Die Geschichte von Freundschaft, Loyalität und der Wiederentdeckung der ursprünglichen Natur, die Jack London 1903 in seinem Roman „Ruf der Wildnis“ erzählte, gilt bis heute als eines der größten amerikanischen Werke. Ihre Aktualität und ihr fesselnder Reiz sind ungebrochen, wie die jüngste Neuverfilmung mit Harrison Ford beweist. Doch „Ruf der Wildnis“ ist nur eines von über 50 Jack London Bücher, die diesen Autor zu einem der bestbezahlten und meistübersetzten seiner Zeit machten. Londons charismatische Persönlichkeit und sein von Abenteuern geprägtes Leben trugen maßgeblich zu seinem Status als erster literarischer Star bei. Sein Aufstieg aus ärmlichen Verhältnissen zum weltbekannten Schriftsteller ist eine beinahe unglaubliche Erzählung, die von zahlreichen Rückschlägen gezeichnet war und tragisch endete, als er erst 40 Jahre alt war. Tauchen Sie ein in die Welt der Jack London Bücher und entdecken Sie das außergewöhnliche Leben, das sie inspiriert hat.
Jack Londons abenteuerliche Jugend: Die Wurzeln seiner Geschichten
Der Mann, den die Welt als Jack London kennenlernen sollte, wurde 1876 in San Francisco als John Griffith Chaney geboren. Seine Mutter, Flora Wellman, eine Musiklehrerin und Spiritistin, litt unter psychischen und körperlichen Problemen und gab ihren Sohn in die Pflege von Virginia Prentiss. Später heiratete Flora den Bürgerkriegsveteranen John London, und die Familie zog nach Oakland. John nahm den Nachnamen seines Stiefvaters an und wählte fortan den Vornamen Jack. Mit nur 14 Jahren verließ Jack London die Schule und schlug sich in der Gegend um San Francisco mit einer Reihe harter Arbeiten durch. Dazu gehörte eine kurze, aber gefährliche Karriere als Austernpirat – eine Tätigkeit, die mit Gefängnis bestraft werden konnte – und ironischerweise später eine Anstellung bei der Fischereipatrouille.
Diese frühen Erfahrungen auf dem Wasser formten Jack zu einem zähen Seemann. Im Jahr 1893 heuerte er im Alter von 17 Jahren als Matrose auf der Sophie Sutherland an, einem Robbenfänger, der ihn über die eisigen Gewässer des Beringmeers bis nach Japan brachte. Diese erste große Seereise war prägend für viele seiner späteren Werke und legte den Grundstein für seine tiefe Verbindung zum Meer, die sich in zahlreichen Jack London Bücher widerspiegelt.
Jack London im Alter von neun Jahren mit einem vierbeinigen Freund, 1885
Als er nach Amerika zurückkehrte, herrschte dort die als Panik von 1893 bekannte Wirtschaftskrise. London schloss sich einem Protestzug arbeitsloser Arbeiter nach Washington, D.C. an, die sich für den Ausbau der Infrastruktur und damit für neue Arbeitsplätze einsetzten. Im Jahr 1895 verbrachte er 30 Tage im Gefängnis wegen Vagabundierens. Danach kehrte er nach Kalifornien zurück und begann ein kurzes Studium an der University of California in Berkeley, das er jedoch mangels finanzieller Mittel abbrechen musste. Zu diesem Zeitpunkt erreichte ihn die Nachricht von aufregenden Goldfunden im Norden.
Der Ruf des Goldes: Klondike und die Entstehung ikonischer Jack London Bücher
Im August 1896 stieß eine Gruppe von Bergarbeitern in Rabbit Creek nahe Dawson City im Klondike-Gebiet des nordwestlichen Territoriums Yukon auf Gold. In den folgenden drei Jahren pilgerten schätzungsweise 100.000 Goldsucher aus dem amerikanischen Westen nach Yukon. Viele reisten per Schiff von Küstenstädten wie Seattle und San Francisco über Alaska an. Berichten zufolge schafften es nur etwa 30.000 von ihnen durch das unerbittliche Hinterland bis zu den Goldfeldern – und einer von ihnen war Jack London.
Die Bedingungen waren unmenschlich. Zeitgenössische Berichte erzählen von Mangelernährung, von Menschen, die in Mooren ertranken, und von Goldsuchern, die vor Kälte und Hunger dem Wahnsinn verfielen. Viele ließen sich von den „Klondike Kings“, die bereits die besten Claims besetzt hatten, als Lohnarbeiter anstellen. Jack London kämpfte sich nach seiner Ankunft in Alaska zusammen mit einer gut ausgerüsteten Gruppe von Goldsuchern durch gefährliche Seenlandschaften und tückische Stromschnellen. Sie erreichten schließlich den Chilkoot Pass an der Grenze zu Yukon, der als Nadelöhr für die Goldsucher diente. Um bis zu eine Tonne Ausrüstung über den steilen Pass zu transportieren, waren bis zu 40 Auf- und Abstiege nötig, vorbei an einem wachsenden Elend von erschöpften Goldsuchern.
Der Klondike-Goldrausch wurde nach dem Fluss benannt, der durch die Region fließt
Die Zeit, die er in den verrauchten Saloons von Dawson City verbrachte, war eine willkommene Abwechslung zur Goldgräberei an den eiskalten Flussufern. Dort fand er Inspiration für viele Charaktere seiner späteren Geschichten. Einer davon war ein Bernhardiner-Collie-Mischling namens Jack, der zwei Brüdern gehörte, die er dort traf. Der Besitzer des Hundes, Marshall Bond, schrieb später über London: „Er hatte ein gutes und direktes Gespür für gute Eigenschaften und wusste sie in einem Hund ebenso zu schätzen wie in einem Menschen.“ Dieser Hund war die Inspiration für Buck, den Helden in „Ruf der Wildnis“.
Nach elf Monaten in Yukon kehrte London aufgrund von Unterernährung und geringer Ausbeute nach Kalifornien zurück. Später schrieb er: „Ich habe nichts aus Klondike mitgebracht außer Skorbut.“ Doch das war nicht ganz richtig. Seine intensiven Erfahrungen in Kanada und seine Entscheidung, eine Karriere als Schriftsteller einzuschlagen, brachten mehrere Kurzgeschichten hervor, die den Überlebenskampf in den rauen Elementen des Nordens thematisierten. „In Klondike habe ich mich gefunden“, schrieb er später. „Dort spricht niemand. Alle denken nach. Da bekommt man eine neue Perspektive. Da habe ich meine gefunden.”
Die Menschen, die London im hohen Norden traf, wurden später zu Charakteren in seinen Geschichten. Im Jahr 1903 war dann auch Marshalls Hund Jack an der Reihe. Er wurde zu Buck, einem gestohlenen kalifornischen Mischling, der im Norden als Schlittenhund eingesetzt wurde. Buck ist der Hauptcharakter in dem Buch, das Jack Londons erster literarischer Erfolg werden sollte: „Ruf der Wildnis“. Schon direkt nach seiner Veröffentlichung wurde es mit positiven Rezensionen überhäuft und war mehrfach ausverkauft. Dieses Werk legte den Grundstein für viele weitere erfolgreiche Jack London Bücher, die die Wildnis und den Überlebenskampf thematisieren.
Jack London als Kriegsreporter und Gesellschaftskritiker: Mehr als nur Abenteuerromane
Jack London heiratete 1900 die Lehrerin Bess Maddern, und das Paar bekam zwei Töchter. 1904 war London als Kriegsreporter tätig und berichtete für den San Francisco Examiner über den Russisch-Japanischen Krieg. Während seiner Reise nach Japan auf der SS Siberia fand er sich in Gesellschaft einer Gruppe trinkfester Journalisten wieder, den sogenannten Vultures (dt.: Aasgeier), zu denen auch Korrespondenten der Times und des New York Herald gehörten.
Londons Depeschen wurden kontrovers diskutiert. Kritiker bemängelten, sie würden Angst vor den aufsteigenden Mächten Asiens schüren und von Londons eigenen rassistischen Vorurteilen zeugen. Es war vielen Leuten unklar, wie genau der Autor, der seit seinen Protesttagen während der Depression ein engagierter Sozialist war, über Rasseproblematiken dachte. Sein Biograf Earle Labor beschrieb Londons Ansichten als „ein Bündel von Widersprüchen“.
