Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine hochansteckende virale Infektionskrankheit, die häufig mit Kindern in Verbindung gebracht wird, aber auch Erwachsene betreffen kann. Insbesondere während der Spätsommer- und Herbstmonate kann es zu vermehrten Infektionen kommen. Diese Krankheit ist nicht auf Haustiere übertragbar. Dieser Artikel beleuchtet alle wichtigen Aspekte der HFMK bei Erwachsenen, von typischen und untypischen Symptomen bis hin zu Ansteckungswegen und Behandlungsmöglichkeiten.
Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit wird durch Viren ausgelöst, hauptsächlich durch Enteroviren der Gruppe A, wie Coxsackie A-Viren und Enterovirus A71. Gelegentlich wird sie auch als Hand-Fuß-Mund-Exanthem, Falsche Maul- und Klauenseuche oder Coxsackievirus-Krankheit bezeichnet. Viele Menschen sprechen auch von der Hand-Mund-Fuß-Krankheit.
Typische Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und dem Auftreten erster Symptome, liegt in der Regel zwischen drei und zehn Tagen. Ein typischer Verlauf beginnt oft ähnlich einem grippalen Infekt mit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen.
Ein bis zwei Tage nach Fieberbeginn können sich schmerzhafte Bläschen und Aphthen im Mundraum bilden, die die Zunge, das Zahnfleisch oder den Gaumen betreffen können. Zeitgleich oder kurz darauf entwickelt sich ein Hautausschlag, der typischerweise Bläschen an den Handinnenflächen, den Zehen, den Fußsohlen und Fersen sowie am Gesäß hervorruft. Ein starker Juckreiz oder spannende Schmerzen, insbesondere in Händen und Füßen, sind häufig begleitende Symptome. Die Heilung der Bläschen dauert meist acht bis zwölf Tage. In einigen Fällen können sich nach der Erkrankung Nägel ablösen, die jedoch wieder nachwachsen.
Symptome bei Erwachsenen: Auch untypische Verläufe möglich
Bei Erwachsenen und älteren Kindern verlaufen die Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit oft weniger eindeutig. Ein erheblicher Anteil der Infizierten, über 80 Prozent, zeigt keine oder nur sehr milde Symptome, ist aber dennoch ansteckend.
Es gibt jedoch auch Berichte über untypisch schwere Verläufe, die vermutlich durch bestimmte Virusvarianten wie Coxsackie-Virus A6 ausgelöst werden. Diese können zu hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sowie starker Abgeschlagenheit führen. Im Gegensatz zum klassischen Krankheitsbild sind dann oft die Hand- und Fußrücken, Unterarme und Unterschenkel sowie der Rumpf betroffen. Charakteristisch für diese schweren Verläufe können Geschwüre und Krusten auf der Haut sein, während der Mundraum seltener betroffen ist. Bei starken Symptomen ist ein Arztbesuch ratsam, um die Diagnose mittels eines PCR-Tests sichern zu lassen. Meist verläuft die HFMK jedoch mild und heilt innerhalb von fünf bis sieben Tagen ohne ärztliche Behandlung aus.
Hand-Fuß-Mund-Krankheit und Schwangerschaft
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit verläuft bei Schwangeren in der Regel mild und stellt für das ungeborene Kind meist keine Gefahr dar. Theoretisch kann das Virus jedoch kurz vor dem Geburtstermin auf das Neugeborene übertragen werden, was in seltenen Fällen zu schweren Komplikationen bis hin zum Tod des Säuglings führen kann. Daher ist es für Eltern von Säuglingen besonders wichtig, sich vor einer Ansteckung zu schützen, um eine Übertragung zu vermeiden. Auch wenn das Risiko für Neugeborene in den ersten beiden Lebenswochen am höchsten ist, verlaufen die meisten Fälle auch bei ihnen mild.
