Der Furkatunnel, eine beeindruckende Ingenieursleistung in den Schweizer Alpen, bietet eine faszinierende Möglichkeit, die atemberaubende Landschaft zu durchqueren und gleichzeitig die Vorteile eines Autotransports zu nutzen. Diese Verbindung zwischen Realp und Oberwald ist nicht nur eine logistische Meisterleistung, sondern auch ein Tor zu unvergesslichen Erlebnissen in der Region Uri und Wallis. Dieser Leitfaden beleuchtet alle wichtigen Aspekte des Autoverlads durch den Furkatunnel, von den Abmessungen und speziellen Bedingungen bis hin zu Buchungsdetails und Sicherheitshinweisen.
Voraussetzungen und Fahrzeugbeschränkungen
Für den Autoverlad durch den Furkatunnel gelten spezifische Regeln, die sowohl die Sicherheit als auch die Effizienz des Transports gewährleisten sollen.
Maximale Abmessungen und Gewicht
Fahrzeuge, die für den Autoverlad zugelassen sind, dürfen ein Gesamtgewicht von 20 Tonnen nicht überschreiten. Dies bezieht sich auf das Gesamtgewicht des Fahrzeugs inklusive Ladung. Die maximalen Abmessungen sind wie folgt festgelegt:
- Höhe: 3,50 Meter
- Breite: 2,50 Meter
Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 3,5 Tonnen sowie Busse mit einer Kapazität von 10 oder mehr Sitzplätzen sind ebenfalls für den Transport zugelassen, sofern sie die genannten Größenbeschränkungen einhalten.
Spezielle Bedingungen und Einschränkungen
Es gibt einige besondere Bedingungen, die beim Autoverlad beachtet werden müssen:
- Voranmeldung: Der Transport von Fahrzeugen, die die Standardmaße überschreiten (Überkapazitätsfahrzeuge), muss im Voraus angemeldet werden. Dies gewährleistet eine reibungslose Planung und Durchführung.
- Beaufsichtigtes Beladen: Das Beladen der Fahrzeuge darf ausschließlich unter Aufsicht von geschultem Personal erfolgen.
- Ausschluss von Anhängern: Großraumfahrzeuge mit Anhänger sind vom Transport ausgeschlossen.
- Pünktlichkeit: Großraumfahrzeuge müssen 15 Minuten vor der geplanten Abfahrt des Zuges bereitstehen.
- Fahrersitz: Die Fahrer von Großraumfahrzeugen reisen im Begleitfahrzeug und nicht in der Fahrerkabine ihres Fahrzeugs.
- Begrenzte Kapazität: Es können nur ein bis zwei übergroße Fahrzeuge auf der Ladeplattform neben dem Begleitfahrzeug platziert werden.
Buchung und Abfahrtszeiten
Eine Reservierung ist für den Autoverlad zwingend erforderlich, um längere Wartezeiten zu vermeiden.
Kontakt für Reservierungen
- Ab Oberwald: Telefonisch unter 027 927 76 66
- Ab Realp: Telefonisch unter 027 927 76 76
Abfahrtszeiten und Fahrtdauer
- Abfahrt Realp: Jede Stunde zur Minute :50. Die Fahrtdauer beträgt 19 Minuten.
- Abfahrt Oberalp: Jede Stunde zur Minute :42. Die Fahrtdauer beträgt 23 Minuten.
Besondere Regelungen für Busse und Reisebusse
Aus Sicherheitsgründen dürfen Passagiere in Fahrzeugen mit mehr als 16 Sitzplätzen nicht im Fahrzeugtransportzug befördert werden. Sie sind verpflichtet, stattdessen einen regionalen Personenzug zwischen Realp und Oberwald (oder umgekehrt) zu nutzen. Die Kosten für diese Fahrkarte sind im Preis des Autotransports inbegriffen. Die Fahrer steigen aus ihren Bussen aus und begeben sich zum Begleitfahrzeug.
Wichtige Informationen zum Beladungsvorgang
Bevor Sie am Verladebahnhof eintreffen, sollten Sie folgende Punkte beachten:
- Reservierungspflicht: Eine Reservierung an den Verladestationen Oberwald und Realp ist obligatorisch. Ohne Reservierung sind längere Wartezeiten unvermeidlich.
- Keine Anhänger: Großraumfahrzeuge mit Anhängern sind von der Verladung ausgeschlossen.
