Übergewicht bei Katzen ist ein weit verbreitetes Problem, das jedoch mit gezielten Maßnahmen erfolgreich bekämpft werden kann. Wenn Sie erkannt haben, dass Ihre Katze zu viele Pfunde auf den Rippen hat und den Entschluss gefasst haben, etwas dagegen zu unternehmen, sind Sie bereits auf dem besten Weg zum Erfolg. Die Umsetzung einer Katzendiät kann jedoch eine Herausforderung darstellen. Mit den folgenden Tipps und einem klaren Plan wird es Ihnen und Ihrer Katze jedoch deutlich leichter fallen, das Wunschgewicht zu erreichen und langfristig zu halten.
Optimale Voraussetzungen für eine erfolgreiche Katzendiät
Bevor Sie mit der eigentlichen Diät beginnen, ist es entscheidend, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dies erhöht nicht nur die Erfolgschancen, sondern gewährleistet auch die Gesundheit Ihrer Katze während des gesamten Prozesses.
1. Der Gesundheitscheck beim Tierarzt
Der erste und wichtigste Schritt ist ein umfassender Gesundheitscheck bei Ihrem Tierarzt. Nur so können organische Ursachen für das Übergewicht ausgeschlossen und eventuell bereits bestehende Folgeerkrankungen, die durch das Übergewicht entstanden sind, frühzeitig erkannt und behandelt werden. Ihr Tierarzt kann zudem einschätzen, wie viel und wie schnell Ihre Katze Abnehmen sollte.
2. Erstellung eines Diätplans
Gemeinsam mit Ihrem Tierarzt sollten Sie einen realistischen Diätplan erstellen. Dieser Plan sollte klare Zwischenziele definieren, die Ihnen und Ihrer Katze helfen, motiviert zu bleiben. Realistische Ziele erleichtern das Durchhalten und helfen Ihnen, auch kleinere Rückschläge besser zu meistern.
3. Umstellung auf tierärztliche Reduktionsdiät
Für eine gesunde und ausgewogene Gewichtsreduktion ist die Umstellung auf eine spezielle tierärztliche Reduktionsdiät unerlässlich. Diese Diäten sind so konzipiert, dass Ihre Katze trotz Kalorienreduktion alle notwendigen Nährstoffe erhält und keine Mangelerscheinungen auftreten. Spezielle Diätfuttermittel, wie beispielsweise Royal Canin Satiety Weight Management Trockenfutter für Katzen, sind darauf abgestimmt, das Sättigungsgefühl zu fördern und gleichzeitig die Kalorienzufuhr zu kontrollieren.
Royal Canin Satiety Weight Management Trockenfutter für Katzen
Auch Produkte wie Hills Feline Metabolic Trockenfutter mit Huhn für Katzen oder Hills Feline r/d Trockenfutter für Katzen sind speziell zur Gewichtsreduktion bei Katzen entwickelt worden. Die Fütterungsempfehlungen dieser Produkte sollten strikt eingehalten werden, um den Diäterfolg zu gewährleisten.
Wissenschaftliche Forschung und praktische Erfahrung zeigen, dass eine Diät unter diesen optimalen Voraussetzungen am erfolgreichsten verläuft und nachhaltigere Ergebnisse erzielt, um den gefürchteten Jojo-Effekt zu vermeiden.
Die Vorbereitungsphase: Mentale Einstellung und Verhaltensänderung
Neben den physischen Voraussetzungen ist die mentale Vorbereitung sowohl für Sie als auch für Ihre Katze entscheidend. Gewohnte Verhaltensweisen müssen abgelegt und durch neue ersetzt werden. Dies gelingt am besten, wenn Sie:
- Die bisherigen Gründe für das Übergewicht verstehen.
- Die Verantwortung für die Fütterung übernehmen.
- Mit einer positiven Einstellung an die Diät herangehen.
1. Ursachenforschung: Wo liegen die Probleme?
Übergewicht bei Katzen entsteht oft durch Missverständnisse in der Mensch-Katze-Beziehung. Viele Halter versuchen, ihre Zuneigung durch Futter auszudrücken, was bei Katzen, anders als bei Hunden, keine soziale Bedeutung hat. Leckereien als Liebesbeweis oder zur Beruhigung des eigenen Gewissens führen schnell zu zusätzlichen Kalorien. Eine Royal Canin Snacktabelle verdeutlicht, wie schnell sich unbemerkte Kalorien ansammeln können – zwei Esslöffel Sahne decken fast die Hälfte des Tagesbedarfs einer 4 kg schweren Katze.
Es ist wichtig, sich das natürliche Fressverhalten von Katzen anzueignen und das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. Ein Fütterungstagebuch kann anfangs hilfreich sein, um alle Futtergaben – auch Tischreste und Leckerlis – zu dokumentieren und dem Tierarzt wertvolle Einblicke zu geben.
2. Motivation hochhalten für den Diäterfolg
Eine Katzendiät erfordert Geduld und Durchhaltevermögen. Ihr eigener Wille ist hier ebenso entscheidend wie bei einem Leistungssportler. Motivationshilfen können sein:
- Visualisierung des Ziels: Stellen Sie sich lebhaft vor, wie Ihre Katze wieder agiler und fitter sein wird. Ein altes Foto Ihrer Katze im schlanken Zustand kann hier Wunder wirken.