Übertragung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Viren, die HFMK verursachen, werden durch Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen), direkten Kontakt mit Speichel, Bläschensekret oder Stuhl übertragen. Eine Ansteckung kann auch über kontaminierte Gegenstände und Oberflächen erfolgen. Selbst symptomlose infizierte Personen sind ansteckend.
Ansteckungsdauer
Besonders ansteckend sind Betroffene in der ersten Woche der Erkrankung, vor allem durch den Kontakt mit den Bläschen. Die Viren können jedoch auch nach Abklingen der Symptome noch wochenlang im Stuhl ausgeschieden werden, was eine langfristige Ansteckungsgefahr birgt. Konsequente Händehygiene, insbesondere nach dem Wickeln von Säuglingen, kann das Infektionsrisiko erheblich reduzieren.
Wiederholte Ansteckung möglich
Erwachsene und Kinder können sich mehrmals mit der Hand-Fuß-Mund-Krankheit anstecken, da es verschiedene Viren gibt, die die Krankheit auslösen können. Eine Immunität besteht nur gegen den spezifischen Erreger, der die erste Infektion verursacht hat.
Rückkehr zur Arbeit nach Erkrankung
Bei Auftreten erster Symptome sollte ein Arzt konsultiert und eine Krankschreibung ausgestellt werden. Während der Krankschreibung ist es ratsam, zu Hause zu bleiben und Kontakte zu meiden. Sobald das Fieber abgeklungen ist und alle Bläschen abgeheilt oder eingetrocknet sind, ist die Rückkehr zum Arbeitsplatz oder in Gemeinschaftseinrichtungen in der Regel wieder möglich. Bei symptomlosen Verläufen ist eine Rückkehr meist nach etwa einer Woche gestattet.
Meldepflicht in Deutschland
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit unterliegt in Deutschland generell keiner bundesweiten Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz. Eine Ausnahme bildet das Bundesland Sachsen, wo Erkrankungen mit Enterovirus species dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden müssen.
Eltern und Arbeit
Grundsätzlich dürfen Eltern weiterhin arbeiten gehen, auch wenn ihr Kind an HFMK erkrankt ist. Gute Händehygiene ist hier entscheidend, um eine Übertragung zu vermeiden. Enger Kontakt mit Erkrankten sollte vermieden werden, was den Verzicht auf Küssen, Umarmungen, das Teilen von Besteck oder Gläsern einschließt.
Behandlung der Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Es gibt keine spezifische antivirale Therapie für die Hand-Fuß-Mund-Krankheit. Antibiotika sind wirkungslos, da sie nur gegen Bakterien, nicht aber gegen Viren helfen. Die Heilung kann nicht beschleunigt werden, da die Bläschen in der Regel von selbst abheilen.
Linderung von Symptomen
Zur Linderung von Symptomen können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:
- Schmerzhafte Bläschen im Mund: Schmerzstillende Mundgele, Mundspülungen oder Sprays mit Wirkstoffen wie Chlorhexidin oder Lidocain können helfen. Auch gekühlte Tees (z.B. Kamillen- oder Salbeitee) können wohltuend wirken.
- Juckende Bläschen an Händen und Füßen: Austrocknende Salben mit Gerbstoffen können den Juckreiz lindern.
- Fieber: Fiebersenkende Medikamente oder Hausmittel wie Wadenwickel können angewendet werden.
Ernährung bei Mundbläschen
Bei schmerzhaften Bläschen im Mund wird eine kühlende und weiche Kost empfohlen. Reizende Lebensmittel wie scharfe, heiße oder säurehaltige Speisen und Getränke sowie hartkantige Nahrungsmittel sollten gemieden werden. Bei Schmerzen beim Trinken kann ein Strohhalm Abhilfe schaffen.
Quellen:
- Informationen von Elke Oberhofer im Magazin “HautinForm” (verfügbar über PMC PubMed Central).
- RKI-Ratgeber: Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) vom Robert Koch-Institut.
- Erregersteckbrief Hand-Fuß-Mund-Krankheit von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

