Zurück ins Leben: Dirk Boßmeyers Weg nach dem Arbeitsunfall

In der Welt des Arbeitslebens, wo Sicherheit und Wohlbefinden an erster Stelle stehen sollten, ereignen sich manchmal schwere Unfälle, die das Leben von Menschen von Grund auf verändern. Die Geschichte von Dirk Boßmeyer ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Mut, Entschlossenheit und die Unterstützung eines Arbeitgebers einen Weg zurück in die Normalität ebnen können, selbst nach einem einschneidenden Verlust. Dieser Bericht beleuchtet Boßmeyers Kampf nach einem schweren Arbeitsunfall, bei dem er ein Bein verlor, und seine erfolgreiche Rückkehr in den Beruf, was ihm schließlich den renommierten Teilhabepreis „Die Goldene Hand“ des BGHW einbrachte.

Ein Schicksalsschlag auf dem Firmengelände

Die Getränke Essmann KG am Logistikstandort Wattenbek ist die Wirkungsstätte von Dirk Boßmeyer, einem engagierten Gabelstaplerfahrer. Vor drei Jahren ereignete sich hier ein schwerer Arbeitsunfall, der sein Leben dramatisch veränderte. Ein Gabelstapler erfasste ihn, was zu einem gravierenden Verlust führte: seinem linken Bein. Doch Boßmeyers Geist war ungebrochen. Schon bald nach dem Unfall war ihm klar, dass er trotz dieser schweren Verletzung weiterarbeiten wollte. „Ich fühle mich hier in der Firma wohl, das ist Familie für mich hier“, gestand Boßmeyer später. „Und das Erste, was ich dann, wo ich wieder ein bisschen klar war, habe ich Chef angerufen und gesagt ich komme wieder.“ Diese Entschlossenheit war der erste Schritt auf einem langen Weg.

Unterstützung und Selbstverständlichkeit: Das Engagement des Arbeitgebers

Die Reaktion seines Arbeitgebers, der Getränke Essmann KG, war von Anfang an von Solidarität geprägt. Standortleiter Thorsten Hammerich betonte, dass die Unterstützung für verunfallte Mitarbeiter eine Selbstverständlichkeit sei. „Jeder Mitarbeiter hier am Standort arbeitet für uns, für unser Unternehmen. Und jeder, der dann verunfallt, hat auch das Recht von jedem Arbeitgeber der Welt, also nicht nur von uns, dann Unterstützung zu erfahren. Dass dieser Mensch wieder seiner Arbeit nachgehen kann. Das gibt für mich gar keine Diskussion darüber“, erklärte Hammerich. Diese Haltung schuf die Grundlage für Boßmeyers erfolgreiche Wiedereingliederung.

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Die Rückkehr: Ein Neuanfang mit Herausforderungen

Nach gut einem Jahr der Genesung war es so weit: Dirk Boßmeyer kehrte in sein Unternehmen zurück. „Der erste Tag war für mich wie nach Hause kommen“, erinnerte er sich. „Man kennt die Leute hier und die haben einfach gefehlt. Wir kämpfen hier zusammen, wir verlieren hier zusammen und wir gewinnen hier zusammen. Das ist wie im Fußball.“ Diese enge Verbundenheit mit seinen Kollegen und dem Unternehmen motivierte ihn zusätzlich.

Die Wiedereingliederung verlief dank der Anpassungen reibungslos. Ein speziell umgebauter Gabelstapler ermöglichte es Boßmeyer, trotz des fehlenden linken Beins wieder seiner Arbeit nachzugehen. Da er das linke Bein nicht nutzen konnte, wurde das Fahrzeug mit einer Handschaltung für die Vorwärts- und Rückwärtsbewegung ausgestattet, die er mit seiner rechten Hand bediente. Sobald er Feierabend hatte, schaltete er den Gabelstapler per Chip wieder in den Normalbetrieb um, sodass beide Pedale bewegt werden konnten. Zusätzlich wurde ihm ein Schreibtisch-Arbeitsplatz eingerichtet, um ihm Pausen und Erholung zu ermöglichen.

Die Berufsgenossenschaft (BG) unterstützte das Unternehmen maßgeblich bei der Entwicklung von Lösungsstrategien. „Wir haben zusammen die Lösungsstrategien entwickelt und haben, wie man glaube ich sieht, das Ergebnis spricht für sich“, fasste Hammerich zusammen.

Dankbarkeit und Stolz: Ein Vorbild für Inklusion

Dirk Boßmeyer äußerte tiefe Dankbarkeit für die ihm zuteilgewordene Unterstützung. „Ich bin einfach nur dankbar. Und dass mir das hier alles ermöglicht worden ist und dass er so hinter mir gestanden hat. Ist eigentlich selten, sage ich mal, und da bin ich sehr stolz drauf.“ Seine Geschichte ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Inklusion am Arbeitsplatz gelingen kann. Hammerich bekräftigte abschließend die Wichtigkeit, keinen Mitarbeiter nach einem Unfall im Stich zu lassen: „Kein Mitarbeiter, der für ein Unternehmen tätig ist und verunfallt, hat verdient, hängen gelassen oder gegebenenfalls seine Arbeitsstelle zu verlieren.“

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Für seine herausragende Leistung und seine inspirierende Geschichte wurde Dirk Boßmeyer gemeinsam mit der Getränke Essmann KG mit dem Teilhabepreis „Die Goldene Hand“ der BGHW für das Jahr 2025 ausgezeichnet. Sein Weg zeigt eindrucksvoll, dass Verluste zwar schmerzhaft sein können, aber mit der richtigen Unterstützung und dem eigenen Willen ein erfülltes Berufsleben weiterhin möglich ist.