Erasmus+ im Hochschulbereich: Ein Leitfaden für Studierende und Personal

Das Erasmus+ Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die europäische Bildungslandschaft zu modernisieren, zu internationalisieren und qualitativ zu verbessern. Es stärkt die internationalen Kompetenzen und die Beschäftigungsfähigkeit von Studierenden, erhöht die Attraktivität der EU als Studienstandort und fördert die nachhaltige Entwicklung der Hochschulbildung weltweit. Das Programm schlägt Brücken zwischen verschiedenen Bildungssektoren und intensiviert die Zusammenarbeit.

Erasmus+ richtet sich an Studierende, Hochschulen, Hochschulpersonal sowie Partner aus dem nicht-akademischen Bereich und unterstützt auch die Kooperation mit Schulen, Betrieben und Jugendverbänden.

Leitaktion 1: Mobilität von Einzelpersonen

Die aktuelle Programmgeneration von Erasmus+ (2021-2027) berücksichtigt die vielfältigen Bedürfnisse der Zielgruppen noch stärker. Gefördert wird die akademische Mobilität von Studierenden (Auslandsstudium und -praktikum) sowie die Mobilität von Hochschulmitarbeitern (Lehre, Fort- und Weiterbildung). Das Programm ist flexibler gestaltet, mit einer verkürzten Mindestaufenthaltsdauer für Studienaufenthalte von zwei Monaten und der Möglichkeit, virtuelle Mobilitätsphasen zu integrieren. Die internationale Dimension wird gestärkt, indem Hochschulen bis zu 20 Prozent ihres Budgets für weltweite Mobilität nutzen können. Praktika für Studierende und Graduierte erhalten ein höheres, europaweit einheitliches Top-up.

Neuerungen im Detail:

  • Flexibilität: Die Mindestaufenthaltsdauer für Standardmobilität wurde von drei auf zwei Monate reduziert und beträgt nun zwei bis zwölf Monate pro Studienabschnitt. Virtuelle Mobilitätsphasen können ergänzt werden.
  • Internationale Dimension: Hochschulen können bis zu 20 Prozent ihres Budgets für die weltweite Mobilität verwenden, ohne vorab einen qualitativen Antrag einreichen zu müssen. Eine eigenständige Beantragung für die Internationale Dimension wird ebenfalls möglich sein.
  • Praktika: Praktika für Studierende und Graduierte erhalten ein höheres, europaweit einheitlich festgelegtes Top-up.
  • Blended Intensive Programmes (BIPs): Diese ermöglichen gemeinsam mit Partnerhochschulen kurze, intensive Mobilitätscurricula, die eine physische Kurzzeit-Mobilität (5 bis 30 Tage) mit einer virtuellen Komponente kombinieren.
  • Gemischte Mobilitäten: Studierende, die aus verschiedenen Gründen keine langfristige physische Mobilität absolvieren können, können diese mit einer obligatorischen virtuellen Komponente kombinieren.
  • Grüne Reisen: Erasmus+ sensibilisiert für Klimawandel und Umweltschutz. Ein Top-up und zusätzliche Reisetage für nachhaltige Verkehrsmittel sollen dies unterstützen, wobei die Reisekostenpauschalen bei “grünem Reisen” erhöht sind.
  • Inklusion und Vielfalt: Das Programm fördert Chancengleichheit und Inklusion. Menschen mit Behinderungen und Personen aus benachteiligten Gruppen erhalten gezielt Unterstützung. So gibt es zusätzliche Pauschalen für Teilnehmer mit Behinderungen, Eltern mit Kind im Ausland, Studierende aus nicht-akademischem Elternhaus sowie erwerbstätige Studierende. Die Finanzierung von realen Mehrkosten für Personen mit Behinderung ist ebenfalls möglich.
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Detaillierte Informationen zu den Neuerungen für Leitaktion 1 finden Sie auf der Website des DAAD. Hier gelangen Sie zur detaillierten Übersicht der Neuerungen für die Leitaktion 1 im Erasmus+ Programm (2021-2027).

Leitaktion 2: Partnerschaften für Zusammenarbeit und Innovation

Der Aufbau strategischer Partnerschaften und Kooperationsprojekte ist eine wesentliche Komponente der Internationalisierung von Hochschulen. Erasmus+ bietet hierfür verschiedene Instrumente. Neu sind die Erasmus Mundus Design Measures zur Vorbereitung internationaler Masterstudiengänge. Die Jean Monnet Aktivitäten werden erstmals auf den Schul- und Berufsbildungssektor ausgeweitet, und Strategische Partnerschaften werden in Cooperation Partnerships umgewandelt.

Erfahren Sie hier mehr zu den Neuerungen in der Leitaktion 2.

Leitaktion 3: Politikunterstützung

Diese Leitaktion wird von der Europäischen Kommission verwaltet und unterstützt unter anderem den Bologna-Prozess, bildungsbereichsübergreifende Kooperationen und den Politikdialog mit Drittländern. Projektförderungen sind voraussichtlich ab Herbst 2021 möglich und tragen zur Politikgestaltung in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport bei.

Erfahren Sie hier mehr zur Leitaktion 3.

Unterstützung und Beratung

Die Nationale Agentur für Erasmus+ Hochschulzusammenarbeit im DAAD bietet Unterstützung bei der Antragstellung und beantwortet Fragen zum Programmleitfaden und zum Antragsprozess. Nutzen Sie das Kontaktformular für Ihre Anliegen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der NA im DAAD. Bei der Suche nach Stipendien kann Ihnen die Stipendiendatenbank des DAAD weiterhelfen.