Ein jährlicher Gesundheits-Check-up ist ein fundamentaler Baustein für ein langes und gesundes Leben. Insbesondere zu Beginn eines neuen Jahres nehmen sich viele Menschen vor, mehr für ihre Gesundheit zu tun. Ein proaktiver Ansatz, der regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Hausarzt einschließt, kann entscheidend dazu beitragen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und präventiv zu handeln.
Die Bedeutung des Gesundheits-Checks für Ihre Vorsorge
Gesundheits-Checks sind weit mehr als nur eine Routineuntersuchung; sie sind ein entscheidendes Instrument zur Früherkennung von potenziellen Gesundheitsrisiken. Bei diesen Vorsorgeuntersuchungen können Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, Nierenprobleme oder Stoffwechselstörungen in einem Stadium identifiziert werden, in dem sie noch effektiv und oft mit geringerem Aufwand behandelt werden können. Der Arzt berücksichtigt dabei gezielt Ihre individuelle Krankengeschichte sowie familiäre Vorbelastungen, um genetische Prädispositionen, beispielsweise für bestimmte Krebsarten, frühzeitig zu erkennen. Durch gezielte Anpassungen Ihres Lebensstils, basierend auf den Ergebnissen, können Sie aktiv Einfluss auf Ihre Gesundheit nehmen und somit das Auftreten von Symptomen oder das Fortschreiten bestehender Erkrankungen verhindern.
Der Ablauf eines Check-ups beim Hausarzt
Ein Gesundheits-Check-up beim Hausarzt folgt einem strukturierten Ablauf, um ein umfassendes Bild Ihres Gesundheitszustandes zu erhalten:
- Anamnesegespräch: Im ersten Schritt wird Ihr Arzt Sie nach aktuellen Beschwerden befragen und Ihr gesundheitliches Risikoprofil ermitteln. Hierbei werden auch Fragen zu Ihren Lebensgewohnheiten wie Ernährung, sportliche Aktivität, Stresslevel sowie Alkohol- und Nikotinkonsum gestellt.
- Körperliche Untersuchungen: Diese umfassen die Untersuchung des Brustkorbs, das Abhören von Lunge, Herz und Schlagadern, eine Bauchuntersuchung sowie eine Untersuchung des Bewegungsapparates, der Haut, des Nervensystems und der Sinnesorgane. Des Weiteren werden die Fußpulse ertastet, psychische Symptome erfasst und Ihr Blutdruck gemessen.
- Laboruntersuchung: Ab dem 35. Lebensjahr (oder ab 18 Jahren bei Vorliegen von Risikofaktoren wie Bluthochdruck oder Diabetes) werden Ihr Blut und Ihr Urin auf verschiedene Parameter untersucht.
- Besprechung und Empfehlungen: Die Ergebnisse der Untersuchung werden ausführlich mit Ihnen besprochen. Darauf basierend erhalten Sie persönliche Empfehlungen, beispielsweise zur Ernährung oder Bewegung, angepasst an Ihre individuellen Risikofaktoren.
- Hepatitis-Screening: Ab dem 35. Lebensjahr wird ein Screening auf Hepatitis B und C durchgeführt.
- Ultraschalluntersuchung: Ab dem 65. Lebensjahr kann eine Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaneurysmas erfolgen.
Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse
Die Kosten für die notwendigen Untersuchungen im Rahmen eines Gesundheits-Check-ups werden in der Regel von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Dies gilt nicht nur für Hausärzte, sondern auch für Fachärzte. Privatversicherte haben oft Anspruch auf die gleichen Vorsorgeuntersuchungen und häufig auch auf zusätzliche Präventionsmaßnahmen. Es ist ratsam, sich im Vorfeld bei Ihrer privaten Krankenkasse nach den genauen Leistungen zu erkundigen.
Vorsorge für verschiedene Altersgruppen
- 18 bis 34 Jahre: Der Gesundheits-Check-up kann einmalig in diesem Zeitraum in Anspruch genommen werden. Bei spezifischen Risiken wie Übergewicht oder Bluthochdruck ist eine Wiederholung alle drei Jahre möglich.
