Die Auslosung der Fußball-WM 2026: Ein Spektakel mit politischem Beigeschmack

Die Welt blickt gespannt auf Washington D.C., wo am 5. Dezember 2025 die Auslosung der Gruppen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 stattfinden wird. FIFA-Präsident Gianni Infantino verspricht ein „größtes Event aller Zeiten“ und eine pompöse Show, die ein Milliardenpublikum fesseln soll. Doch hinter den Kulissen brodelt es: US-Präsident Donald Trump nutzt die Veranstaltung als politische Bühne, und die Wahl des Austragungsortes Kennedy Center sorgt für Kritik.

Stars und Politik im Kennedy Center

Die Auslosung im größten Saal des Kennedy Centers, der Konzertsaal mit Platz für rund 2.500 Zuschauer, wird zu einem wahren Staraufgebot. Angekündigt sind zahlreiche Fußball-Legenden, Vertreter aller 42 qualifizierten Teams sowie der noch um die letzten sechs Plätze kämpfenden Nationen. Neben den Assistenzgebern wie Tom Brady, Shaquille O’Neal, Wayne Gretzky und Aaron Judge werden auch Heidi Klum und Kevin Hart durch das Programm führen. Musikalische Darbietungen von Andrea Bocelli und Robbie Williams sowie ein Auftritt der Village People sollen für Unterhaltung sorgen.

Doch die Veranstaltung birgt auch politische Brisanz. US-Präsident Donald Trump, bekannt für seine inszenierungsfreudige Art, wird persönlich anwesend sein und hat angekündigt, den roten Teppich ausrollen zu wollen. Dies stößt auf Kritik, da die FIFA-Statuten eigentlich eine politische Nutzung der WM untersagen. Infantino scheint dies jedoch zu ignorieren und nutzt die Bühne für eigene Zwecke.

Der FIFA-Friedenspreis und die Freundschaft zu Trump

Ein weiterer Punkt auf Infantinos Agenda ist die Verleihung des neu geschaffenen FIFA-Friedenspreises. Er sieht die Auslosung als ideale Plattform, um jemanden auszuzeichnen, der sich um den Frieden verdient gemacht hat – eine Anspielung auf Donald Trump, der sich selbst gerne als weltweiten Friedensstifter sieht und auf eine Friedensnobelpreisnominierung hofft. Die enge Freundschaft zwischen Trump und Infantino ist kein Geheimnis. Trump bezeichnet Infantino als „unglaublichen Typen“ und ist regelmäßiger Gast im Weißen Haus. Im August 2025 überreichte Infantino Trump sogar den WM-Pokal, mit der Begründung, dass nur Sieger ihn anfassen dürften und Trump ein Siegertyp sei.

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Diese enge Verbindung wirft jedoch auch Fragen auf. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch kritisiert die Intransparenz des FIFA-Friedenspreises, da es kein transparentes Verfahren, keine Nominierten und keine Jury gebe.

Kritik am Austragungsort und finanzielle Unklarheiten

Die Wahl des Kennedy Centers als Austragungsort sorgt ebenfalls für Unmut. Das renommierte Kulturzentrum, das von Trump als „zu woke“ bezeichnet und dessen Vorstand kurzzeitig durch loyale Personen ersetzt wurde, dient nun als Bühne für die WM-Auslosung. Berichten zufolge zahlt die FIFA keine Miete, sondern leistet eine Spende, was angesichts der jüngsten Kontroversen um das Kennedy Center und dessen Finanzverwaltung von demokratischen Senatoren untersucht wird. Die Auslosung der Fußball-WM 2026 birgt somit auch finanzielle und ethische Fragestellungen.

Trump nutzt die WM als politische Bühne

Obwohl die Weltmeisterschaft als unpolitisches Ereignis deklariert wird, nutzt Trump die Gelegenheit, um seine politischen Agenden voranzutreiben. Er hat wiederholt mit der Verlegung von Spielen gedroht, sollte es zu politischen Differenzen mit den Bürgermeistern von Spielorten kommen, insbesondere in Bezug auf die Themen Kriminalität und Einwanderung. Dies verunsichert Fans, die befürchten, dass Trumps harte Einwanderungspolitik das Turnier überschatten könnte. Auf die Frage, ob es im Rahmen der WM zu Festnahmen durch die Einwanderungsbehörde ICE kommen könnte, antwortete der FIFA-Beauftragte des Weißen Hauses, Andrew Giuliani, dass der Präsident nichts ausschließe, was zur Erhöhung der Sicherheit amerikanischer Bürger beitrage. Giuliani zog dabei einen Vergleich zur deutschen Nationalmannschaft und deren starker Abwehr als Metapher für die nationale Sicherheit der USA.

Die bevorstehende Auslosung der WM 2026 verspricht also nicht nur ein fußballerisches Spektakel, sondern auch ein politisches Schaulaufen, das die Weltöffentlichkeit in Atem halten wird. Es bleibt abzuwarten, wie sich die politischen Spannungen auf das Turnier auswirken werden und ob die FIFA ihre Grundsätze der Unparteilichkeit wahren kann. Für Fußballfans bietet sich jedoch die Gelegenheit, die bundesliga heute in vollen Zügen zu genießen und die Vorfreude auf das größte Sportereignis der Welt zu steigern.

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