„Ruf der Wildnis“ (1903) war Londons erster kommerzieller Erfolg. Das Buch erzählt die Geschichte eines Hundes, der seine Menschen verlässt und zu seinen wilden Wurzeln zurückkehrt. Der Roman „Wolfsblut“ (1906) kehrte diese Dynamik um, während „Der Seewolf“ (1904) an Londons Zeit auf einem Robbenschoner im Nordpazifik angelehnt ist
Spätere Analysen seiner Berichte aus dem Krieg deuteten jedoch auf das Gegenteil hin: Jack London schien ein aufmerksamer Liberaler gewesen zu sein, der mit den Unterdrückten sympathisierte und künftige Konflikte prophezeite. „Eine genaue Untersuchung von Londons Schriften zeigt [ldots], dass er seiner Zeit intellektuell und moralisch voraus war“, schrieb Daniel A. Métraux in seiner Analyse im „Asia Pacific Journal“. Er beschrieb Londons Depeschen als „ausgewogene und objektive Berichte, die Sorge um den ganz normalen japanischen und russischen Soldaten erkennen lassen, aber auch um den koreanischen Bauern oder die normale chinesische Frau.“ Viele der Jack London Bücher thematisieren soziale Ungerechtigkeit und den Kampf der einfachen Leute.
Londons Werke bauten auf seinen eigenen Erfahrungen auf, gingen aber auch über diese hinaus. Einige seiner gefeiertsten Werke sind dabei gleichzeitig auch die am wenigsten bekannten. „London schrieb Dutzende von erstklassigen Kurzgeschichten. ‚A Piece of Steak‘, ‚Koolau the Leper‘ und ‚South of the Slot‘ (alle 1909) sind drei ausgezeichnete Beispiele”, sagt Kenneth Brandt, ein Professor für Englisch am Savannah College of Art and Design. Brandt ist außerdem der Redakteur von „The Call“, dem Magazin der Jack London Society. „Er hat einmal gesagt, dass ‚The People of the Abyss‘ (1903) sein Lieblingswerk sei. Es ist ein Exposé der ärmlichen Bedingungen im Londoner East End. Er hat sich als Obdachloser verkleidet, um undercover Recherchen für sein Buch zu betreiben.“ Diese Werke zeigen die Bandbreite der Jack London Bücher und seine tiefgreifende gesellschaftliche Auseinandersetzung.
Auf den Weltmeeren: Die “Snark” und weitere faszinierende Jack London Bücher
Mit seinem regelmäßigen Einkommen und seinem Weltruhm konnte London es sich leisten, zwei seiner Leidenschaften nachzugehen: dem Land und dem Meer. Nach dem Ende seiner ersten Ehe heiratete er Charmian Kittredge. 1906 gab er den Bau einer 17 Meter langen Ketsch in Auftrag. Sein Schiff nannte er die „Snark“ – nach dem maritimen Unsinnsgedicht von Lewis Carroll. Der Bau der Ketsch verdeutlicht Londons abenteuerliche und unkluge Einstellung zu Geld: Die geplanten Kosten von 7.000 Dollar wurden haushoch überschritten und beliefen sich am Ende auf 30.000 Dollar. London bemerkte dazu nur trocken: „Ich habe die Schecks unterschrieben und das Geld aufgetrieben.“
Obwohl sein Schiff nicht besonders groß war, wollte er damit auf einer mehrjährigen Expedition um die Welt segeln. Ein Artikel in „Popular Mechanics“ aus dem Jahr 1907 berichtete, dass London sich auf dem Schiff „sieben Jahre Ärger einhandeln“ würde, aber auch, dass es mit allen modernen Annehmlichkeiten ausgestattet war – und „einem Arsenal an Schrotflinten, Gewehren, Revolvern und einem Schnellfeuergeschütz“. Später verewigte er seine Seereise in „The Cruise of the Snark“ (1911) und seinen „South Sea Tales“ (1911). Die Kurzgeschichtensammlung gilt als eines von Londons besten Werken und ist ein weiteres Beispiel für die vielfältigen Jack London Bücher, die aus seinen eigenen Erlebnissen entstanden.
London und seine zweite Ehefrau Charmian auf der Snark, 1907
An abenteuerlichen Erlebnissen mangelte es auf der Reise jedenfalls nicht. Die erste Strecke von San Francisco nach Hawaii war ein einziges Chaos aus verschmutzten Treibstofftanks, Lecks in der Schiffshülle, Stürmen, provisorischen Zahn-OPs, schlechter Navigation und Abstechern in das Territorium angeblicher Kannibalen. Die Weltreise endete vorzeitig in Australien, als London – neben anderen Erkrankungen – eine Frambösie erlitt. Die schwere Infektionskrankheit, die vornehmlich die Haut befällt, verhinderte, dass er die festgelegte Menge Text an Bord seines Schiffes produzieren konnte. Fieber, Hautverschorfungen, die rapide Verdickung seiner Fingernägel und eine Ganzkörperschuppenflechte führten zu der Befürchtung, er hätte sich die Lepra zugezogen. Fünf Wochen in einem australischen Krankenhaus folgten fünf Monate der Genesung in einem Hotel, aber so richtig ausheilen wollte die Krankheit nicht. Die Ärzte waren ratlos – und am Ende heilte ihn nur die Rückkehr nach Kalifornien. London selbst beschrieb es als eine „glückliche, unbeschwerte Reise“. Seine Erfahrungen auf See flossen in viele der Jack London Bücher ein und prägten seinen einzigartigen Stil.
