Ein geschwächtes Immunsystem ist anfällig für Krankheitserreger, da die körpereigenen Abwehrkräfte nicht mehr ausreichen, um Infektionen effektiv abzuwehren. Ein gesundes Immunsystem verfügt über ausgeklügelte Abwehrstrategien gegen Viren und Bakterien. Um diese Abwehrfähigkeiten zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, ist es entscheidend, das Immunsystem zu trainieren und fit zu halten.
Stärken häufige Infektionen das Immunsystem von Kindern?
Es ist normal, dass Kinder im Kleinkindalter häufig Infektionen, insbesondere Erkältungen, durchmachen. Diese Kontakte mit verschiedenen Krankheitserregern sind essenziell, damit das Immunsystem die Erreger kennenlernt und lernt, effektiv darauf zu reagieren. Nur durch die Auseinandersetzung mit Erregern kann sich das Immunsystem entwickeln und Resilienz aufbauen. Studien deuten darauf hin, dass Kinder, die über mehrere Jahre den Kindergarten besuchen, im Schulalter seltener an Erkältungen leiden als jene, die in jüngerem Alter weniger Erregern ausgesetzt waren.
Bewegung als Immunstärker
Regelmäßige körperliche Aktivität fördert einen gesunden Kreislauf, was den schnellen und problemlosen Transport von Immunzellen zu den Stellen im Körper, an denen sie benötigt werden, erleichtert. Darüber hinaus stimuliert die Muskelaktivität die Produktion von Hormonen, die den Abbau von Körperfett positiv beeinflussen. Bewegung verbessert die Durchblutung der Schleimhäute und erhöht die Konzentration schützender Antikörper, welche Krankheitserreger direkt an den Eintrittspforten des Körpers bekämpfen können.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt für Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 17 Jahren eine tägliche körperliche Aktivität von 60 Minuten. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) schlägt für Grundschulkinder sogar 90 Minuten Bewegung mit mittlerer bis hoher Intensität pro Tag vor. Dies ist erreicht, wenn die Bewegung als anstrengend empfunden wird, beispielsweise beim Fahrradfahren oder zügigen Gehen. Die empfohlene Stunde Bewegung kann bereits durch alltägliche Aktivitäten wie das Erreichen von 12.000 Schritten pro Tag erfüllt werden.
Die Bedeutung der Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung ist unerlässlich für die Körperfunktionen und die Produktion von Abwehrzellen. Dazu gehören nicht nur kohlenhydrat- und proteinreiche stärkende Lebensmittel, sondern auch frisches Obst und Rohkost. Diese liefern wichtige Vitamine, Mineralien und Spurenelemente, die den Körper optimal versorgen. Eine bewährte Faustregel ist die Empfehlung von fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag, idealerweise drei Portionen davon Gemüse. Eine Portion entspricht dabei etwa der Menge, die in eine Kinderhand passt.
Frische Luft und Sonnenlicht
Regelmäßige Aufenthalte an der frischen Luft stärken das Immunsystem von Kindern erheblich. Dies wird durch die körpereigene Produktion von Vitamin D, dem sogenannten Sonnenhormon, weiter verstärkt. Vitamin D stimuliert die Fresszellen im Blut und unterstützt so die Abwehr von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren. Nur etwa zehn Prozent des Vitamin-D-Bedarfs werden über die Nahrung gedeckt; die restlichen 90 Prozent werden durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet. Um ausreichend Vitamin D zu produzieren, ist regelmäßiger Aufenthalt im Freien wichtig, besonders während der dunklen Jahreszeit.
Jugendliche weisen oft niedrige Vitamin-D-Werte auf, die im Winter am niedrigsten sind. Ein schwerer Vitamin-D-Mangel, der zu Rachitis führt, ist bei Kindern und Jugendlichen jedoch sehr selten. Infekte treten gehäuft in den Herbst- und Wintermonaten auf, was teilweise auf geringere Vitamin-D-Spiegel zurückzuführen ist. Bereits eine halbe Stunde Bewegung im Freien kann helfen, die Vitamin-D-Produktion anzuregen, selbst bei winterlichem Licht. Langfristig können niedrigere Vitamin-D-Werte im Kindes- und Jugendalter mit einem erhöhten Risiko für Osteoporose im Erwachsenenalter verbunden sein.
Das Gesamtpaket für ein starkes Immunsystem
Es ist ratsam, Kinder von Anfang an an eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und viel Zeit an der frischen Luft zu gewöhnen. Soziale Kontakte mit anderen Kindern sind ebenfalls wichtig und können zur Auseinandersetzung mit Erregern und damit zur Stärkung des Immunsystems beitragen. Diese Lebensweise stärkt nicht nur die Gesundheit des Kindes, sondern auch die der Eltern, da Kinder Vorbilder imitieren. Die richtige Mischung aus Aktivität und Entspannung ist entscheidend für die Entwicklung eines gesunden Körpergefühls, das langfristig den besten Schutz für die Gesundheit darstellt.

