Halsschmerzen können von leichtem Kratzen bis zu starken Schmerzen beim Schlucken reichen und den Alltag erheblich beeinträchtigen. Glücklicherweise sind die meisten Halsschmerzen harmlos und erfordern keine ärztliche Behandlung oder teure Medikamente. Oftmals können bewährte Hausmittel und pflanzliche Heilmittel eine schnelle Linderung verschaffen. Hausmittel Gegen Halsschmerzen, wie das Gurgeln mit Salzwasser, das Trinken bestimmter Tees oder die Anwendung von Wickeln und Honig, können die Heilung unterstützen und die Beschwerden lindern. Oftmals sind die Halsschmerzen bereits am nächsten Morgen deutlich besser.
Ursachen für Halsschmerzen
Halsschmerzen sind ein weit verbreitetes Symptom, das meist als erstes Anzeichen einer aufkommenden Erkältung auftritt. Bei viralen Infektionen breiten sich Viren im Rachenraum aus, was zu Entzündungen der Schleimhaut führt und die charakteristischen Halsschmerzen und Schluckbeschwerden verursacht. Auch bakterielle Infektionen wie eine Mandelentzündung können starke Halsschmerzen hervorrufen, die gegebenenfalls eine antibiotische Behandlung erfordern. Hausmittel und pflanzliche Mittel können in solchen Fällen die Symptome lindern und den Heilungsprozess unterstützen. Chronische Halsschmerzen können zudem durch äußere Faktoren wie Rauchen, Schnarchen, übermäßige Stimmbelastung oder trockene Luft begünstigt werden, wobei auch hier Hausmittel unterstützend wirken können.
Gurgeln mit Salzwasser: Ein bewährtes Hausmittel
Gurgeln ist eine äußerst effektive Methode bei Halsschmerzen. Es befeuchtet die Rachenschleimhaut, ermöglicht den direkten Kontakt von Heilmitteln mit den betroffenen Stellen und hilft, Krankheitserreger fortzuspülen. Die Praxis des Gurgelns ist daher sowohl bei viralen und bakteriellen Halsschmerzen als auch bei chronischen Halsbeschwerden empfehlenswert.
Eine einfache und kostengünstige Gurgellösung lässt sich aus Kochsalz herstellen. Salzwasser besitzt nachweislich desinfizierende, entzündungshemmende, abschwellende und antibakterielle Eigenschaften. Zur Herstellung lösen Sie einen halben Teelöffel Kochsalz in einem Glas (ca. 250 ml) lauwarmem Wasser auf. Gurgeln Sie zweimal bis dreimal täglich für ein bis zwei Minuten mit dieser Lösung. Alternativ können auch Tees aus Kamille, Thymian, Eibisch, Arnikawurzel, Ingwer oder Salbei zum Gurgeln verwendet werden.
Die Heilkraft von Kräutertees bei Halsschmerzen
Ausreichendes Trinken ist essenziell bei Halsschmerzen, um die Schleimhäute in Mund und Rachenraum feucht zu halten und den Krankheitserregern das Eindringen in den Körper zu erschweren. Warme Getränke, insbesondere Kräutertees, wirken zudem wohltuend von innen. Es wird empfohlen, täglich etwa eineinhalb bis zwei Liter Tee oder Wasser zu trinken.
Bestimmte Kräutertees zeichnen sich durch ihre heilende Wirkung aus, insbesondere solche, die ätherische Öle enthalten. Dazu zählen Salbei, Eibisch, Thymian, Kamille, Lindenblüten und Ingwer. Diese ätherischen Öle wirken entzündungshemmend und antimikrobiell gegen Bakterien und Viren. Sie beruhigen gereizte Schleimhäute und können sanft schmerzlindernd wirken.
Für die Zubereitung von Salbei-, Thymian- oder Kamillentee gießt man die Kräuter mit heißem Wasser auf und lässt den Aufguss zugedeckt mindestens zehn Minuten ziehen. Davon können Sie mehrmals täglich eine Tasse trinken. Eibisch-Tee erfordert eine besondere Zubereitung: Zwei Esslöffel Eibischwurzeln werden mit kaltem Wasser angesetzt und zwei Stunden ziehen gelassen, bevor die Wurzeln entfernt und der Tee erwärmt wird.
Ingwer: Ein natürliches Wundermittel
Der Wirkstoff Gingerol im Ingwer ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften, und er wirkt auch gegen Viren. Zudem regt die scharfe Knolle die Durchblutung an, was den Abtransport von Erregern aus dem Körper beschleunigt. Für frischen Ingwertee schälen Sie ein Stück Ingwer, schneiden es in Stücke, übergießen es mit heißem Wasser und lassen es zehn Minuten ziehen. Bei Bedarf können Sie etwas Zitrone oder Honig hinzufügen.
Hausgemachter Zwiebelsaft gegen Halsschmerzen
Ein traditionelles Hausmittel bei Halsschmerzen ist Zwiebelsaft. Zwiebeln enthalten Vitamin C, ätherische Öle, schwefelhaltige Verbindungen und Flavonoide, die in Kombination leicht entzündungshemmend wirken und potenziell keimtötende Eigenschaften besitzen. Zur Herstellung schneiden Sie eine große Zwiebel in kleine Würfel und vermengen diese mit zwei bis drei Esslöffeln Honig oder Zucker. Füllen Sie die Mischung in ein luftdichtes Glas und stellen Sie sie für mehrere Stunden, am besten über Nacht, in den Kühlschrank. Der Zwiebelsaft kann anschließend durch ein Sieb oder ein Baumwolltuch abgeseiht werden.
