Finanzielle Absicherung: Analyse einer fondsgebundenen Rentenversicherung und ETF-Alternativen

Die eigene finanzielle Zukunft zu planen und abzusichern, ist ein komplexes Unterfangen. Viele Menschen vertrauen dabei auf traditionelle Finanzprodukte wie fondsgebundene Rentenversicherungen. Doch wie entwickeln sich diese Verträge über die Jahre und welche Alternativen gibt es, um das eigene Vermögen zu mehren? Dieser Artikel beleuchtet die Situation eines langjährigen Vertrages und untersucht mögliche Umstrukturierungsstrategien im deutschen Finanzmarkt.

Historie und Vertragsdetails der fondsgebundenen Rentenversicherung

Der vorliegende Fall betrifft eine fondsgebundene Rentenversicherung, die ursprünglich im Jahr 2006 von den Eltern für ihr Kind bei der ASPECTA abgeschlossen wurde. Diese Police wurde später von der HDI übernommen. Die ursprüngliche Intention war, eine finanzielle Absicherung für das Kind zu schaffen, falls dem Hauptverdiener etwas zustößen sollte. Über die Jahre hinweg fanden offenbar verschiedene Umschichtungen und Fondswechsel durch die Gesellschaften statt.

Fondsstand und Entwicklung:

  • 2009: Der Vertrag enthielt Fonds wie DWS FlexPension 2023 (ISIN: LI0361685794), der bis 2016 gleichbleibend war, sowie verschiedene Varianten des DWS FlexPension II (z.B. 2024, ISIN: LU0412314162).
  • 2019: Der Vertrag wurde auf den Sohn überschrieben und mit einem monatlichen Beitrag von 25€ fortgeführt. Ein Versicherungsberater der HDI empfahl damals den “DWS FlexPension (Garantiefonds Int.)” der DWS Investment S.A. mit der Begründung einer prognostizierten positiven Wertentwicklung und einem Zinssatz von 2%.
  • 2019: Der Garantiefonds “DWS FlexPension Teilfonds 2026-2034” wurde von der DWS aufgelöst, da keine positive Wertentwicklung mehr erwartet wurde. Infolgedessen schichtete die HDI die Gelder automatisch in die HDI-Fonds “Basket 40” (ISIN: DE0005056033) und “Basket 20” (ISIN: DE0005056044) um.
  • 2022: Der Basket 40 wurde zum “Basket 40 ESG” (gleiche ISIN).
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Weitere Vertragsdetails:

  • Ursprünglicher Name: EINSTEIN.invest junior (ASPECTA), später “KÄNGURU.invest” (2011).
  • Abschluss: 01.07.2006
  • Monatlicher Beitrag: 25€
  • Dynamiksatz: 5%
  • Beitragszahlungsende, Aufbauphase, Beginn und Ende der flexiblen Leistungsphase: Alle datiert auf den 01.07.2054, Ende der flexiblen Leistungsphase auf den 01.07.2074.
  • Todesfall-Zusatzleistung: Beitragsbefreiung bei Tod des Versicherten Versorgers, Ende der Beitragsbefreiung am 01.07.2022.
  • Rückkaufswert zum 01.07.2022: 2.808,32€.
  • Garantierte Leistungen: Keine garantierten Leistungen zum 01.07.2054 vereinbart.

Herausforderungen und Bedenken des Vertragspartners

Der Vertragspartner äußert erhebliche Bedenken hinsichtlich der aktuellen Performance und Transparenz des Vertrags. Es gestaltet sich zunehmend schwierig, die Wertentwicklung der Fonds nachzuvollziehen. Früher zugängliche Morningstar-PDFs sind nicht mehr verfügbar, und das HDI-Portal zeigt sich oft nicht abrufbar.

Die Performance der Fonds wird als negativ bewertet, was zu einem deutlichen finanziellen Verlust führt. Bei einer Einzahlung von 4.700€ von 2006 bis heute steht einem Rückkaufswert von 2.808,32€ gegenüber. Die laufenden Kosten für die Fonds sind mit 1,77% p.a. für Basket 40 ESG und 1,67% p.a. für Basket 20 als zu hoch für die erzielte Underperformance erachtet.

Die Kommunikation mit der HDI wird als problematisch beschrieben; Anfragen führen zu allgemeinen, nicht individuellen Antworten, deren Klärung lange dauert.

Prüfung von Alternativen: ETF-Strategie

Aufgrund der genannten Schwierigkeiten erwägt der Vertragspartner eine Umschichtung der Anteile in kostengünstigere und potenziell renditestärkere Exchange Traded Funds (ETFs). Konkret wird eine Aufteilung in folgende ETFs in Betracht gezogen:

  • iShares Core MSCI World UCITS ETF USD (ACC) (ISIN: IE00B4L5Y983) zu 60%
  • iShares Core S&P500 UCITS ETF USD (ACC) (ISIN: IE00B5BMR087) zu 40%

Die laufenden Kosten dieser ETFs sind deutlich geringer (World ETF: 0,20% p.a.; S&P 500 ETF: 0,07% p.a.), und die historische Performance wird als wesentlich besser eingeschätzt. Diese Strategie würde die Fortführung der Besparung ermöglichen und potenzielle zukünftige Verluste minimieren.

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Fazit und Ausblick

Die Analyse dieser fondsgebundenen Rentenversicherung verdeutlicht die Herausforderungen, denen sich Versicherungsnehmer gegenübersehen können. Intransparenz, hohe Kosten und mangelnde Performance können dazu führen, dass traditionelle Finanzprodukte ihre Attraktivität verlieren. Die Prüfung von Alternativen wie ETFs ist daher ein sinnvoller Schritt zur Optimierung der persönlichen Finanzstrategie.

Für eine fundierte Entscheidung bezüglich einer möglichen Umschichtung ist es ratsam, die genauen Konditionen eines etwaigen Rückkaufs der bestehenden Police sowie die steuerlichen Implikationen einer ETF-Investition zu prüfen. Es wird empfohlen, gegebenenfalls unabhängige Finanzberatung in Anspruch zu nehmen, um alle Vor- und Nachteile abzuwägen und eine Entscheidung zu treffen, die den individuellen finanziellen Zielen am besten dient.