskrepanz zwischen der beworbenen Staubarmut und dem tatsächlichen Testergebnis bei der Staubentwicklung mit einer schlechteren Note geahndet. Ebenso können irreführende Angaben zur Geruchsbindung oder zur Entsorgung über die Toilette zu Punktabzügen führen. Ein fehlender Sicherheitshinweis für Risikogruppen kann ebenfalls eine Abwertung zur Folge haben.

Das Gesamturteil setzt sich zu 60 Prozent aus dem Ergebnis der Praxisprüfung und zu 40 Prozent aus dem Ergebnis der Inhaltsstoffe zusammen. Ein Testergebnis “Weitere Mängel” im Bereich “befriedigend” oder “ausreichend” verschlechtert das Ergebnis der Praxisprüfung um eine Note, während ein “mangelhaftes” Ergebnis in diesem Bereich die Praxisprüfung um zwei Noten verschlechtert. Die Endergebnisse wurden kaufmännisch gerundet.

Die ausgewählten Produkte wurden im August 2021 eingekauft. Dieser Test ersetzt frühere Bewertungen von Katzenstreu aus dem ÖKO-TEST Magazin.

Jetzt kaufen!