Honig: Ein antibakterielles Hausmittel mit langer Tradition
Honig besitzt antibakterielle und antivirale Eigenschaften und beruhigt gleichzeitig gereizte Schleimhäute. Aus diesen Gründen wird Honig seit Langem in vielen Kulturen zur Behandlung von Halsbeschwerden eingesetzt. Medizinischer Honig wie Manuka-Honig aus Neuseeland enthält Methylglyoxal (MGO), eine Substanz mit besonders starker antibakterieller Wirkung. Bei heimischem Honig empfiehlt sich die Wahl von Bio-Qualität. Ein Löffel Honig kann pur gelutscht oder in warmem Tee oder Milch aufgelöst werden.
Wichtiger Hinweis: Honig sollte niemals an Kinder unter einem Jahr verabreicht werden, da er das Risiko einer gefährlichen Botulismus-Vergiftung birgt.
Halswickel bei Halsschmerzen
Die Wirksamkeit von warmen Halswickeln bei Halsschmerzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt, aber viele Menschen empfinden sie als wohltuend. Warme Wickel können die Durchblutung im Halsbereich fördern.
Ein bewährter warmer Wickel ist der Kartoffelwickel: Gekochte, weiche Kartoffeln werden zwischen zwei Tücher gelegt, zerdrückt und dann um den Hals gewickelt. Der Wickel bleibt so lange auf der Haut, bis er abgekühlt ist.
Der Zwiebelwickel ist ein weiteres traditionelles Hausmittel: Eine große, in kleine Stücke geschnittene Zwiebel wird kurz in einer Pfanne ohne Fett erwärmt, damit die ätherischen Öle erhalten bleiben. Die erwärmten Zwiebelstücke werden auf ein feuchtwarmes Tuch gegeben und zu einem Wickel gerollt. Dieser wird angewendet, bis er ausgekühlt ist.
Manche bevorzugen kalte Wickel, da sie schmerzlindernd und abschwellend wirken sollen. Für einen kühlen Quarkwickel streichen Sie etwa 250 bis 500 Gramm Quark etwa einen halben Zentimeter dick auf eine Mullkompresse. Diese wird mit einem weiteren Stück Mull und einem Baumwolltuch abgedeckt und auf den Hals gelegt. Der Wickel verbleibt dort, bis der Quark warm geworden ist, was etwa drei bis vier Stunden dauern kann.
Der Prießnitz-Halswickel ist ein einfacher, feuchter Wickel. Ein Tuch wird in kaltes Wasser getaucht, ausgewrungen und um den Hals gelegt, wobei der Nacken ausgespart wird. Der feuchte Wickel wird mit einem trockenen Tuch abgedeckt und für etwa 30 bis 90 Minuten angewendet. Anschließend sollte der Nacken- und Halsbereich vor Kälte geschützt werden.
Hausmittel für Kinder mit Halsschmerzen
Auch bei Kindern gilt: Viel trinken ist wichtig, vorzugsweise Kamillentee wegen seines milden Geschmacks. Kinder über einem Jahr können zusätzlich Honig im Tee oder pur erhalten. Fruchtsäfte sollten vermieden werden, da die Säure im Hals brennen kann. Wenn das Kind alt genug ist, kann es lernen zu gurgeln, wobei darauf geachtet werden sollte, dass das Gurgelwasser nicht geschluckt wird. Warme oder kühle Halswickel sowie zuckerfreie Lutschpastillen können ebenfalls Linderung verschaffen und den Hals befeuchten.
Bei starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
Bei starken Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sind das Gurgeln mit Salzwasser, reichliches Trinken von entzündungshemmendem Salbeitee oder Ingwerwasser sowie das Lutschen von Honig oder das Trinken von warmem Tee mit Honig empfehlenswert. Auch Lutschpastillen oder Kräuterpastillen aus der Apotheke können helfen, die Beschwerden zu lindern.
Hühnersuppe: Mehr als nur ein Mythos?
Die Meinung, dass Hühnersuppe bei Erkältungen Wunder wirkt, ist umstritten. Eine Studie aus dem Jahr 2000 deutete jedoch darauf hin, dass Hühnersuppe im Laborversuch eine leicht entzündungshemmende Wirkung haben könnte, indem sie bestimmte Entzündungsmediatoren im Körper blockiert. Zudem verbessert die Wärme der Suppe die Durchblutung, was die Funktion der Immunzellen unterstützen kann. Die Flüssigkeitszufuhr ist ein weiterer Vorteil. Die Zugabe von frischem Gemüse liefert zusätzliche Vitamine, Mineralien und Antioxidantien, die das Immunsystem stärken.
Wann ist ein Arztbesuch ratsam?
Hausmittel haben ihre Grenzen. Akute Halsschmerzen sollten sich nach drei Tagen deutlich bessern. Wenn sich die Beschwerden nicht bessern oder zusätzliche Symptome auftreten, ist ein Arztbesuch ratsam.
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