Hanfsamen und das daraus gewonnene Hanföl erfreuen sich wachsender Beliebtheit als wertvolle Nahrungsergänzungsmittel. Ihre kleinen Samen mit dem milden, nussig-süßlichen Aroma bereichern Müsli, Joghurt, Smoothies und Salate. Geschälte Hanfsamen lassen sich zudem zu Pesto oder Aufstrichen verarbeiten. Aufgrund ihrer Hitzempfindlichkeit sollten sie jedoch, ebenso wie das Hanföl, nicht erhitzt, sondern vorzugsweise in kalten Speisen verwendet werden. Hanföl verfeinert Dressings, Dips und Cremes mit seinem feinen nussigen Geschmack.
Hanfmehl – eine glutenfreie Alternative
Die entölten Hanfsamen können zu Hanfmehl vermahlen werden. Dieses ist von Natur aus glutenfrei und somit eine ausgezeichnete Option für Menschen mit Zöliakie oder Glutenunverträglichkeit. Hanfmehl eignet sich hervorragend zum Binden von Suppen und Soßen. Beim Backen kann es einen Teil des herkömmlichen Getreidemehls ersetzen, beispielsweise in Pizzateigen, Broten, Kuchen oder Keksen. Da Hanfmehl kein Gluten enthält, das für die Teigstruktur und das Aufgehen verantwortlich ist, sollte es beim Backen nur anteilig verwendet werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.
Kauf und Lagerung von Hanfprodukten
Hanfsamen sind im Handel sowohl mit als auch ohne Schale erhältlich. Reformhäuser, Bioläden und gut sortierte Supermärkte führen diese Produkte. Der Preis für 100 Gramm ungeschälte Hanfsamen liegt bei etwa 1,50 Euro, während geschälte Samen ab zwei Euro erhältlich sind. Hanföl kostet ca. 7 Euro für 100 Milliliter. Da Hanföl empfindlich auf Licht und Wärme reagiert und schnell ranzig werden kann, ist eine kühle und dunkle Lagerung, idealerweise im Kühlschrank, ratsam. Nach dem Öffnen sollte es innerhalb von drei Monaten verbraucht werden, um seine Qualität zu erhalten.
Gesundheitliche Vorteile von Hanfsamen und Hanföl
Hanfsamen werden oft als “Superfood” bezeichnet, da sie reich an wichtigen Nährstoffen sind. Sie enthalten Omega-3-Fettsäuren, Vitamine, Ballaststoffe und hochwertige pflanzliche Proteine, die alle essentiellen Aminosäuren liefern. Eine Besonderheit ist der Gehalt an Gamma-Linolensäure, einer mehrfach ungesättigten Fettsäure, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzt und sich positiv auf Hauterkrankungen wie Neurodermitis auswirken kann. Wichtig zu wissen ist, dass Hanfsamen und das daraus gewonnene Hanföl kein THC (Tetrahydrocannabinol) enthalten und somit keine berauschende Wirkung haben.
Mögliche Verunreinigungen in Hanfprodukten
Eine Untersuchung von “Öko-Test” im Herbst 2022 deckte jedoch auf, dass einige Hanfprodukte Verunreinigungen aufweisen können. Sowohl in Samen als auch in Ölen wurden Rückstände von THC sowie Mineralöl gefunden. Diese Verunreinigungen entstehen durch Kontaminationen mit Blättern oder Blüten während der Ernte oder Verarbeitung. Obwohl die Mengen meist zu gering sind, um eine psychoaktive Wirkung zu erzielen, könnten sie laut “Öko-Test” zu Müdigkeit führen, weshalb besondere Vorsicht für Kinder und Schwangere geboten ist. Bei importierten Hanfprodukten wurden zudem teilweise erhöhte Werte an Pestiziden und Schwermetallen wie Blei und Cadmium festgestellt.
Hanf – eine jahrtausendealte Kulturpflanze
Hanf gehört zu den ältesten Nutzpflanzen der Welt und wird in Deutschland seit 1996 unter strengen Auflagen von lizenzierten Landwirten angebaut. Die vielseitige Pflanze dient nicht nur der Lebensmittelproduktion, sondern auch der Herstellung von Fasern für Seile, Textilien und Dämmmaterialien. Hanföl findet zudem Anwendung in Kosmetikprodukten wie Handcremes und Bodylotions. Die aus den Fasern gewonnenen Materialien sind robust und umweltfreundlich.
Ein Beispiel für die gesunde Küche sind Gerichte wie die Quinoa-Bowl mit Stremel-Lachs, die Kichererbsen, Avocado und Spinat enthält und sich ideal als leichtes Abendessen eignet. Ebenso vielseitig ist der Orientalische Blumenkohl-Salat, der durch Kichererbsen und Champignons ein besonderes Aroma erhält und mit Kräuterpesto und Granatapfelkernen serviert wird.
Die medizinische Anwendung von Cannabis, wie bei Schmerzmitteln, ist ein weiteres Feld, das erforscht wird. Hierbei können Wirkstoffe wie Dronabinol unter bestimmten Umständen Linderung verschaffen. Cannabis: Wie gut sind Dronabinol und Co als Schmerzmittel? hat gezeigt, dass diese Option bei chronischen Schmerzpatienten in Erwägung gezogen werden kann, wenn andere Therapien versagen.
Seit der Legalisierung von Cannabis in Deutschland gelten neue Regeln für Besitz und Erwerb. Cannabisgesetz: Welche Regeln gelten seit der Legalisierung? informiert über die aktuellen Bestimmungen, einschließlich der Grenzwerte beim Autofahren. Die Ernährungsdocs beschäftigen sich ebenfalls mit gesundheitlichen Fragestellungen rund um unsere Ernährung.
Dieses Thema im Programm:

