Adipositas: Mehr als nur Übergewicht – Erfahrungsberichte und Wege zur Veränderung

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, die das Leben vieler Menschen tiefgreifend beeinflusst. Doch es gibt Wege, dieser Herausforderung zu begegnen und ein gesünderes, erfüllteres Leben zu führen. Dieser Artikel beleuchtet die persönlichen Geschichten von Menschen, die mit Adipositas leben oder gelebt haben, und teilt ihre Erfahrungen, Schwierigkeiten und Erfolge. Es wird gezeigt, dass Adipositas weit mehr ist als nur “zu viel Gewicht” und dass der Weg zur Veränderung oft komplex, aber machbar ist.

Die Realität von Adipositas: Persönliche Schicksale

Adipositas ist eine Erkrankung, die viele Facetten hat und jeden Einzelnen auf einzigartige Weise betrifft. Die Geschichten von Astrid Peerebooms, Brigitte Bornefeld, David Meyer, Lisa Krause, Lea Stollenwerk und Max Hartmeyer verdeutlichen die vielfältigen Herausforderungen, mit denen Betroffene konfrontiert sind.

Astrid Peerebooms: Vom Unwissen zur Erkenntnis

Astrid Peerebooms, geboren 1971, kämpft seit den frühen 1990er Jahren mit Adipositas. Mit 1,69 m Körpergröße wiegt sie rund 135 kg. Lange Zeit nahm sie ihr Gewicht nicht als Krankheit wahr, da es nie von einem Arzt thematisiert wurde. Erst durch eigene Internetrecherche wurde ihr das Ausmaß ihrer Erkrankung bewusst. Zahlreiche Diäten und Ernährungsberatungen führten nicht zum gewünschten Erfolg, oft weil sie zu viel auf einmal erreichen wollte. Ihr Ziel ist es, “UHU” – unter hundert Kilogramm – zu werden, um körperlich fitter zu sein und sich in der Gesellschaft freier bewegen zu können, ohne ständige Blicke und Erklärungsnotwendigkeit. Der Wunsch, sich nicht immer einschränken zu müssen, sondern eine Balance zwischen Genuss und bewusster Ernährung zu finden, prägt ihren Weg.

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Brigitte Bornefeld: Ein langer Weg mit Höhen und Tiefen

Brigitte Bornefeld, Jahrgang 1961, hat mit 1,59 m Körpergröße und einem ehemaligen Höchstgewicht von 124 kg beeindruckende 59 kg abgenommen. Ihre Reise begann ernsthaft, als sie mit 33 Jahren schwanger wurde und eine Schwangerschaftsdiabetes im Raum stand. Die Diagnose “Fettsucht” durch ihren Arzt war ein Schock. Eine weitere Motivation war die Sorge, ihr Enkelkind nicht aufwachsen zu sehen. Nach vielen gescheiterten Abnehmversuchen und einer komplizierten Magenbandoperation im Jahr 1997, die zu Komplikationen führte, entschied sie sich 2017 für einen “Omega Loop” (Magenbypass). Dieser Eingriff erforderte eine radikale Ernährungsumstellung und ermöglichte ihr ein aktiveres Leben mit längeren Spaziergängen. Die Teilnahme an Selbsthilfegruppen und der Austausch mit Gleichgesinnten sind für sie essenziell. Ihr größter Traum ist es, “High Waist”-Hosen und ein rotes Kleid zu tragen und mit ihrer Freundin in der Schweiz wandern zu gehen.

David Meyer: Zwischen Wohlbefinden und gesundheitlicher Sorge

David Meyer, geboren 1987, leidet seit seiner Jugend an Adipositas und wiegt aktuell 149 kg bei 1,78 m Körpergröße. Obwohl er sich äußerlich oft gesund fühlt, ist er sich der Risiken bewusst. Neben höheren Blutdruckwerten und einer Schilddrüsenunterfunktion benötigt er nachts eine Atemmaske wegen Atemaussetzern. Die Einschränkungen im Alltag, wie die Nichtnutzung von Fahrgeschäften im Freizeitpark oder das Schwitzen bei Treppensteigen, beeinträchtigen ihn stark. Familiäre Prioritäten und der Wunsch nach sofortiger Veränderung treiben ihn an. Ernährungsberatung sieht er als Schlüssel, um seinen Körper besser zu verstehen, anstatt sich nur durch Verbote einzuschränken. Die gesunde Ernährung seiner Kinder und deren aktive Freizeitgestaltung sind ihm wichtig. Das Einbringen von Sport in den Alltag gestaltet sich jedoch schwierig.

