Leipzig und seine kulinarische Vielfalt – ein Thema, das die Herzen von Genießern höherschlagen lässt. Doch welche Brötchen verdienen wirklich das Prädikat „die besten“? Eine kürzlich durchgeführte Umfrage auf lvz.de hat für Klarheit gesorgt und ein klares Ergebnis zutage gefördert: Die Gaumen der Leipziger und ihrer Leserinnen und Leser favorisieren die Backwaren aus dem Südraum, genauer gesagt aus dem Backhaus Hennig in Rüssen-Kleinstorkwitz. Diese Auszeichnung ist mehr als nur eine Anerkennung; sie ist ein Beleg für traditionelle Handwerkskunst und Leidenschaft, die in jedem einzelnen Brötchen stecken.
Das Backhaus Hennig: Ein Traditionsbetrieb an der Spitze
Das Backhaus Hennig hat sich mit knapp einem Drittel der Stimmen an die Spitze der beliebtesten Bäckereien Leipzigs katapultiert. Dieser Erfolg ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger Hingabe und Qualitätsbewusstsein. Geschäftsführer Jens Hennig zeigte sich bei der Übergabe der Sieger-Urkunde hocherfreut und betonte, dass dieser Preis ein Ansporn sei, „weiter für höchste Kundenzufriedenheit zu arbeiten“. Doch diese Auszeichnung ist nicht die einzige jüngste Ehrung für das Unternehmen. Erst kürzlich sicherte sich die erst 19-jährige Svea Gräfe beim sächsischen Meisterschafts-Wettbewerb der Bäckerjugend den ersten Preis – ein weiterer Beweis für die hervorragende Ausbildung und das Engagement des Nachwuchses.
Die Geschichte des Backhauses Hennig reicht bis ins Jahr 1913 zurück, als Alfred Hennig die Bäckerei in Pegau gründete. Heute wird das Unternehmen in vierter Generation von Urenkel Jens Hennig und bereits in fünfter Generation von seinem Sohn Martin geführt. Seit dem Umzug der Zentrale nach Rüssen-Kleinstorkwitz im Jahr 2007 hat sich das Backhaus zu einem der erfolgreichsten Handwerksbetriebe Mitteldeutschlands entwickelt. Mit 85 Filialen in drei Bundesländern und rund 1100 Mitarbeitern versorgt das Unternehmen täglich etwa 40.000 Kunden mit frischen Backwaren.
Das Geheimnis der Hennig-Brötchen: Zeit und Hingabe
Was macht die Brötchen des Backhauses Hennig so besonders? Laut Junior-Chef Martin Hennig ist es kein kompliziertes Geheimnis, sondern das Festhalten an traditionellen Rezepten und die bewusste Entscheidung, den Backprozess nicht zu überstürzen. „Wir geben dem Brötchen Zeit, um die Enzyme arbeiten zu lassen“, erklärt Hennig. Dieser Prozess, der auf dem Rezept des Großvaters basiert, ermöglicht eine „leckere Kruste und eine bessere Bekömmlichkeit“. Die Bäckerei verarbeitet täglich über 100.000 vorgefertigte Teiglinge, die in den Filialen ofenfrisch gebacken werden.
Trotz des Erfolgs und der Expansion, die für 2024 eine neue Filiale in Leipzig-Mockau vorsieht, steht das Backhaus Hennig vor Herausforderungen. Insbesondere die Personalsituation ist angespannt: „Wir würden 50 Leute sofort einstellen“, so Jens Hennig. Die angestrebte Erhöhung des Mindestlohns auf 15 Euro sei für einen Handwerksbetrieb eine zusätzliche Belastung, die unweigerlich zu Preiserhöhungen führen würde. Dennoch bleibt die Leidenschaft für das Bäckerhandwerk ungebrochen.
Göbecke und Weck: Weitere Top-Adressen für Brötchenliebhaber
Auch die Bäckereien Göbecke und Weck wurden für ihre Qualität und ihren Geschmack geschätzt und belegten die Plätze zwei und drei im Leser-Voting.
Die Geschwister Christine und Matthias Göbecke, die die elterliche Bäckerei 2004 übernahmen, sehen die Auszeichnung als „Anerkennung für unser Team“. Mit 20 Mitarbeitern produzieren sie täglich rund 3000 Brötchen und backen nach einem Rezept, das an die DDR-Zeit erinnert. Matthias Göbecke verrät, dass die richtige Dosierung von Ober- und Unterhitze eine wichtige Rolle spielt. Die Kundschaft der Bäckerei Göbecke ist vielfältig und reicht von Stammkunden aus allen Leipziger Stadtteilen bis hin zu Touristen, die den Empfehlungen in Reiseführern folgen. Selbst das renommierte Leipziger Hotel „Westin“ setzt auf Göbecke-Brötchen für sein Frühstück.
Dieter Weck von der Bäckerei Weck in Stötteritz bezeichnet den dritten Platz als „Ritterschlag für seine Arbeit und auch als große Ehrung für das Team“. In der kleinen, aber feinen Bäckerei, die Weck mit seiner Frau Jolanda führt, steht der Backofen im Mittelpunkt. Ein besonderer Trick von Weck ist das freiliegende Einschieben der Brötchen direkt auf die Herdplatte, was trotz starker Konkurrenz zu einer treuen Kundschaft führt, die am Wochenende oft in meterlangen Schlangen ansteht.
Das Ergebnis des LVZ-Brötchen-Votings im Überblick:
- Backhaus Hennig: 26,2 %
- Bäckerei & Konditorei Göbecke: 12 %
- Bäckerei Weck: 10,9 %
- Bäckerei Axel Lotzmann: 9,6 %
- Feinbäckerei Freiberger: 9,1 %
- Feinbäckerei Renelt: 8,5 %
- Brot- und Feinbäckerei Kupfer: 7,3 %
- Feinbäckerei Wissel: 6,9 %
- Kuchenhimmel & Brotfein: 5,4 %
- Feinbäckerei Davis Glowka: 4,1 %
Dieses Votum unterstreicht die Wertschätzung für traditionelles Handwerk und hochwertige Backkunst in Leipzig.
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