Mein Hund frisst Erde: Ursachen, Gefahren und was Sie tun können

Das Verhalten, dass Hunde Erde fressen, kann für Tierbesitzer beunruhigend sein. Dieses Phänomen, auch als Pica bekannt, kann vielfältige Ursachen haben, von Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu gesundheitlichen Problemen. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Gründe, warum Ihr Hund Erde frisst, welche Risiken damit verbunden sind und wie Sie effektiv gegen dieses unerwünschte Verhalten vorgehen können.

Das Fressen von Erde bei Hunden kann auf verschiedene Auslöser zurückzuführen sein. Oftmals steckt dahinter unerwünschtes Verhalten, das durch Stress, Langeweile oder sogar neurologische Störungen bedingt sein kann. Wenn ein Hund Erde als Reaktion auf Stress frisst, dient dies als eine Art Selbstberuhigung, ein sogenanntes Übersprungverhalten, das aus einem inneren Konflikt resultiert. Hält dieser Stresszustand über einen längeren Zeitraum an, kann sich dieses Verhalten zu einer festen Gewohnheit entwickeln. Es ist daher unerlässlich, die Stressquelle zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zur Linderung zu ergreifen. Unterstützende Maßnahmen wie Verhaltenstherapie, spezielle Ergänzungsmittel wie Dr. Ann’s Stress Reduction oder Adaptil können hierbei hilfreich sein. Auch eine angepasste Diät mit Produkten wie Royal Canin Calm kann eine positive Wirkung zeigen.

Langeweile und Beschäftigungsmangel als Auslöser

Ein weiterer häufiger Grund für das Fressen von Erde ist schlichtweg Langeweile. Hunde, die nicht ausreichend geistig und körperlich ausgelastet sind, suchen sich oft selbst Beschäftigung. Dies kann durch interaktive Spiele, Puzzles, befüllbares Spielzeug oder Schnüffelteppiche effektiv entgegengewirkt werden. Auch Hundesportarten oder gezieltes Training können dazu beitragen, den Hund geistig zu fordern und sein Bedürfnis nach Beschäftigung zu stillen.

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Magen-Darm-Beschwerden und ihre Folgen

Ähnlich wie Hunde Gras fressen, wenn ihnen übel ist, kann auch das Fressen von Erde ein Indikator für Magen-Darm-Probleme sein. Wenn Ihr Hund Erde aufgrund von Übelkeit frisst, kann eine Anpassung der Ernährung oder die Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln zur Unterstützung des Verdauungssystems Linderung verschaffen. Leicht verdauliches Futter, wie zum Beispiel Royal Canin Gastrointestinal Hund oder Vetality Gastrointestinal Hundefutter, kann hier eine gute Wahl sein. Probiotika wie Puur Stomac können zudem helfen, die Darmflora zu stärken und das Magenmilieu zu stabilisieren. Es ist auch ratsam, die Fütterungszeiten zu überprüfen und die Mahlzeiten gleichmäßiger über den Tag zu verteilen, um übermäßigen Hunger zu vermeiden.

Parasitenbefall und Nährstoffmangel

Ein plötzlicher Beginn des Erdefressens kann auf einen Parasitenbefall hinweisen. Ähnlich wie Wildtiere nutzen Hunde instinktiv Pflanzenmaterial zur inneren Reinigung. Eine Überprüfung des Entwurmungsstatus ist daher ratsam. Eine Kotprobe beim Tierarzt kann Klarheit über einen möglichen Wurmbefall bringen. Während früher ein Nährstoffmangel als Hauptursache für Pica bei Hunden galt, ist dies bei Hunden, die mit kommerziellem Futter ernährt werden, heutzutage eher selten. Dennoch können bestimmte Krankheiten wie Anämie oder Schilddrüsenprobleme den Nährstoffbedarf erhöhen und das Bedürfnis nach Erdaufnahme verstärken. Erde kann Spurenelemente wie Eisen, Selen oder Kalzium enthalten, was den Hund dazu verleiten könnte, sie als zusätzliche Nährstoffquelle zu wählen.

Hunger und Sättigungsgefühl

Ein Hund, der ständig hungrig ist, neigt dazu, alles zu fressen – einschließlich Erde. Eine Umstellung auf eine faserreichere Nahrung kann hier Abhilfe schaffen. Produkte wie Royal Canin Gastrointestinal High Fibre oder Diätfutter für übergewichtige Hunde wie Royal Canin Satiety Hund oder Vetality Weight Management können das Sättigungsgefühl verlängern, ohne die Futtermenge erhöhen zu müssen. Achten Sie bei einer ballaststoffreichen Ernährung auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, um Verstopfungen vorzubeugen.

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Entgiftung und Schutz vor Schadstoffen

Lehmhaltige Erde besitzt die Fähigkeit, Schadstoffe zu binden und auszuscheiden. Dennoch ist das Fressen von normaler Erde nicht ratsam, da diese oft mit Schadstoffen belastet ist. Reine, organische Lehmprodukte wie Vertargil können als Unterstützung zur Entgiftung eingesetzt werden, sind aber nur für gesunde Tiere nach Absprache mit dem Tierarzt geeignet.

Risiken des Erdefressens und wie man Abhilfe schafft

Gelegentliches Fressen kleiner Mengen Erde ist meist harmlos. Große Mengen können jedoch zu ernsthaften Problemen wie Darmverschluss oder Verdauungsstörungen führen. Zudem birgt Erde das Risiko von Verunreinigungen mit Schadstoffen, Bakterien oder Wurmeiern.

Um das Erdefressen zu unterbinden, ist es wichtig, die Ursache zu ermitteln und zu beheben. Bleiben Sie wachsam und führen Sie Ihren Hund an der Leine, um ihn gegebenenfalls abzulenken oder einzugreifen. Strafen sind bei diesem selbstbelohnenden Verhalten oft kontraproduktiv. Eine Verhaltensänderung ähnelt dem Training gegen das Fressen von Kot, wozu auch unser Blogbeitrag „Hilfe! Mein Hund frisst Kot“ weitere nützliche Tipps liefert.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema Hund Frisst Erde? Kontaktieren Sie uns gerne unter tierarzt@medpets.at.