Fußpilz, medizinisch als Tinea pedis bekannt, ist eine weit verbreitete und oft lästige Pilzinfektion, die fast ein Drittel der Bevölkerung in Industrieländern betreffen kann. Die Infektion wird hauptsächlich durch den Fadenpilz Trichophyton rubrum verursacht und äußert sich durch unangenehmes Jucken, Rötungen und schuppende Haut, insbesondere in den Zehenzwischenräumen. Fußpilz ist nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern kann auch zu schwerwiegenderen Infektionen führen, wenn er unbehandelt bleibt. Daher ist eine frühzeitige Behandlung entscheidend, um die Ausbreitung zu verhindern und Komplikationen zu vermeiden.
Ursachen und Risikofaktoren für Fußpilz
Die Haut ist normalerweise durch ihren natürlichen Säureschutzmantel und eine schützende Bakterienschicht, die Hautflora, vor Pilzinfektionen geschützt. Wenn diese Schutzbarriere jedoch geschädigt ist, können Pilze eindringen und sich in der Hornschicht der Haut ausbreiten. Verschiedene Faktoren können die Anfälligkeit für Fußpilz erhöhen:
- Geschwächtes Immunsystem: Ein beeinträchtigtes Immunsystem verringert die Widerstandsfähigkeit der Haut.
- Durchblutungsstörungen: Erkrankungen wie Diabetes mellitus können die Hautgesundheit beeinträchtigen.
- Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Hautelastizität und die natürliche Schutzfunktion ab.
- Feuchtigkeit und Wärme: Pilze gedeihen in warmen, feuchten Umgebungen. Das Tragen von synthetischer Kleidung oder engen Schuhen, die nicht atmungsaktiv sind, schafft ideale Bedingungen für Pilzwachstum, insbesondere zwischen den Zehen.
- Barfußlaufen an öffentlichen Orten: Schwimmbäder, Saunen, Umkleideräume und Gemeinschaftsduschen sind häufige Orte, an denen Fußpilz übertragen wird.
- Fußdeformationen und enge Schuhe: Druckstellen und Engstand der Zehen können die Haut schädigen und die Anfälligkeit erhöhen.
Männer sind häufiger von Fußpilz betroffen als Frauen, was auf unterschiedliche Hautbeschaffenheiten und Schweißproduktion zurückgeführt werden kann.
Symptome von Fußpilz
Die ersten Anzeichen von Fußpilz sind oft ein unangenehmes Jucken und Brennen in den Zehenzwischenräumen. Daraufhin kann sich die Haut röten und schuppen. Im weiteren Verlauf können sich kleine Bläschen bilden oder die Haut kann sich weißlich und schuppig ablösen. Wenn diese Hautschichten aufreißen, entstehen kleine Risse, die als Eintrittspforte für bakterielle Infektionen dienen können.
Erscheinungsformen von Fußpilz
Es gibt verschiedene Formen von Fußpilz:
- Interdigitale Mykose: Dies ist die häufigste Form, die typischerweise im vierten Zehenzwischenraum beginnt und sich auf andere Zehenzwischenräume ausbreitet.
- Mokassin-Mykose (squamös-hyperkeratotische Form): Bei dieser Form sind zunächst die Fußsohlen, Fersen und Ballen betroffen. Die Haut wird trocken, schuppig und kann sich verdicken, was zu schmerzhaften Rissen führt. Diabetiker sind hierfür besonders anfällig.
- Vesikulös-dyshidrotische Form: Diese seltene Form äußert sich durch kleine, juckende Bläschen, die sich an den Fußkanten und am Fußgewölbe bilden und zu Spannungsgefühlen führen können.
Ausbreitung und Komplikationen
Unbehandelter Fußpilz kann sich über den gesamten Fuß ausbreiten und sogar die Fußnägel befallen, was zu Nagelpilz (Onychomykose) führt. Gelbliche, brüchige Nägel sind ein häufiges Symptom. Die abgelösten Hautschuppen können leicht auf Textilien haften bleiben und so den Pilz auf andere Körperteile oder Personen übertragen.
Eine der größten Gefahren eines unbehandelten Fußpilzes sind Sekundärinfektionen durch Bakterien, die durch die geschädigte Haut oder Risse eindringen. Dies kann zu schweren Hautentzündungen wie einer Wundrose (Erysipel) führen, die ärztliche Behandlung erfordert.
Eine ausgewogene Ernährung kann das Immunsystem stärken und die Hautgesundheit fördern.
Diagnose und Therapie
Bei Verdacht auf Fußpilz sollte umgehend ein Hautarzt oder Podologe aufgesucht werden. Die Diagnose erfolgt meist durch eine klinische Untersuchung, bei der der Arzt Hautschuppen entnimmt und mikroskopisch untersucht. Gegebenenfalls wird eine Pilzkultur angelegt, um die genaue Pilzart zu identifizieren und die Therapie entsprechend anzupassen.
Die Behandlung von Fußpilz zielt darauf ab, die Lebensbedingungen für die Pilze zu verschlechtern und sie abzutöten:
- Hygiene: Die Füße sollten stets gut abgetrocknet werden, besonders zwischen den Zehen. Regelmäßiges Lüften der Füße und das Tragen von atmungsaktiven Schuhen sind wichtig.
- Medikamente: Antimykotische Cremes, Gele, Sprays oder Puder werden äußerlich angewendet, um das Pilzwachstum zu hemmen oder die Pilze abzutöten. Bei schweren Infektionen können ärztlich verordnete Tabletten notwendig sein. Die Anwendung sollte konsequent über mehrere Wochen erfolgen, auch nach Abklingen der Symptome.
- Ernährung: Eine antientzündliche Ernährung mit reduzierter Zuckerkonsum und dem Meiden säurebildender Lebensmittel kann das Immunsystem stärken und die Hautabwehr verbessern.
- Hausmittel: Bäder mit Eichenrinde können aufgrund ihrer adstringierenden und entzündungshemmenden Eigenschaften Linderung verschaffen und die Haut stärken.
Behandlung von Nagelpilz
Nagelpilz ist hartnäckiger und erfordert oft eine längere Behandlungsdauer. Eine medizinische Fußpflege kann hilfreich sein. Die Behandlung umfasst pilztötende Nagellacke und gegebenenfalls systemische Medikamente in Tablettenform, die vom Arzt verschrieben werden.
Eine medizinische Fußpflege kann bei der Behandlung von Nagelpilz unterstützen.
Um Fußpilz vorzubeugen, ist es ratsam, öffentliche Bereiche wie Schwimmbäder nur mit Badeschuhen zu betreten, die eigenen Handtücher zu verwenden und die Füße stets gut zu pflegen und abzutrocknen. Bei den ersten Anzeichen von Fußpilz ist eine rasche Behandlung der Schlüssel zu einer schnellen Genesung.

