Apfelessig: Ein Wundermittel der Naturheilkunde?

Apfelessig wird in der Naturheilkunde eine beeindruckende Bandbreite an positiven Wirkungen zugeschrieben. Von Hautproblemen über Verdauungsbeschwerden bis hin zu Gelenkschmerzen – die Anwendungsgebiete scheinen vielfältig. Doch was steckt wirklich hinter den traditionellen Empfehlungen und welche wissenschaftlichen Belege gibt es? Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen gesundheitlichen Vorteile von Apfelessig und gibt Hinweise zur richtigen Anwendung.

Apfelessig und seine Wirkung auf die Haut

Dank seines pH-Werts, der dem der menschlichen Haut ähnelt, gilt Apfelessig als wertvolles Mittel in der Hautpflege. Er soll gereizte und juckende Haut beruhigen, beispielsweise bei Sonnenbrand, und wirkt zudem antibakteriell. Dies macht ihn besonders interessant für die Behandlung von fettiger, unreiner Haut und Pickeln. Die desinfizierende Eigenschaft kann helfen, Entzündungen schneller abheilen zu lassen und Pickelbildung vorzubeugen.

Vorsicht bei empfindlicher Haut

Wer zu empfindlicher oder trockener Haut neigt, sollte Apfelessig zunächst vorsichtig testen. Eine Anwendung im Bereich der Armbeuge kann Aufschluss darüber geben, ob der Essig Hautreizungen oder Ausschlag verursacht.

Apfelessig gegen Warzen und Fibrome

Warzen, verursacht durch Viren, könnten durch das saure Milieu des Apfelessigs in ihrem Wachstum gehemmt werden. Der Essig soll die Warzen austrocknen und so zum Abfallen anregen. Auch Alterswarzen und Stielwarzen (Fibrome) werden als behandelbar mit Apfelessig genannt. Hierbei wird empfohlen, über Nacht einen mit Apfelessig getränkten Wattebausch auf die betroffene Stelle zu kleben. Bei hartnäckigen Warzen ist jedoch ärztlicher Rat einzuholen.

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Hinweis: Die Behandlung von Warzen mit Apfelessig kann die umliegende Haut stark austrocknen. Eine ärztliche Abklärung, ob es sich um gutartige Hautveränderungen handelt, ist ratsam.

Potenzielle Hilfe bei Besenreisern und Krampfadern

Bei erweiterten oberflächlichen Venen wie Besenreisern und Krampfadern wird Apfelessig eine durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt. Das unverdünnte Auftragen auf die betroffenen Stellen, meist an den Unterschenkeln, und das anschließende Einziehen lassen ohne Abtrocknen, soll hierbei helfen.

Hinweis: Während Besenreiser oft als harmlos gelten, können Krampfadern und auch Besenreiser auf Durchblutungsstörungen hinweisen, weshalb eine ärztliche Begutachtung sinnvoll ist.

Apfelessig bei Lipomen

Lipome, gutartige Fettansammlungen, die aus kosmetischen Gründen stören können, sollen durch die anregende Wirkung von Apfelessig auf Stoffwechsel und Durchblutung reduziert werden können. Die Einnahme von verdünntem Apfelessig wird hierfür empfohlen.

Achtung: Vor einer Selbstbehandlung von Lipomen mit Apfelessig sollte deren Gutartigkeit ärztlich bestätigt werden.

Unterstützung bei Rosacea und Neurodermitis

Apfelessig kann sowohl innerlich als auch äußerlich angewendet werden, um bei Rosacea und Neurodermitis unterstützend zu wirken. Die entzündungshemmenden Eigenschaften und die Normalisierung des Haut-pH-Werts könnten das Hautbild verbessern. Die Einnahme von Apfelessig mit Honig oder das Abtupfen der betroffenen Hautpartien mit verdünntem Essig sind gängige Methoden.

Apfelessig und die Reduzierung von Falten

Die in Apfelessig enthaltenen Fruchtsäuren sollen die Poren verengen und somit vorbeugend gegen Falten wirken oder bestehende Falten mildern können. Die Anwendung als Gesichtswasser wird hierfür vorgeschlagen.

Apfelessig zur Gewichtsreduktion

Obwohl Apfelessig eine appetitzügelnde Wirkung zugeschrieben wird und er im Rahmen von Diäten zur Unterstützung beim Abnehmen eingesetzt wird, ist eine wissenschaftliche Bestätigung dieser Effekte rar. Ernährungsexperten betonen, dass eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung unerlässlich für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion sind. Die zusätzliche Einnahme von verdünntem Apfelessig vor den Mahlzeiten kann jedoch als ergänzende Maßnahme versucht werden.

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Förderung der Verdauung mit Apfelessig

Apfelessig kann durch seine antibakterielle Wirkung dazu beitragen, schädliche Bakterien im Darm zu reduzieren und so eine gesunde Darmflora zu fördern. Dies kann Verdauungsproblemen wie Blähungen und Verstopfung entgegenwirken. Auch bei Darmpilzinfektionen soll Apfelessig unterstützend wirken. Die innere Anwendung als Zusatz zu Speisen, als Trunk oder in Form einer Apfelessig-Kur wird empfohlen.

Achtung: Bei akuten entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen ist vor der Anwendung von Apfelessig ärztlicher Rat einzuholen.

Apfelessig in der Wundbehandlung

Aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften eignet sich Apfelessig zur Reinigung offener Wunden. Ein mit unverdünntem Apfelessig getränktes, steriles Tuch kann zur Wundabtupfung verwendet werden.

Apfelessig als Begleitung bei Kalkschulter und Gicht

Bei der Kalkschulter, einer schmerzhaften Kalkablagerung im Schultergelenk, und bei Gicht, einer Stoffwechselerkrankung, kann Apfelessig unterstützend eingesetzt werden. Die innere Anwendung soll entzündungshemmend wirken und die Reduktion von Kalkablagerungen fördern.

Wichtig: Apfelessig ersetzt keine professionelle medizinische Behandlung bei Kalkschulter oder Gicht.

Apfelessig bei Zahn- und Zahnfleischproblemen

Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) und Parodontitis werden durch Mundbakterien verursacht. Eine Mundspülung mit verdünntem Apfelessig nach dem Zähneputzen kann helfen, diese Bakterien zu bekämpfen. Ein anschließendes gründliches Nachspülen mit Wasser ist wichtig, um den Zahnschmelz vor der Säure zu schützen.

Apfelessig bei Mandelentzündung

Bei schmerzhaften Entzündungen im Rachenraum, wie einer Mandelentzündung, kann das Gurgeln mit verdünntem Apfelessig zur Linderung beitragen und die Entzündung lokal bekämpfen.