Deutsche Esskultur: Mehr als nur Tradition

Die deutsche Esskultur ist reich und vielfältig, geprägt von regionalen Unterschieden, historischen Einflüssen und festen Traditionen. Von deftigen Hauptgerichten bis hin zu süßen Leckereien spielt das Essen eine zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben und in der Familie. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Geburtstagskuchen, regionale Spezialitäten und die Debatte um gesunde Alternativen.

Die Bedeutung des Geburtstagskuchens

Der Geburtstagskuchen ist weit mehr als nur ein süßes Dessert; er ist ein Symbol für familiäre Wärme und gelebte Tradition. Im Hause von Frau Rührwerk war es seit jeher Brauch, dass die Mutter am Geburtstag einen selbstgebackenen Kuchen zubereitete. Kein aufwendiges Meisterwerk mit Fondant, sondern ein solider, schmackhafter Kuchen. Oftmals war es eine Pfarrhaustorte oder eine Aargauer Rüeblitorte, deren besondere Note die eingebackenen und aufdekorierten Marzipanmöhren waren.

Die Kuchenzeremonie: Ein heiliges Ritual

Die Zeremonie rund um den Geburtstagskuchen ist festlich und von großer Bedeutung. Die Kerzen werden bereits in der Küche entzündet, bevor der Kuchen mit seinem flackernden Licht ins Esszimmer getragen wird. Gemeinsam stimmen die Anwesenden ein Geburtstagsständchen an. Ist es Abend, wird sogar das Licht gelöscht, um die Kerzen besonders zur Geltung zu bringen. Anschließend bläst das Geburtstagskind die Kerzen aus und wünscht sich heimlich etwas. Der Applaus der Gäste markiert den Höhepunkt, bevor das köstliche Gebäck – wie es sein sollte – gemeinsam genossen wird.

Persönliche Geburtstagserlebnisse: Vom 30. bis zum 40.

Am 30. Geburtstag gab es ein prächtiges Fest mit einem reichhaltigen Buffet, zu dem auch Freunde und Bekannte kamen, die sich jedes Jahr auf dieses Zusammentreffen freuten. Der Kuchen war ein klassischer Rüeblikuchen mit weißer Zitronenglasur und den obligatorischen eingesteckten Marzipanmöhren. Da jedoch viele Gäste eigene Beiträge zum Dessertbuffet mitbrachten, blieb die Hälfte des Kuchens übrig. Dieser sollte am nächsten Tag mit ins Büro genommen werden, doch die Marzipanmöhren wurden heimlich von einem Gast “geklaut”, was den Kuchen für die Mitnahme ungeeignet machte. Frau Rührwerk lernte in diesem Moment, dass Kuchen sich hervorragend einfrieren lässt: Nach dem Einfrieren in mundgerechten Stücken auf Backpapier können sie portionsweise zu einer Tasse Kaffee genossen werden.

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Am 40. Geburtstag fand die Feier bereits im eigenen Haus statt, nachdem die jährlichen Partys in der kleineren Wohnung eingeschlafen waren. Frau Rührwerk lud ein, kochte und ihre Mutter buk den Kuchen. Eine Freundin unterstützte sie tatkräftig, eine bewährte Arbeitsteilung, die es der Gastgeberin ermöglicht, sich um die Gäste zu kümmern. Ein kleiner Schockmoment entstand, als der Mann den Kuchen ohne angezündete Kerzen ins Zimmer brachte – ein für Frau Rührwerk inakzeptabler Bruch der Tradition, der ihr bis heute in Erinnerung geblieben ist.

Der “gesunde” Kuchen und die Frage nach Genuss

In den letzten Jahren gab es sowohl wunderbare Geburtstage, wie das von Mann organisierte Überraschungsfest, als auch schwierigere Momente, wie den Lockdown im letzten Jahr. Der diesjährige Geburtstag, ebenfalls noch unter den Bedingungen der Corona-Pandemie, war dennoch ein schöner Tag, geprägt von lieben Nachrichten, Blumen, Geschenken und einem gemütlichen Beisammensein mit der Familie.

Der Geburtstagskuchen dieses Jahres war jedoch “gesund” – mit Vollkornmehl und Rohrzucker oder Zuckerersatz zubereitet. Obwohl sie sich über die Geste und die gemeinsame Zeit freute, ist Frau Rührwerk überzeugt: Bei Weihnachtsplätzchen und Geburtstagskuchen darf nicht gespart werden. Weder am Zucker noch am Mehl. Diese traditionellen Genüsse sollen nach Kindheit schmecken und purer Genuss sein. Lieber kleinere Portionen, aber mit dem exakten Zuckergehalt und dem richtigen Rübenzucker, wie es sich gehört.

Zucker: Sparsamkeit das ganze Jahr über – außer an Festtagen

Frau Rührwerk plädiert dafür, das ganze Jahr über Zucker zu sparen, wo es angebracht ist. In Tomatensauce oder Brot gehöre seiner Meinung nach kein Zucker. Bei vielen Lebensmitteln gebe es gesunde Alternativen, und bei Konfitüre könne eine reduzierte Zuckermenge sogar den Fruchtgeschmack unterstreichen, anstatt ihn zu überdecken. Daher stellt sie Fruchtaufstriche mit maximal 42% Gesamtzucker her. Nach Schweizer Lebensmittelgesetz gilt dies als Fruchtaufstrich.

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An Geburtstagen und Weihnachten jedoch, so betont sie, wird im Hause Rühr-Werk nicht gespart. Genuss hat dann Vorrang. Sie beruhigt, dass dieses Thema mit ihrer Mutter besprochen wurde und beide darüber schmunzeln können.

Gibt es bei Ihnen auch solche Geburtstagstraditionen? Oder gibt es Speisen, die trotz Nachhaltigkeits- und Gesundheitsbewusstsein so sein müssen, wie sie immer waren? Teilen Sie Ihre Gedanken in den Kommentaren!