Die Welt der Finanzen befindet sich im Wandel, und digitale Vermögenswerte gewinnen zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie der Alternative Investment Management Association (AIMA) und PwC enthüllt einen deutlichen Trend: Hedgefonds und institutionelle Anleger zeigen sich immer offener für Investitionen in Kryptowährungen und andere digitale Assets. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch ein sich verbesserndes regulatorisches Umfeld, insbesondere in den USA, und das wachsende Interesse an Tokenisierung vorangetrieben.
Zunehmende Exposure gegenüber digitalen Vermögenswerten
Der diesjährige 7. Annual Global Crypto Hedge Fund Report zeigt, dass im Jahr 2025 erstmals etwas mehr als die Hälfte (55 %) der traditionellen Hedgefonds eine Form von Engagement in digitalen Vermögenswerten aufweist – ein Anstieg von 47 % im Vorjahr. Zwar unterhalten die meisten dieser Fonds weiterhin moderate Allokationen von weniger als 2 % ihres verwalteten Vermögens (AUM), doch 71 % planen, ihre Investitionen in diesem Bereich im kommenden Jahr auszubauen. Dieses Wachstum spiegelt eine gestiegene Zuversicht wider, die durch klarere regulatorische Leitlinien und eine ausgereiftere Marktinfrastruktur gefördert wird.
Die sich entwickelnde regulatorische Landschaft in den USA spielt dabei eine Schlüsselrolle. Fast die Hälfte (47 %) der befragten institutionellen Anleger geben an, dass diese Entwicklungen sie dazu ermutigen, ihre Allokationen in digitale Vermögenswerte zu erhöhen. Hedgefonds, die bereits in digitale Vermögenswerte investiert sind, berichten von einer größeren Bereitschaft zu investieren (57 %), einem wachsenden Anlegerinteresse (29 %), verbessertem Zugang zu Bankdienstleistungen (14 %) und der Ausweitung ihrer US-Operationen (14 %). Auch für krypto-fokussierte Fondsmanager ist der Ausblick positiv: Fast die Hälfte (47 %) bestätigt eine steigende Investorennachfrage, während 24 % eine klarere regulatorische Führung als Ansporn für größere Investitionen sehen.
Der Aufstieg der Tokenisierung
Ein weiterer wichtiger Trend, der im Bericht hervorgehoben wird, ist die zunehmende Bedeutung der Tokenisierung. Sowohl Hedgefonds als auch institutionelle Anleger greifen vermehrt auf regulierte, tokenisierte Produkte zur Liquiditätsverwaltung und für Sicherungszwecke zurück. Dies signalisiert eine deutliche Verschiebung hin zur Akzeptanz von Blockchain-basierten Lösungen.
Die Studie ergab, dass ein Drittel (33 %) der Hedgefonds aktiv Tokenisierungsinitiativen verfolgen oder erkunden, wobei das stärkste Interesse in Asien und dem Nahen Osten zu verzeichnen ist. Etwas mehr als die Hälfte (52 %) aller Befragten bekunden ein gewisses Interesse an tokenisierten Fondsstrukturen und nennen als Gründe den breiteren Anlegzugang und operative Effizienzen. Kleinere Manager (unter 1 Milliarde US-Dollar AUM) sind dabei tendenziell offener für Tokenisierung (37 % im Vergleich zu 24 % bei größeren Managern), und Makrostrategie-Manager zeigen die höchste Begeisterung (67 %). Eine Mehrheit der Befragten (55 %) erwartet, dass sich tokenisierte und traditionelle Fondsstrukturen über das nächste Jahrzehnt parallel entwickeln werden.
Regulatorische Klarheit als treibende Kraft
James Delaney, Managing Director bei AIMA, kommentiert die Ergebnisse: “In den letzten Jahren hat unsere Forschung regulatorische Unsicherheit als ein Haupthindernis für eine stärkere institutionelle Akzeptanz identifiziert. Die diesjährige Umfrage markiert einen Wendepunkt, da digitale Vermögenswerte nun vom Rand in den Mainstream des Hedgefonds- und institutionellen Investierens vordringen. Mit klareren Regeln und Leitlinien unter der neuen US-Regierung und einer weiter reifenden Marktinfrastruktur steigen das Vertrauen, das Kapital und die Überzeugung in digitale Vermögenswerte als Anlageklasse deutlich an.”
Albertha Charles, Global Asset & Wealth Management Leader bei PwC UK, fügt hinzu: “Das letzte Jahr hat die beschleunigte Beschäftigung der globalen Hedgefondsbranche mit Krypto und digitalen Vermögenswerten gesehen. Das Exposure gegenüber Krypto-Assets durch Hedgefonds erreichte 2025 mit 55 % einen neuen Höchststand – gegenüber 47 % im Jahr 2024. Während viele führende Finanzzentren ihre regulatorischen Regime überarbeitet haben, zitieren die Hälfte der traditionellen Hedgefonds ohne aktuelles Krypto-Exposure weiterhin Faktoren wie regulatorische oder steuerliche Unsicherheiten und Anlagebeschränkungen als Hindernis für Investitionen.”
Diese Erkenntnisse unterstreichen die wachsende Akzeptanz und Integration digitaler Vermögenswerte in die traditionelle Finanzwelt. Mit fortschreitender Entwicklung der Regulierung und Technologie ist zu erwarten, dass dieser Trend sich fortsetzen und digitale Vermögenswerte eine noch wichtigere Rolle in den Portfolios von Hedgefonds und institutionellen Anlegern spielen werden.
Methodologie: Die Studie basiert auf einer Umfrage, die AIMA in der ersten Jahreshälfte 2025 unter 122 institutionellen Anlegern und Hedgefondsmanagern weltweit durchgeführt hat. Diese repräsentieren ein geschätztes Gesamtvermögen von 982 Milliarden US-Dollar.

