FSME: Gefahren durch Zeckenstiche und wie man sich schützt

FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, ist eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die durch den Stich einer infizierten Zecke übertragen wird und das zentrale Nervensystem befallen kann. Obwohl die Krankheit in Deutschland nicht so weit verbreitet ist wie in einigen anderen europäischen Ländern, ist es dennoch wichtig, sich über die Risiken und Schutzmaßnahmen zu informieren, insbesondere wenn Sie sich in Risikogebieten aufhalten. Dieser Artikel beleuchtet die Gefahren von FSME und gibt detaillierte Empfehlungen zur Impfung, um sowohl Kinder als auch Erwachsene zu schützen. Die richtige Vorsorge kann dauerhafte Schäden verhindern und Leben retten.

Was ist FSME?

FSME steht für Frühsommer-Meningoenzephalitis und bezeichnet eine Entzündung von Gehirn und Gehirnhaut. Die Krankheit beginnt oft mit grippeähnlichen Symptomen, die zunächst wieder abklingen. Nach einer symptomfreien Periode von etwa sieben Tagen kann es jedoch zu einem zweiten, schwereren Krankheitsstadium kommen. Dieses ist gekennzeichnet durch hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit und in manchen Fällen auch Lähmungserscheinungen. Die Folgen einer FSME-Erkrankung können dauerhafte neurologische Schäden sein, und in seltenen Fällen kann die Krankheit auch tödlich verlaufen.

Derzeit existiert keine spezifische Behandlung, die das FSME-Virus direkt bekämpfen kann. Die medizinische Versorgung konzentriert sich daher auf die Linderung der Symptome und die Unterstützung des Körpers bei der Genesung.

Übertragung und Inkubationszeit

Das FSME-Virus wird primär durch den Biss infizierter Zecken auf den Menschen übertragen. Zecken sind in vielen Teilen Österreichs sowie in anderen Ländern Mittel- und Osteuropas verbreitet, und auch in Deutschland gibt es ausgewiesene Risikogebiete, insbesondere in Bayern, Baden-Württemberg und Teilen von Hessen und Thüringen. Die Inkubationszeit, also die Zeitspanne vom Stich der infizierten Zecke bis zum Auftreten erster Symptome, beträgt in der Regel 2 bis 28 Tage. Eine Übertragung von FSME von Mensch zu Mensch ist ausgeschlossen.

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Neben FSME können Zeckenstiche auch die Krankheit Borreliose verursachen. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung, jedoch stehen effektive Behandlungsmöglichkeiten mit Antibiotika zur Verfügung. Nach Aufenthalten im Freien, insbesondere in Bereichen mit hohem Gras oder Sträuchern, ist es ratsam, eine gründliche Zeckenkontrolle am Körper durchzuführen. Zecken sollten so schnell wie möglich entfernt werden. Hierfür empfiehlt sich die Verwendung einer Zeckenzange, mit der die Zecke dicht über der Haut gefasst und langsam und gerade herausgezogen wird, ohne sie dabei zu quetschen.

Impf-Empfehlungen für Kinder

Der Österreichische Impfplan empfiehlt die FSME-Impfung für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Obwohl die Krankenkassen in Österreich einen kleinen Zuschuss leisten, muss die Impfung in der Regel selbst bezahlt werden.

Impfschema für Kinder

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Impfdosen:

  1. 1. Impfung: Ab dem 1. Geburtstag.
  2. 2. Impfung: Vier Wochen nach der 1. Impfung.
  3. 3. Impfung: Fünf bis zwölf Monate (je nach Impfstoff) nach der 2. Impfung.

Nach Abschluss der Grundimmunisierung ist eine 1. Auffrischungsimpfung drei Jahre nach der 3. Impfung erforderlich. Weitere Auffrischungsimpfungen sollten danach alle fünf Jahre erfolgen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.

Impf-Empfehlungen für Erwachsene

Auch für Erwachsene ist die FSME-Impfung ein wichtiger Schutz.

Impfschema für Erwachsene

Die Grundimmunisierung für Erwachsene folgt einem ähnlichen Schema wie für Kinder:

  1. 1. Impfung: Kann jederzeit erfolgen.
  2. 2. Impfung: Vier Wochen nach der 1. Impfung.
  3. 3. Impfung: Fünf bis zwölf Monate (je nach Impfstoff) nach der 2. Impfung.

Für Personen, die einen besonders schnellen Schutz benötigen, gibt es auch ein Schnell-Immunisierungs-Schema mit verkürzten Intervallen zwischen den Impfungen.

Die 1. Auffrischungsimpfung ist drei Jahre nach der 3. Impfung fällig. Für weitere Auffrischungsimpfungen gelten folgende Empfehlungen:

  • Personen bis 60 Jahre: alle fünf Jahre.
  • Personen ab 60 Jahre: alle drei Jahre.
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Der Impfschutz beginnt etwa zwei Wochen nach der zweiten Impfung vollständig zu wirken und ist nahezu zu 100% wirksam.

Informationen und Beratung

Sollten Sie unsicher sein, ob Sie oder Ihr Kind bereits gegen FSME geimpft wurden, oder wenn der Impfpass verloren gegangen ist, können Sie sich an den Impfservice der Stadt Wien wenden. Dort können Sie online oder telefonisch unter der Nummer +43 1 – 1450 einen Beratungstermin vereinbaren. Auch Hausärzte und reisemedizinische Beratungsstellen informieren umfassend über FSME und die Notwendigkeit der Impfung in Risikogebieten. Die Kenntnis über die Risiken und die konsequente Anwendung von Schutzmaßnahmen wie der Impfung sind entscheidend, um gesund durch den Sommer zu kommen und sich vor den Gefahren durch Zeckenstiche zu schützen.