Lisa Krause: Ein Programm als Wendepunkt

Lisa Krause, geboren 1967, hat nach 14 Jahren mit Adipositas und einem Gewicht von 102 kg bei 1,69 m Körpergröße insgesamt 35 kg abgenommen und wiegt nun 68 kg. Der Auslöser war ein Erlebnis auf dem Spielplatz, als sie feststellte, dass sie nicht mehr auf die Schaukel passte. Ein von der Krankenkasse bezuschusstes Programm, das Personal Training, Ernährungsberatung und Gruppentraining umfasste, wurde zum Wendepunkt. Über sechs Monate hinweg erhielt sie intensive Unterstützung und lernte, wie Bewegung Spaß machen kann und dass gesunde Ernährung nicht Verzicht bedeuten muss. Sie genießt nun ihr Essen bewusst und maßvoll, hat Sport als Hobby entdeckt und erlebt eine deutliche Steigerung ihrer Lebensqualität.

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Lea Stollenwerk: Von Einsamkeit zu Selbstakzeptanz und Aktivität

Lea Stollenwerk, geboren 1999, erhielt 2013 die Diagnose Adipositas bei einem Höchstgewicht von 150 kg. Aktuell wiegt sie bei 1,78 m Körpergröße 120 kg und hat 30 kg abgenommen. Das Übergewicht führte zu Herzproblemen, Bewegungseinschränkungen und Gelenkschmerzen. Der Grund für ihr Essverhalten war anfänglich Einsamkeit und das Gefühl, von anderen ausgeschlossen zu werden, was sie mit Essen zu kompensieren versuchte. Der “Cut” an Silvester 2016 markierte den Beginn einer positiven Veränderung: Verzicht auf süße Getränke, bewussteres Essen und die Entwicklung eigener Regeln ohne Verbote. Sie genießt nun die Natur, fotografiert gerne und arbeitet als Fahrradkurierin, um sich zu motivieren. Belohnungen für erreichte Abnehmziele und das Vermeiden von Frustration sind wichtige Bestandteile ihres Weges.

Max Hartmeyer: Unterstützung durch Freunde als Schlüssel

Max Hartmeyer, geboren 1993, litt seit der Jugend an Adipositas und hat inzwischen 67 kg abgenommen, sodass er nun 95 kg bei 1,78 m Körpergröße wiegt. Früher machten ihm bereits kleinere Anstrengungen wie der Weg in den zweiten Stock zu schaffen, zu schaffen. Die Unterstützung seines besten Freundes, der seine Sorgen um seine Gesundheit und Zukunft äußerte, war ein entscheidender Auslöser für seine Veränderung. Durch die Teilnahme am Fußballtraining seiner Freunde und eine komplette Ernährungsumstellung, bei der Gemüse zur Hauptmahlzeit wurde, erzielte er Erfolge. Bei Heißhungerattacken visualisiert er alte Fotos von sich, um der Versuchung zu widerstehen. Er ist dankbar, keine bleibenden gesundheitlichen Schäden davongetragen zu haben. Sein Leben hat sich enorm verändert, sein Selbstbewusstsein ist gestiegen, und er hat seine Traumfrau kennengelernt.

Wege zur Veränderung und lebenswerte Zukunft

Die Geschichten zeigen, dass der Weg aus der Adipositas selten einfach ist und oft einen ganzheitlichen Ansatz erfordert. Angefangen bei der Ernährungsumstellung, die nicht zwangsläufig Verzicht bedeuten muss, sondern bewussten Genuss fördert, bis hin zur Integration von körperlicher Aktivität, die nicht nur der Gesundheit dient, sondern auch Freude bereiten kann.

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Ein wichtiger Aspekt ist die psychologische Komponente. Viele Betroffene kämpfen mit emotionalen Problemen, Einsamkeit oder dem Gefühl, ausgegrenzt zu sein. Hier können Selbsthilfegruppen und der Austausch mit anderen Betroffenen eine unschätzbare Unterstützung bieten. Erfahrungsberichte zur Gewichtsabnahme mit Saxenda oder Informationen zu Schüssler-Salzen zur Gewichtsabnahme können ebenfalls Teil eines umfassenden Ansatzes sein, wobei eine ärztliche Beratung unerlässlich ist.

Die Geschichten von Brigitte Bornefeld und David Meyer unterstreichen, dass auch medizinische Eingriffe wie Magenbypässe eine Option sein können, jedoch als letzter Schritt betrachtet werden sollten und eine lebenslange Umstellung erfordern.

Letztendlich geht es darum, einen Weg zu finden, der individuell funktioniert und zu einer nachhaltigen Verbesserung der Lebensqualität führt. Das Ziel ist nicht nur das Erreichen eines bestimmten Gewichts, sondern ein gesünderes, aktiveres und glücklicheres Leben. Die Erkenntnis, dass Wissen um die eigene Gesundheit ein wichtiger Schritt ist, wie im wiederkehrenden Motto “Wissen ist gesund!”, begleitet die Betroffenen auf ihrem Weg.