Das tragische Schicksal des Wolf House: Ein Ende des Traums
Londons optimistische Sicht auf die zahlreichen Eskapaden mit seiner Snark sagt vermutlich viel über seinen Charakter aus. Er brauchte das Abenteuer mit all den Erfahrungen, die es mit sich brachte. „Er wollte alles, versuchte sich an allem und schien dabei eine Vielzahl von Identitäten gleichzeitig zu besitzen: professioneller Autor, Goldsucher, Sozialist, Seefahrer, Bohemian, Draufgänger, politischer Aufrührer, Bauer, Surfer, Journalist. Die Liste geht noch weiter“, sagt Brandt. „London hatte eine extrem große Vorstellungskraft und war bemerkenswert dynamisch und effizient.“ Diese vielseitigen Rollen spiegeln sich in der Breite der Jack London Bücher wider.
Seine „Rückkehr auf den Boden“ veranlasste ihn, 566 Hektar Land in Glen Ellen in den Hügeln über Oakland zu kaufen. Dort betrieb er eine Farm, bestellte das Land und baute „Wolf House“ – ein großes Anwesen mit 26 Zimmern und einer riesigen Bibliothek. London träumte von einem romantischen, abgeschiedenen Leben in diesem Haus, das „tausend Jahre lang Bestand haben“ sollte. Dieser Traum endete in der Nacht des 22. August 1913, als Farmarbeiter am Himmel ein rotes Glühen bemerkten. Wolf House stand in Flammen und brannte bis auf seine steinernen Grundmauern nieder. Das Paar hatte gerade erst seine ganzen Besitztümer ins Haus bringen lassen und wollte dort einziehen. Als die Londons zu Pferd an den Unglücksort kamen, blieb ihnen nichts weiter übrig als zuzusehen, wie ihr Traum in Flammen aufging.
Die Ruinen von Wolf House im Jack London Historic Park, Glen Ellen, Kalifornien
Es war eine heiße, aber ruhige Sommernacht gewesen – und das unglückliche Timing sowie eine fehlende Brandursache veranlassten Charmian London zu schreiben, es sei ein „unumstößlicher Fakt, dass es von irgendeinem Widersacher angezündet wurde“. Viele Gerüchte machten die Runde, und der Verdacht fiel auf eine Vielzahl von Personen, von unzufriedenen Farmarbeitern über neidische Nachbarn bis zu Charmian selbst, die außer sich gewesen sein soll, weil ihr Mann so viel Zeit auf den Bau des Hauses verwendet hatte. Erst 1995 wurde die Brandursache ermittelt: Der forensische Analytiker Bob Anderson hielt einen Haufen in Leinöl getränkter Baumwolltücher für die wahrscheinlichste Ursache. Sie entzündeten sich durch Erwärmung vermutlich selbst, nachdem sie von achtlosen Schreinern liegen gelassen worden waren. Die Londons hatten viel in das Haus investiert – nicht nur finanziell, sondern auch emotional. Charmian schrieb später, dass der Verlust des Hauses „etwas in Jack sterben ließ“.
Die hohen Kosten des Erfolgs: Krankheit und das Erbe der Jack London Bücher
Londons Extravaganz, seine landwirtschaftlichen Projekte und der Bau – und Verlust – des Hauses brachten ihn in finanzielle Schwierigkeiten. Hinzu kam, dass die Versicherungen für das Haus nur einen Bruchteil vom Wert des Anwesens auszahlten. Sein selbst auferlegtes Schreibziel von 1.000 Wörtern pro Tag wirkte auf viele daher eher wie eine finanzielle Notwendigkeit (und immerhin bescherte es ihm 49 Bücher in 17 Jahren).