- Etappenziele setzen: Zerlegen Sie das große Ziel in viele kleine Schritte und feiern Sie jeden erreichten Fortschritt. Regelmäßige Fotos Ihrer Katze, die ihr sich entwickelndes Taille zeigt, können motivierender sein als reine Gewichtsprotokolle.
- Positive Assoziationen schaffen: Vermeiden Sie negative Gedanken wie Hunger und Verzicht. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf die positiven Vorteile der Diät für Ihre Katze und für Sie beide – mehr gemeinsame Lebenszeit und verbesserte Gesundheit.
Sehen Sie die Diät als Geschenk an Ihre Katze und an sich selbst. Suchen Sie sich Unterstützung, sei es durch die Familie, die mitzieht, oder durch Ihr Tierarztpraxis-Team, das Sie als Coach auf dem Weg begleitet.
Der Startschuss zur Diät: Praktische Tipps für den Alltag
Nachdem Sie und Ihre Katze optimal vorbereitet sind, kann die Diät beginnen. Halten Sie die Abläufe einfach und etablieren Sie neue Fütterungsroutinen, denen Sie konsequent folgen.
Praktische Diät-Tipps für Katzen:
- Futter abwiegen: Messen Sie die Futtermenge für Ihre Katze täglich genau ab. Eine Küchenwaage ist hier wesentlich präziser als ein Futterbecher.
- Portionsweise Fütterung: Teilen Sie die Tagesration in viele kleine Mahlzeiten auf, um dem natürlichen Fressverhalten von Katzen entgegenzukommen.
- Feuchtfutter bevorzugen: Wenn es Ihr Tagesablauf erlaubt, ist Feuchtfutter oft vorteilhafter, da es weniger energiedicht ist als Trockenfutter.
- Futter durch Zuwendung ersetzen: Spielen und schmusen Sie mit Ihrer Katze, anstatt ihr zusätzliche Snacks zu geben.
- Bewegung fördern: Sorgen Sie für tägliche Bewegungsmöglichkeiten. Futterspender, bei denen die Katze ihr Geschick einsetzen muss, können die Aktivität steigern.
- Regelmäßige Tierarztkontrollen: Lassen Sie Ihre Katze während der Diät regelmäßig in der Tierarztpraxis vorstellen.
- Erhaltung der Idealgewichts: Nach erfolgreicher Diät ist die Umstellung auf ein kalorienreduziertes Alleinfutter ratsam, beispielsweise ein Produkt für kastrierte Katzen, um das erreichte Gewicht zu halten. Geeignete Produkte sind zum Beispiel Royal Canin Neutered Satiety Balance Trockenfutter für Katzen oder Hills Science Plan Feline Adult Light Huhn Trockenfutter für Katzen.
Langsam und stetig zum Ziel
Eine gesunde Gewichtsabnahme bei Katzen sollte moderat erfolgen. Als Faustregel gilt, dass Katzen pro Woche etwa 1 bis 3 % ihres Körpergewichts verlieren sollten. Besonders bei stark übergewichtigen Katzen ist eine langsamere Anfangsphase ratsam, um das Risiko einer hepatischen Lipidose (Fettleber) zu minimieren.
Warnung vor Fastentagen
Fastentage sind für übergewichtige Katzen äußerst gefährlich und können zu einer lebensbedrohlichen Fettleber führen. Bei fehlender Energiezufuhr greift der Körper auf Fettreserven zurück, was bei unzureichender Proteinzufuhr zu einem Eiweißmangel und schweren Stoffwechselstörungen führen kann.
Umgang mit Komplikationen und Nachbarn
Wohnungskatzen sind häufiger übergewichtig als Freigänger, da sie sich weniger bewegen. Freigänger haben durch Jagdaktivitäten einen höheren Energieverbrauch, der die Kalorienaufnahme aus zusätzlichen Mahlzeiten ausgleichen kann.
Ein häufiges Problem sind gutmeinende Nachbarn, die die Katze zusätzlich füttern. Eine offene Kommunikation und Einbeziehung der Nachbarn kann helfen. Eventuell kann man den Nachbarn eine kleine Menge Diätfutter zur Verfügung stellen, damit die Katze angemessen versorgt wird, ohne den Diätplan zu gefährden.
Besitzen Sie mehrere Katzen, ist es wichtig, Vorkehrungen zu treffen, damit sich die Diät-Katze nicht an fremden Futternäpfen bedient. Erhöhte Futterplätze können für übergewichtige Katzen schwerer erreichbar sein. Es ist auch unbedenklich, alle Katzen im Haushalt mit Diätfutter zu füttern, solange keine gesundheitlichen Einschränkungen bei den normalgewichtigen Tieren vorliegen. Diese können dann entsprechend mehr Futter erhalten oder separat gefüttert werden.
Sollte Ihre Katze nicht wie erhofft abnehmen, ist das kein Grund zur Verzweiflung. Kleine Gewichtsschwankungen sind normal. Solange die Tendenz insgesamt positiv ist, ist das in Ordnung. Bei Unsicherheiten oder Rückschlägen sollten Sie stets den Rat Ihres Tierarztes einholen. Eine gesunde Gewichtsabnahme braucht Zeit; geben Sie Ihrer Katze die nötige Geduld. Die neuen Fütterungsroutinen werden sich mit der Zeit etablieren und lassen sich auch nach der Diät gut beibehalten.
Dr. Hölter wünscht Ihnen und Ihrer Katze viel Erfolg bei der Gewichtsreduktion!
