Die Betreuung einer Katze während Abwesenheit der Besitzer kann eine Herausforderung darstellen, besonders wenn die Samtpfote eine ausgeprägte Angst vor Fremden zeigt. Dies ist ein weit verbreitetes Problem, das ernst genommen werden sollte, um das Wohlbefinden der Katze zu gewährleisten. Eine Katze, die sich unsicher oder ängstlich in Gegenwart unbekannter Personen fühlt, benötigt spezielle Aufmerksamkeit und gegebenenfalls professionelle Unterstützung. In diesem Artikel beleuchten wir, wie Sie mit dieser Problematik umgehen können, um sowohl Ihnen als auch Ihrer Katze eine stressfreie Betreuung zu ermöglichen.
Die Bedeutung von Kennenlernterminen
Gerade bei Katzen, die nicht sofort auf neue Menschen zugehen, sind Kennenlerntermine vor der eigentlichen Betreuung unerlässlich. Diese Treffen geben der Katze die Möglichkeit, sich langsam an die Anwesenheit einer fremden Person zu gewöhnen und Vertrauen aufzubauen. Oft sind mehrere solcher Treffen notwendig, um eine spürbare Entspannung bei der Katze zu erreichen. Sollte die Angst vor Fremden trotz wiederholter Begegnungen bestehen bleiben und keine Besserung eintreten, wird eine Fremdbetreuung zu einer größeren Herausforderung. In solchen Fällen kann eine professionelle Verhaltenstherapie für Katzen eine wertvolle Hilfe sein. Diese zielt darauf ab, das Selbstbewusstsein der Katze zu stärken und ihr zu helfen, ihre Ängste zu überwinden.
Alternative Betreuungsmöglichkeiten und professionelle Hilfe
Wenn eine Fremdbetreuung unvermeidbar ist und die Katze extreme Angst zeigt, kann eine kurzfristige Lösung darin bestehen, dass die betreuende Person lediglich zum Füttern und Reinigen des Katzenklos vorbeikommt. In dieser Zeit kann die Katze über eine Haustierkamera beobachtet werden, um sicherzustellen, dass sie normal frisst und sich nicht ungewöhnlich verhält. Dennoch ist dies keine ideale Langzeitlösung.
Langfristig empfiehlt sich dringend eine Verhaltenstherapie. Diese kann der Katze individuell dabei helfen, mehr Selbstvertrauen aufzubauen und ihre Furcht vor Fremden zu besiegen. Zusätzlich kann die Katze während Phasen der Umstellung oder bei notwendig werdender Fremdbetreuung durch Nahrungsergänzungsmittel und gegebenenfalls auch angstlösende Medikamente unterstützt werden. Die Angst vor Fremden ist ein Problem, das ernst genommen werden sollte, da es das allgemeine Wohlbefinden der Katze beeinträchtigt und ihr auch bei routinemäßigen Tierarztbesuchen zu schaffen machen kann.
Persönliches Beispiel: Whiskey und ihre Fortschritte
Ein eindrucksvolles Beispiel hierfür ist Whiskey, eine Katze, die anfangs mit sehr großer Furcht vor Fremden bei uns einzog und sich stundenlang versteckte, sobald sie eine fremde Person bemerkte. Durch konsequentes Training und gezielten Aufbau von Selbstbewusstsein hat Whiskey erstaunliche Fortschritte gemacht. Mittlerweile beobachtet sie Fremde zunächst aus sicherer Entfernung aus ihrem Versteck und traut sich nach etwa 10 bis 30 Minuten, den Kontakt aufzunehmen.
Als wir das erste Mal für wenige Tage verreisten, kam eine Catsitterin zur Versorgung. Vor ihrem ersten Besuch war die Catsitterin eine Stunde zu Gast. Nach einem kurzen Kennenlernen spielten wir mit Whiskey und ihrer Schwester “Clicker-Tricks”. Währenddessen beobachtete die Catsitterin aus einiger Entfernung. Diese vertraute Clicker-Routine gab Whiskey die nötige Sicherheit, kurz darauf den Raum zu betreten und ebenfalls mitzumachen. Bald darauf knüpfte sie ersten Kontakt zur Catsitterin und nahm Leckerlis von ihr an. Bei ihrem zweiten Besuch begrüßte sie die Catsitterin bereits schnurrend und forderte aktiv Spiel- und Streicheleinheiten ein.
Trotz dieser positiven Entwicklung hat Whiskey einen Bereich der Wohnung als ihren absoluten „Safe Space“ definiert, den die Catsitterin nur im Notfall betritt. So kann Whiskey selbst entscheiden, wie viel Interaktion sie wünscht. Zur zusätzlichen Unterstützung erhält sie vor solchen Betreuungstagen Nahrungsergänzungsmittel wie Zylkene* und ein Pheromonverdampfer* mit beruhigenden Pheromonen, um ihr die Situation zu erleichtern.
Dieses Vorgehen ist kein Patentrezept, das für jede Katze gleichermaßen funktioniert und erfordert viel Training und Geduld. Aber mit der passenden Unterstützung sind auch für Katzen, die Fremden gegenüber weniger aufgeschlossen sind, durchaus entspannte Catsittings möglich. Wenn Sie Unterstützung bei der Bewältigung von Ängsten bei Ihrer Katze wünschen, können Sie mich gerne für eine Beratung kontaktieren.

