Halsweh: Bewährte Hausmittel und ihre Wirkung

Halsschmerzen können den Alltag stark beeinträchtigen, doch oft sind keine starken Medikamente nötig. Viele bewährte Hausmittel und pflanzliche Heilmittel können Linderung verschaffen und die Heilung unterstützen. Von Gurgellösungen über Tees bis hin zu Halswickeln – die Natur bietet effektive Hilfe bei Halsweh.

Ursachen und Symptome von Halsschmerzen

Halsschmerzen sind ein häufiges Symptom, das meist durch virale Infekte im Rahmen einer Erkältung verursacht wird. Wenn Viren sich im Rachenraum ausbreiten, entzündet sich die Schleimhaut, was zu Schmerzen und Schluckbeschwerden führt. Auch bakterielle Infektionen wie eine Mandelentzündung können starke Halsschmerzen hervorrufen. Chronische Halsschmerzen können zudem durch äußere Faktoren wie Rauchen, Schnarchen, übermäßige Stimmbelastung oder trockene Luft begünstigt werden.

Gurgeln: Eine effektive Methode

Gurgeln ist eine der ältesten und effektivsten Methoden zur Linderung von Halsschmerzen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Die Rachenschleimhaut wird befeuchtet, heilende Wirkstoffe gelangen direkt an den Ort des Geschehens, und Krankheitserreger werden fortgespült. Eine einfache und wirksame Gurgellösung lässt sich aus Kochsalz herstellen: Ein halber Teelöffel Salz in 250 ml lauwarmem Wasser aufgelöst, zwei- bis dreimal täglich angewendet, wirkt desinfizierend, entzündungshemmend und antibakteriell. Alternativ eignen sich auch Tees aus Kamille, Thymian, Eibisch, Arnika, Ingwer oder Salbei zum Gurgeln.

Die heilende Kraft von Kräutertees

Viel zu trinken ist essenziell bei Halsschmerzen, um die Schleimhäute feucht zu halten und den Erregern das Eindringen in den Körper zu erschweren. Warme Kräutertees tun nicht nur von innen gut, sondern besitzen auch spezifische Heilwirkungen. Tees aus Pflanzen, die ätherische Öle enthalten wie Salbei, Thymian, Kamille, Lindenblüten oder Ingwer, wirken entzündungshemmend, antimikrobiell und schmerzlindernd. Für Salbei-, Thymian- oder Kamillentee übergießt man die Kräuter mit heißem Wasser und lässt sie zugedeckt zehn Minuten ziehen. Eibischwurzeltee erfordert eine Zubereitung mit kaltem Wasser über zwei Stunden, bevor er erhitzt wird.

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Ingwer und Zwiebelsaft: Natürliche Entzündungshemmer

Ingwer, mit seinem Wirkstoff Gingerol, ist ein starkes Mittel gegen Entzündungen und Bakterien und unterstützt zudem die Durchblutung, was den Abtransport von Erregern beschleunigt. Frischer Ingwertee, zubereitet durch Übergießen von Ingwerstücken mit heißem Wasser, ist eine wohltuende Option. Ein weiteres traditionelles Hausmittel ist Zwiebelsaft. Zwiebeln enthalten Vitamin C, ätherische Öle und Flavonoide, die leicht entzündungshemmend wirken und Keime abtöten können. Selbstgemachter Zwiebelsaft aus gewürfelten Zwiebeln und Honig oder Zucker, der über Nacht im Kühlschrank zieht, ist eine einfache Zubereitung.

Honig: Ein süßes und wirksames Mittel

Honig wird seit Langem wegen seiner antibakteriellen und antiviralen Eigenschaften geschätzt. Er beruhigt zudem gereizte Schleimhäute im Hals. Insbesondere medizinische Honige wie Manuka-Honig mit seinem hohen Methylglyoxal-Gehalt (MGO) zeigen eine starke antibakterielle Wirkung. Ein Teelöffel Honig pur gelutscht oder in warmem Tee aufgelöst, kann Linderung verschaffen. Wichtig: Kinder unter einem Jahr sollten keinen Honig konsumieren, da er Botulismus auslösen kann.

Halswickel: Wärme und Kühle zur Linderung

Obwohl die wissenschaftliche Evidenz für Halswickel nicht immer eindeutig ist, empfinden viele Menschen sie als wohltuend. Warme Kartoffelwickel oder Zwiebelwickel können die Durchblutung fördern und Schmerzen lindern. Bei einem Kartoffelwickel werden gekochte, zerdrückte Kartoffeln zwischen Tücher gegeben und um den Hals gewickelt. Für einen Zwiebelwickel werden kurz erwärmte Zwiebelstücke auf ein feuchtwarmes Tuch gegeben. Kühlende Wickel, wie ein Quarkwickel oder der Prießnitz-Halswickel (ein feuchtes, mit einem trockenen Tuch abgedecktes Tuch), können schmerzlindernd und abschwellend wirken.

Hausmittel für Kinder

Auch bei Kindern sind Hausmittel eine gute Wahl. Kamillentee ist aufgrund seines milden Geschmacks oft beliebt. Kinder über einem Jahr können Honig im Tee oder pur erhalten. Fruchtsäfte sollten wegen ihrer Säure eher gemieden werden. Das Gurgeln mit Salzwasser kann, wenn das Kind es beherrscht, ebenfalls helfen, sollte aber nicht geschluckt werden. Zuckerfreie Lutschpastillen befeuchten den Hals und können die Beschwerden lindern.

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Wann zum Arzt?

Hausmittel sind eine wertvolle Unterstützung, aber kein Allheilmittel. Bessern sich die Halsschmerzen nach drei Tagen nicht deutlich oder treten zusätzliche Symptome auf, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Bei starken Schluckbeschwerden, hohem Fieber oder anderen besorgniserregenden Anzeichen ist ärztlicher Rat unerlässlich.