- Ab 35 Jahren: Ab diesem Alter können Sie alle drei Jahre einen Gesundheits-Check-up durchführen lassen. Dieser beinhaltet standardmäßig ein Lipidprofil (Fettstoffwechsel) und eine Blutzuckermessung. Zusätzlich wird eine Urinprobe analysiert, um Eiweiß, rote und weiße Blutkörperchen, Nitrit und Glukose zu bestimmen. Alle zwei Jahre steht Ihnen zudem ein Hautkrebs-Screening beim Dermatologen zu.
- 50 bis 54 Jahre: In dieser Altersspanne kann eine zusätzliche Vorsorgeuntersuchung zur Darmkrebs-Früherkennung erfolgen. Dies beinhaltet die Abgabe einer Stuhlprobe zur Untersuchung auf Blut (Hämoccult- oder iFOBT-Test). Bei positivem Befund wird eine Darmspiegelung zur weiteren Diagnostik empfohlen. Männern wird ab 50 und Frauen ab 55 Jahren generell eine Darmspiegelung alle zehn Jahre empfohlen.
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
Neben den von den Krankenkassen abgedeckten Leistungen können im Rahmen eines Check-ups auch individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) angeboten werden. Diese Zusatzleistungen sind nicht Teil des Standardprogramms und müssen vom Patienten selbst getragen werden. Eine zweite Meinung hierzu kann beispielsweise über eine Online-Sprechstunde eingeholt werden.
Spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Frauen
Frauen profitieren von spezifischen Vorsorgeuntersuchungen, die auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind:
- Ab 20 Jahre: Genitaluntersuchung zur Krebsfrüherkennung.
- Ab 25 Jahre: Testung auf Infektionen mit Chlamydia trachomatis.
- Ab 30 Jahre: Brustuntersuchung zur Krebsfrüherkennung.
- Ab 35 Jahre: Zytologisches Screening mit HPV-Test zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs, alle drei Jahre.
- Ab 50 Jahre: Mammographie-Screening zur Brustkrebsfrüherkennung, alle zwei Jahre.
Spezielle Vorsorgeuntersuchungen für Männer
Auch Männern stehen spezielle Vorsorgeangebote zur Verfügung:
- Ab 45 Jahre: Prostata- und Genitaluntersuchung zur Krebsfrüherkennung.
- Ab 60 Jahre: Ultraschalluntersuchung der Aorta zur Früherkennung eines Aneurysmas.
Was Sie selbst für Ihre Gesundheit tun können
Neben den ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen spielt Ihr eigener Lebensstil eine entscheidende Rolle für Ihre Gesundheit:
Gesunde Ernährung
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich fünf Portionen Obst und Gemüse. Bevorzugen Sie pflanzliche Öle anstelle von Butter und integrieren Sie ein- bis zweimal pro Woche Fisch in Ihren Speiseplan. Der Fleischkonsum sollte auf 300-600g pro Woche beschränkt werden. Hülsenfrüchte wie Linsen und Kichererbsen sowie Vollkornprodukte sind ausgezeichnete gesunde Alternativen.
Körperliche Aktivität
Regelmäßige Bewegung stärkt das Immunsystem, reduziert Stress und schützt vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 bis 300 Minuten moderate bis intensive Bewegung pro Woche. Reduzieren Sie zudem Ihre Sitzzeiten und bauen Sie regelmäßige Bewegungspausen ein.
Stressbewältigung
Chronischer Stress kann sich negativ auf Ihre körperliche und psychische Gesundheit auswirken. Zahlreiche Krankenkassen bieten Kurse zur Stressbewältigung an. Techniken wie Yoga oder Progressive Muskelrelaxation können helfen, das Stresslevel zu senken. Das Setzen und Priorisieren eigener Bedürfnisse sowie das Einplanen von Ruhephasen sind essenziell für die Regeneration.
Regelmäßige Gesundheitskontrollen
Nutzen Sie konsequent die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen und suchen Sie bei Bedarf ärztlichen Rat. Früherkennung und Prävention sind Eckpfeiler einer effektiven Gesundheitsversorgung. Unser Gesundheitsportal bietet Ihnen weitere Informationen zu Krankheitsbildern und Symptomen. Die arzt-direkt App ermöglicht Ihnen zudem, Gesundheitsfragen unkompliziert von unterwegs zu klären.

