Hand-Fuß-Mund-Krankheit: Ein umfassender Leitfaden für Deutschland

Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMK) ist eine weit verbreitete und hochansteckende Infektionskrankheit, die vor allem Kinder unter zehn Jahren betrifft, aber auch bei Erwachsenen auftreten kann. Obwohl sie meist harmlos verläuft, ist ein Verständnis der Krankheit, ihrer Übertragungswege und Präventionsmaßnahmen entscheidend, um die Ausbreitung einzudämmen. Dieser Leitfaden bietet einen detaillierten Einblick in die HFMK, basierend auf den neuesten Erkenntnissen und Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI).

Was ist die Hand-Fuß-Mund-Krankheit?

Die HFMK wird überwiegend durch Enteroviren der Gruppe A (EV-A), insbesondere Coxsackie-Viren (CVA6, CVA16) und Enterovirus 71 (EV-A71), verursacht. Diese Viren sind robust, gut anpassungsfähig und können durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten wie Speichel, Nasen- und Rachensekreten, Bläscheninhalt oder Stuhl übertragen werden. Auch kontaminierte Oberflächen spielen eine Rolle, was die Bedeutung einer konsequenten Hygiene unterstreicht.

Vorkommen und Übertragung

Enteroviren sind weltweit verbreitet und zeichnen sich durch eine hohe Ansteckungsfähigkeit aus. Während die HFMK ganzjährig auftritt, sind besonders im Spätsommer und Herbst gehäufte Fälle zu beobachten. Im westpazifischen Raum kommt es regelmäßig zu größeren Ausbrüchen, bei denen insbesondere EV-A71 zu schweren Komplikationen führen kann. In Deutschland ist die HFMK nicht bundesweit meldepflichtig, weshalb keine exakten Daten zur Verbreitung vorliegen.

Inkubationszeit und Ansteckungsfähigkeit

Die Inkubationszeit beträgt in der Regel 3 bis 10 Tage, kann aber auch bis zu 30 Tage betragen. Die höchste Ansteckungsgefahr besteht in der ersten Krankheitswoche, wenn die Bläschen noch vorhanden sind. Die Viren können jedoch auch nach Abklingen der Symptome über mehrere Wochen im Stuhl ausgeschieden werden, was eine anhaltende Infektiosität zur Folge hat. Ein signifikanter Anteil der Infektionen, insbesondere bei Erwachsenen, verläuft asymptomatisch, was die Überwachung und Eindämmung erschwert.

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Symptome der Hand-Fuß-Mund-Krankheit

Die Krankheit beginnt typischerweise mit Fieber, Appetitlosigkeit und Halsschmerzen. Kurz darauf entwickeln sich schmerzhafte Bläschen und Geschwüre an der Mundschleimhaut, Zunge und dem Zahnfleisch. Ein charakteristischer, nicht juckender Hautausschlag zeigt sich meist an Handflächen und Fußsohlen, kann aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Bei atypischen Verläufen, oft verursacht durch CVA6, kann der Ausschlag stark jucken und mit systemischen Symptomen einhergehen, die eine ärztliche Behandlung erfordern.

Mögliche Komplikationen

Obwohl die Mehrheit der Infektionen mild verläuft, sind seltene Komplikationen wie aseptische Meningitis, Enzephalitis oder polioartige Lähmungen möglich. Bei atypischen Verläufen kann es auch zum Verlust von Finger- und Zehennägeln kommen. Bei Schwangeren, die sich kurz vor dem Geburtstermin infizieren, besteht das Risiko einer Übertragung auf das Neugeborene. Während die meisten Neugeborenen milde Symptome zeigen, können in seltenen Fällen schwere, lebensbedrohliche Verläufe auftreten, insbesondere in den ersten beiden Lebenswochen.

Diagnostik und Therapie

In den meisten Fällen ist aufgrund des typischen Krankheitsbildes und des milden Verlaufs keine Labordiagnostik erforderlich. Falls eine genaue Diagnose notwendig ist, kann eine PCR-Untersuchung von Stuhl-, Rachen- oder Bläschenproben durchgeführt werden. Eine spezifische Therapie gegen die HFMK existiert nicht; die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome. Impfstoffe gegen EV-A71 sind für den Einsatz im westpazifischen Raum verfügbar.

Prävention und Hygienemaßnahmen

Die wichtigste Maßnahme zur Reduzierung des Infektionsrisikos ist eine konsequente Händehygiene, insbesondere nach dem Windelwechsel und Toilettengang. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife ist entscheidend. Oberflächen, Gegenstände und Spielzeug sollten regelmäßig gereinigt werden. Enger Kontakt mit Erkrankten, wie Küssen oder Teilen von Essutensilien, sollte vermieden werden.

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Maßnahmen in Gemeinschaftseinrichtungen

Ein genereller Ausschluss von Kindern aus Kitas oder Schulen ist in der Regel nicht vorgesehen, solange sie fieberfrei sind und sich wohlfühlen. Das Gesundheitsamt kann jedoch unter bestimmten Umständen Anordnungen zum Betretungsverbot treffen, um Ausbrüche einzudämmen. Nach Abklingen der Symptome und Eintrocknen der Bläschen ist eine Rückkehr in Gemeinschaftseinrichtungen meist ohne ärztliches Attest möglich.

Für medizinische Einrichtungen und Einrichtungen des Gesundheitswesens gelten erweiterte Hygieneempfehlungen, insbesondere bezüglich der Hände- und Flächendesinfektion mit viruziden Mitteln. Die Auswahl geeigneter Desinfektionsmittel sollte anhand offizieller Listen erfolgen.

Rechtliche Grundlagen und Beratung

In Deutschland gibt es keine krankheits- oder erregerspezifische Meldepflicht für die HFMK nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Ergänzende Verordnungen existieren in einzelnen Bundesländern. Das RKI bietet keine individuelle medizinische Beratung an. Bei Fragen zu Klinik, Therapie oder Impfungen sollten Sie sich an Ärzte oder spezialisierte Kliniken wenden. Für Fragen zum Infektionsschutz und zur Prävention steht Ihr zuständiges Gesundheitsamt zur Verfügung.

Das Nationale Referenzzentrum für Poliomyelitis und Enteroviren am Robert Koch-Institut ist eine zentrale Anlaufstelle für spezielle Diagnostik.


Quellen und weiterführende Literatur:

  1. Informationen des CDC zur HFMK: https://www.cdc.gov/hand-foot-mouth/
  2. DGPI Handbuch: Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie, 7. Auflage (2018), S. 464-456.
  3. Robert Koch-Institut: RKI-Ratgeber. Hand-Fuß-Mund-Krankheit. https://www.rki.de/ratgeber