- Bereitschaft: Fahrzeuge müssen 15 Minuten vor der Abfahrt vor Ort sein.
- Gefahrgut ausgeschlossen: Fahrzeuge mit gefährlicher Ladung gemäß ADR/SDR-Vorschriften dürfen nicht verladen werden.
- Ladungssicherung: Offene Ladungen müssen gut gesichert sein.
- Gewichtslimit: Das Gewichtslimit von 20 Tonnen muss strikt eingehalten werden. Dies gilt für das Gesamtgewicht von Fahrzeug und Ladung.
Vor dem Beladen
- Fahrzeugschein: Bei der Ticketkauf muss der Fahrzeugschein vorgelegt werden.
- Anweisungen des Personals: Auf der Rampe sind die Anweisungen des Aufsichtspersonals strikt zu befolgen.
- Zugewiesene Parkplätze: Halten Sie sich an die zugewiesenen Parkbereiche.
- Fahrzeugvermessung: Es kann zu einer Vermessung des Fahrzeugs kommen. Bei Nichteinhaltung der maximalen Abmessungen kann der Transport verweigert werden. Das Fahrzeug muss während der Messung abgesenkt sein.
- Antennen: Antennen müssen eingefahren oder demontiert werden und dürfen während der Fahrt nicht ausgefahren sein, um einen Kontakt mit der Oberleitung zu vermeiden.
- Oberleitung: Seien Sie sich bewusst, dass Sie sich in der Nähe der stromführenden Oberleitung (11.000 V) befinden. Stromschlaggefahr besteht bereits bei Annäherung. Halten Sie keine Objekte in den Händen und nähern Sie sich der Oberleitung nicht.
- Rückspiegel: Die Rückspiegel müssen auf Anweisung eingefahren oder demontiert werden.
- Entzündliche Materialien: Leicht entzündliche Materialien wie Heu, Stroh oder expandiertes Polystyrol dürfen nur in geschlossenen Fahrzeugen transportiert werden, um Funkenflug von der Oberleitung zu vermeiden.
Der Ladevorgang auf den Zug
Das Beladen des Fahrzeugs auf den Zug erfolgt ausschließlich unter der Aufsicht und nach den Anweisungen des Verladepersonals.
- Positionierung: Das Fahrzeug muss längs und mittig auf dem Wagen platziert werden.
- Luftfederung: Fahrzeuge mit Luftfederung müssen abgesenkt werden und nach dem Beladen in dieser Position verbleiben.
- Sicherung: Der Fahrer muss das Fahrzeug sichern, indem er die Feststellbremse anzieht und den Leerlauf einlegt.
- Erdung: Das Fahrzeug wird vom Verladepersonal geerdet und darf erst nach dessen Anweisung wieder bewegt werden.
- Fahrerunterbringung: Fahrer von Großraumfahrzeugen werden im Begleitfahrzeug untergebracht.
Während der Fahrt
- Allgemeine Ladebestimmungen: Es gelten die allgemeinen Ladebestimmungen auf der Rückseite des Tickets.
- Busse ohne Passagiere: Busse dürfen nur ohne Passagiere verladen werden. Die Passagiere reisen während der Durchquerung des Furkatunnels mit den stündlich verkehrenden Regionalzügen.
- Fahrersitz: Der Fahrer reist im Fahrgastabteil des Zuges (im Begleitfahrzeug).
- Notrufnummern: Notruf Schweiz: 112 oder Bahnhof Oberwald/Realp.
- Funkfrequenz: Notfallmeldungen werden über die Funkfrequenz VHF 102.2 übertragen.
Entladung vom Transportzug
- Verlassen des Begleitfahrzeugs: Das Begleitfahrzeug darf erst auf Anweisung des Verladepersonals verlassen werden.
- Fahrzeugfreigabe: Das Fahrzeug kann noch geerdet sein. Es darf nicht bewegt werden, bis das Personal die Erlaubnis erteilt.
- Sicherheit an der Oberleitung: Beachten Sie erneut die Nähe zur stromführenden Oberleitung (11.000 V) und die damit verbundene Stromschlaggefahr.
Der Autoverlad durch den Furkatunnel ist eine bequeme und sichere Möglichkeit, die Alpen zu überqueren. Mit der Beachtung dieser Hinweise wird Ihre Reise zu einem reibungslosen und angenehmen Erlebnis. Planen Sie Ihre Fahrt im Voraus und genießen Sie die spektakuläre Aussicht!

