Fette sind ein essenzieller Bestandteil unserer Ernährung, vergleichbar mit Kohlenhydraten und Proteinen. Sie liefern nicht nur wichtige Fettsäuren, von denen einige vom Körper nicht selbst produziert werden können und über die Nahrung aufgenommen werden müssen, sondern sind auch unerlässlich für die Aufnahme fettlöslicher Vitamine. Darüber hinaus spielen Fette eine entscheidende Rolle als Geschmacksträger und verleihen unseren Speisen Aroma. Es ist jedoch von großer Bedeutung, zwischen gesunden und ungesunden Fetten zu unterscheiden, um eine optimale Gesundheit zu gewährleisten. Gesunde Fette sind entscheidend für zahlreiche Körperfunktionen.
Ungesunde Fette: Gesättigte Fettsäuren und ihre Risiken
Als ungesund gelten insbesondere Fette mit einem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren. Diese finden sich vorwiegend in tierischen Produkten wie Fleisch, Wurst, Eiern und fetten Milchprodukten (Butter, Sahne, Käse). Auch Kokosfett, Butterschmalz und Palmöl sind reich an gesättigten Fettsäuren. Diese Fette sind oft fest bei Raumtemperatur und lassen sich gut erhitzen, was sie für Braten und Frittieren beliebt macht.
Ein übermäßiger Konsum von gesättigten Fettsäuren kann den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen, insbesondere das LDL-Cholesterin. Dies wird mit einem gesteigerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht. Ernährungsmedizinerin Dr. Silja Schäfer betont, dass langkettige gesättigte Fette hierbei eine besondere Rolle spielen. Obwohl die wissenschaftliche Datenlage noch nicht abschließend ist, gibt es Hinweise darauf, dass ein hoher Verzehr tierischer Fette das Risiko für Krebs und Herzerkrankungen erhöhen kann. Ein moderater Verzehr von Milchprodukten und Eiern wird jedoch nach aktueller Studienlage als unbedenklich eingestuft.
Gesunde Fette: Ungesättigte Fettsäuren als wertvolle Nährstoffe
Die sogenannten “guten Fette” umfassen vor allem einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Diese sind bei Raumtemperatur flüssig und kommen reichlich in pflanzlichen Lebensmitteln wie Nüssen, Samen und pflanzlichen Ölen wie Olivenöl oder Rapsöl vor.
Besonders wichtig sind die mehrfach ungesättigten Fettsäuren, da der Körper sie nicht selbst herstellen kann und sie über die Nahrung aufnehmen muss. Dazu gehören die essenziellen Fettsäuren Alpha-Linolensäure (ALA), eine Omega-3-Fettsäure, und Linolsäure, eine Omega-6-Fettsäure. Lebensmittel, die reich an diesen ungesättigten Fettsäuren sind, sollten regelmäßig auf dem Speiseplan stehen. Walnüsse sind beispielsweise ein idealer Snack.
Die Bedeutung von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
Ungesättigte Fettsäuren sind für zahlreiche Körperfunktionen unerlässlich. Sie können dazu beitragen, einen erhöhten Cholesterinspiegel zu senken und wirken sich positiv auf Zellwände, die Gehirnfunktion und den Blutdruck aus. Omega-3-Fettsäuren, die beispielsweise in Leinsamen und fettem Fisch wie Lachs enthalten sind, spielen eine besondere Rolle für das Immunsystem. Während Linolsäure (Omega-6) essenziell ist, kann ein Übermaß davon Entzündungen im Körper fördern. Daher empfehlen Ernährungswissenschaftler, beim Kochen vermehrt auf Omega-3-haltiges Rapsöl anstelle von Sonnenblumenöl zurückzugreifen.
Transfette: Eine versteckte Gefahr in Fertigprodukten
Transfette sind eine besondere Form ungesunder Fette, die häufig in industriell verarbeiteten Lebensmitteln wie Fast Food (Burger, Pommes Frites) und Backwaren vorkommen. Sie entstehen durch die industrielle Härtung von ungesättigten Fettsäuren oder durch mehrfaches Erhitzen beim Backen und Frittieren. Transfette können den Cholesterinspiegel erhöhen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall signifikant steigern. Sie können zudem den Appetit auf ungesunde Lebensmittel fördern.
Transfette erkennen und vermeiden
In der Zutatenliste von Lebensmitteln sollten Sie auf Begriffe wie “gehärtete Fette” oder “teilweise gehärtete Fette” achten, da diese auf einen Transfettgehalt hinweisen können. Auch bei der Zubereitung zu Hause ist Vorsicht geboten: Hitzestabile ungesättigte Fette sollten nicht übermäßig erhitzt werden, um die Bildung von Transfetten zu vermeiden.
Tipps für eine fettbewusste Ernährung
Eine gesunde Ernährung mit Fetten erfordert bewusste Entscheidungen. Integrieren Sie folgende Maßnahmen in Ihren Alltag:
- Bevorzugen Sie pflanzliche Fette gegenüber tierischen Fetten.
- Meiden Sie Transfette, insbesondere in Fertigprodukten, Backwaren und Chips.
- Kochen Sie möglichst oft selbst, um die Kontrolle über die Zutaten zu behalten.
- Verwenden Sie beim Kochen hochwertige pflanzliche Öle wie Olivenöl oder Rapsöl.
- Für hohe Temperaturen beim Braten eignen sich hitzebeständige Fette wie Butterschmalz oder natives Kokosöl.
- Für kalte Speisen wie Salate sind Leinöl oder Nussöle empfehlenswert.
- Wählen Sie tierische Produkte wie Butter, Käse und Fleisch in Bio-Qualität, da diese oft ein günstigeres Fettsäureprofil aufweisen.
- Integrieren Sie ein- bis zweimal pro Woche fetten Fisch wie Lachs in Ihre Ernährung.
- Verzehren Sie regelmäßig Nüsse, Samen, Kerne, Oliven oder Avocado als Snack oder im Salat. Weizenkeime sind ebenfalls eine gute Ergänzung.
Durch diese einfachen Anpassungen können Sie Ihre Fettaufnahme optimieren und einen wichtigen Beitrag zu Ihrer langfristigen Gesundheit leisten.