Zum Zeitpunkt des Brandes war die Gesundheit des Autors bereits angeschlagen. London war ein lebenslanger Raucher, und seine Zeit in Klondike hatte seinem Gesundheitszustand schon früh einen harten Schlag verpasst. Wie viele Goldsucher litt er an Unterernährung und Skorbut, verlor seine Schneidezähne und wurde von starken Unterleibsschmerzen geplagt. Er erholte sich zwar, aber seine Erkrankungen im Südpazifik sowie sein Alkoholmissbrauch auf den kalten Meeren und in den Saloons von Dawson City rächten sich. Vermutlich bescherte ihm das giftige Quecksilberchlorür, mit dem er seine Frambösie behandelte, eine Nierenerkrankung, die seine Lebenszeit beträchtlich verkürzte. Jack London starb im November 1916 auf seiner Ranch in Kalifornien im Alter von nur 40 Jahren. Über die Umstände seines Todes gibt es zahlreiche Berichte – die wenigsten davon korrekt. Die Geschichte um den Selbstmord packt einfach noch mehr Sensation in eine Lebensgeschichte, die ohnehin schon hyperromantisch ist. Drama verlangt immer nach mehr Drama, wie Professor Kenneth Brandt bemerkt.
Das bleibende Erbe: Warum Jack London Bücher heute noch fesseln
Heutzutage findet sich Jack Londons Name nicht nur in seinen Büchern, sondern auch an diversen Wahrzeichen und Denkmälern, in Namen von Organisationen, die ihm und seinem Lebenswerk gewidmet sind, und in einem State Historic Park auf dem Gebiet seiner ehemaligen Ranch, wo die Ruinen des Wolf House noch heute stehen. Im aktuellen Film ist Harrison Ford bereits der achte Schauspieler, der in die Rolle des John Thornton schlüpft, was die anhaltende Popularität der Geschichten aus den Jack London Bücher unterstreicht.
Auch wenn Londons Werk mitunter als Fall von „Quantität vor Qualität“ angesehen wird, kann niemand bestreiten, wie beliebt seine Geschichten waren. Seine besten Werke können sich mit denen anderer Größen der Literaturgeschichte messen – auch wenn sie erst in jüngerer Zeit angemessen gewürdigt wurden. „Das Establishment des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts bevorzugte die formalen Komplexitäten von Autoren wie William Faulkner und T.S. Eliot, nicht so sehr den direkten, zugänglichen Stil Londons“, erklärt Kenneth Brandt. „In letzter Zeit ist die Forschung um London aber regelrecht aufgeblüht, da sich die Kritiker jetzt mehr für Themen wie Rasse, Klasse, Gender, Umweltschutz und Tierstudien interessieren – Themen, die London immer wieder bearbeitet hat.“
Abseits aller Literaturkritik hat London in seinen Werken vor allem die Essenz großer Abenteuer eingefangen, die noch heute begeistern. Im Vorwort für die englische Ausgabe von „South Sea Tales“ aus dem Jahr 2002 schrieb der Pulitzer-prämierte Journalist Tony Horwitz: „Wenn Londons Geschichten uns in ihren Bann ziehen, sind wir ganz und gar dort – an der Grenze der Welt und des menschlichen Durchhaltevermögens.“ Die Jack London Bücher bieten auch heute noch eine fesselnde Lektüre für alle, die sich nach Abenteuer, Natur und tiefgründigen Charakteren sehnen.
Fazit: Die ewige Anziehungskraft der Jack London Bücher
Jack Londons Leben war eine atemberaubende Odyssee, die ihn von den rauen Gewässern des Pazifiks über die eisigen Goldfelder des Klondike bis in die literarischen Salons der Welt führte. Seine Erfahrungen, seine Beobachtungen und sein unermüdlicher Drang, die Welt zu erkunden, sind untrennbar mit den Geschichten verbunden, die er uns hinterlassen hat. Die Jack London Bücher sind mehr als nur Romane; sie sind ein Spiegelbild eines Mannes, der das Leben in vollen Zügen genoss und dessen Werke die menschliche Natur im Angesicht extremer Herausforderungen meisterhaft beleuchten. Entdecken Sie die zeitlosen Klassiker wie „Ruf der Wildnis“, „Wolfsblut“ und „Der Seewolf“ und lassen Sie sich von Jack Londons unvergleichlichem Erzähltalent in eine Welt voller Abenteuer entführen.
Der Artikel wurde ursprünglich in englischer Sprache auf NationalGeographic.com veröffentlicht.
