Abführmittel – Ein Ratgeber für natürliche und schnelle Hilfe

Der Darm ist ein komplexes System, das eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden spielt. Wenn der Stuhlgang jedoch beschwerlich wird, suchen viele Menschen nach Wegen, die Verdauung zu unterstützen. Abführmittel, auch Laxantien genannt, können hierbei Abhilfe schaffen. Sie beschleunigen die Entleerung des Darms auf unterschiedliche Weise. Doch welche Mittel gibt es und worauf sollte man achten? Dieser Ratgeber beleuchtet verschiedene Arten von Abführmitteln, von natürlichen Hausmitteln bis hin zu schnellen Lösungen, und gibt wichtige Hinweise zur Anwendung und Wirkungsweise.

Verschiedene Arten von Abführmitteln und ihre Wirkungsweise

Abführmittel lassen sich grob in verschiedene Kategorien einteilen, basierend auf ihrer Wirkweise im Verdauungstrakt.

Quell- und Füllstoffe

Diese natürlichen Abführmittel wie Flohsamen, Weizenkleie oder Leinsamen quellen im Darm auf. Dies erhöht das Stuhlvolumen, macht den Stuhl weicher und regt die Darmtätigkeit an. Es ist wichtig, bei der Einnahme von Quell- und Füllstoffen viel Flüssigkeit zu trinken (mindestens 2 Liter), damit sie richtig quellen können. Blähungen können als Nebenwirkung auftreten, und die Wirkung tritt in der Regel erst nach ein bis drei Tagen ein.

Darmstimulierende Abführmittel

Diese Gruppe umfasst sowohl synthetische Wirkstoffe wie Natriumpicosulfat und Bisacodyl als auch pflanzliche Mittel wie Sennesblätter, Rhabarberwurzel oder Faulbaumrinde. Sie regen die glatte Darmmuskulatur direkt an, wodurch der Stuhl schneller weitertransportiert wird. Gleichzeitig wird Flüssigkeit im Darm gebunden, was das Stuhlvolumen vergrößert und einen Dehnungsreiz auslöst. Mögliche Nebenwirkungen sind Krämpfe, Blähungen oder Durchfälle. Die abführende Wirkung tritt in der Regel nach sechs bis acht Stunden ein.

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Im Darm wirkende Abführmittel (osmotisch)

Osmotische Abführmittel wie Glaubersalz, Bittersalz, Macrogol, Milchzucker oder Lactulose ziehen Wasser aus dem Blut in den Darm. Dies vergrößert das Stuhlvolumen und aktiviert die Rezeptoren in der Darmwand, was zur Entleerung führt. Es ist ratsam, viel zu trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Nebenwirkungen können Blähungen, Krämpfe und Elektrolytverluste sein. Der Wirkeintritt variiert je nach Wirkstoff und kann zwischen ein bis drei Stunden oder auch ein bis zwei Tagen liegen.

Im Stuhl wirkende Abführmittel

Diese Mittel, wie Miniklistiere, wirken direkt auf den Stuhl. Sie setzen das im Stuhl gebundene Wasser frei, wodurch der Stuhl weicher und geschmeidiger wird.

MICROLAX® – Eine schnelle und planbare Alternative

Im Gegensatz zu oral eingenommenen Laxantien muss MICROLAX® als lokal wirkendes Abführmittel nicht den gesamten Magen-Darm-Trakt passieren. Dies ermöglicht einen deutlich kürzeren Wirkeintritt, der meist schon innerhalb von 5 bis 20 Minuten eintritt und in der Regel ohne zusätzliche Bauchkrämpfe oder Durchfall. MICROLAX® ist ein osmotisch auf den Stuhl wirkendes Miniklistier, das das im Stuhl gebundene Wasser freisetzt und den Stuhl aufweicht.

Natürliche Abführmittel – Eine Auswahl an bewährten Mitteln

1. Rizinusöl

Rizinusöl ist ein natürliches Abführmittel, das bei korrekter Dosierung relativ schnell wirkt und kaum Nebenwirkungen hat. Es wird jedoch nicht für Schwangere, Stillende oder Kinder unter zehn Jahren empfohlen. Die Einnahme erfolgt meist ein bis zwei Esslöffel (10 bis 30 ml) auf nüchternen Magen. Die Rizinolsäure im Rizinusöl hemmt die Aufnahme von Natrium und Wasser im Darm, was zu einer Vergrößerung und Erweichung des Stuhls führt. Zusätzlich reizt die entstehende Seife die Darmschleimhaut und wirkt abführend. Eine langfristige Einnahme sollte vermieden werden, um Wasser- und Elektrolytverluste zu verhindern.

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2. Sauerkraut

Sauerkraut kann bei leichter Darmträgheit helfen und wirkt nach bis zu sechs Stunden. Rohes Sauerkraut oder Sauerkrautsaft auf nüchternen Magen sind hierfür besonders geeignet. Die enthaltenen Milchsäurebakterien wirken probiotisch und die Ballaststoffe regen die Verdauung an. Leichte Blähungen sind als mögliche Nebenwirkung zu erwarten.

3. Trockenfrüchte und Obst

Trockenfrüchte und Obstsäfte sind aufgrund ihres milden Geschmacks und ihrer sanften Wirkung sehr beliebt. Sie wirken in der Regel nach ein bis drei Tagen. Die Kombination aus Fruchtsäuren, Pektinen und Ballaststoffen regt die Verdauung an. Man kann die Früchte pur essen, in Wasser einweichen oder auch verschiedene Säfte wie Pflaumen-, Birnen- oder Ananassaft trinken.

4. Leinsamen

Leinsamen gehören zu den Quell- und Füllstoffen und eignen sich gut zur Anregung der Verdauung. Die Wirkung tritt nach ein bis drei Tagen ein. Geschrotete Leinsamen sollten mit ausreichend Flüssigkeit verzehrt werden, damit sie im Darm aufquellen und das Stuhlvolumen erhöhen können. Mindestens zwei Liter Flüssigkeit über den Tag verteilt sind hierbei empfehlenswert.

5. Papaya

Die Papaya zeichnet sich durch einen hohen Wasser- und Ballaststoffgehalt aus und ist reich an Vitaminen. Sie sollte idealerweise nach proteinreicher Nahrung verzehrt werden, um die Verdauung zu unterstützen. Das enthaltene Enzym Papain unterstützt die Verdauung von Proteinen im Dickdarm.

Die Wahl des richtigen Abführmittels hängt von den individuellen Bedürfnissen und der gewünschten Wirkungsgeschwindigkeit ab. Bei anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheiten ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.