Auswertung von Umfragen: Häufigkeitsverteilung in Excel

Bevor Sie sich entscheiden, eine Umfrage für Ihre Bachelorarbeit durchzuführen, einen Fragebogen erstellen und sich auf die Suche nach Umfrageteilnehmern begeben, ist es wichtig zu verstehen, dass die erhobenen Daten anschließend ausgewertet werden müssen. Wenn Sie sich für einen qualitativen Ansatz entschieden haben, müssen die offenen Antworten der Befragten kodiert und in Kategorien eingeordnet werden. Gehen Sie hingegen quantitativ vor, steht Ihnen eine statistische Auswertung der Daten bevor.

Gerade für Studierende, die sich zum ersten Mal mit Statistik und Kodierung auseinandersetzen, kann dieser Schritt eine Herausforderung darstellen. Dieser Artikel zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie eine Häufigkeitsverteilung mit Excel erstellen können, stellt eine praktische Vorlage zur Verfügung und listet weitere nützliche Tools für die Auswertung auf.

Statistische Auswertungsverfahren für Umfragen

Für die quantitative Auswertung einer Umfrage steht eine Vielzahl statistischer Verfahren zur Verfügung. Zu den gängigsten gehören:

  • Korrelationsanalyse
  • Regressionsanalyse
  • Häufigkeitsverteilung
  • Kreuztabellen
  • Faktoranalyse

Die Häufigkeitsverteilung ist eines der am häufigsten genutzten Verfahren und oft der erste Schritt vor weiterführenden Analysen, selbst in Studiengängen ohne starken Statistikbezug. Sie zählt, wie oft bestimmte Ergebnisse vorkommen, um diese besser vergleichen zu können.

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Skalenniveaus für Ihren Fragebogen

Um die Ergebnisse Ihrer Umfrage korrekt in Excel übertragen und auswerten zu können, ist es entscheidend, die Skalenniveaus der verwendeten Fragen zu kennen. Grundsätzlich unterscheiden wir hier zwischen drei verschiedenen Möglichkeiten: der Nominalskala, der Ordinalskala und offenen Fragen. Die folgende Anleitung zeigt Ihnen, wie Sie die Kodierung für diese Skalen gestalten, um die Ergebnisse in Excel eingeben zu können.

Nominalskala

Fragen mit einer Nominalskala zeichnen sich durch feste, nicht rangordenbare Antwortkategorien aus. Beispiele hierfür sind Ja/Nein-Fragen. Zur Zählung der Antworten in Excel können diese wie folgt kodiert werden:

Beispiel: Kodierung Nominalskala
Frage: Ernähren Sie sich vegetarisch?
Kodierung:

  • Keine Angabe = 0
  • Ja = 1
  • Nein = 2

Ordinalskala

Bei Fragen mit einer Ordinalskala gibt es eine klare Rangordnung der Antwortmöglichkeiten. Teilnehmende können beispielsweise angeben, inwieweit sie einer Aussage zustimmen oder wie zufrieden sie mit einem bestimmten Aspekt sind. Diesen Antworten können ebenfalls einfach Zahlen zugeordnet werden:

Beispiel: Kodierung Ordinalskala
Frage: Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Ernährung?
Kodierung:

  • Keine Angabe = 0
  • Sehr zufrieden = 1
  • Eher zufrieden = 2
  • Eher unzufrieden = 3
  • Sehr unzufrieden = 4

Offene Fragen

Bei offenen Fragen haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, frei zu antworten, ohne vorgegebene Antwortoptionen. Dies bedeutet, dass jede Antwort individuell ausfallen kann. In diesem Fall tragen Sie den vollständigen Text jeder Antwort Wort für Wort in Ihr Excel-Dokument ein. Neben diesen Skalenniveaus gibt es auch Intervall- und Ratioskalen, deren Auswertung jedoch komplexer ist.

Häufigkeitsverteilung in Excel Schritt für Schritt

Die Erstellung einer Häufigkeitsverteilung in Excel ist unkompliziert und kann in sechs einfachen Schritten erfolgen:

1. Fragebogennummerierung

Weisen Sie jedem Fragebogen eine eindeutige Nummer zu. Tragen Sie diese Nummern untereinander in die erste Spalte Ihrer Excel-Tabelle ein.

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2. Fragebeschreibung

Listen Sie die Nummer und das Thema jeder Frage nebeneinander in der obersten Zeile Ihrer Tabelle auf.

3. Kodierung der Antworten

Übertragen Sie nun alle Antworten aus den Fragebögen unter Verwendung der zuvor definierten Kodierungen. Wenn beispielsweise der Teilnehmende Nr. 1 auf die erste Frage mit „Ja“ geantwortet hat, tragen Sie in das entsprechende Feld (z.B. C3) eine „1“ ein.

4. Erstellung einer Häufigkeitstabelle

Erstellen Sie unterhalb Ihrer erfassten Antworten eine kleine Tabelle. Listen Sie hier die Kodierungen erneut auf und tragen Sie die Anzahl der Häufigkeiten unter jeder entsprechenden Spalte ein.

5. Anwendung der ZÄHLENWENN-Formel

Klicken Sie in das Feld, in dem die jeweilige Häufigkeit gezählt werden soll, und geben Sie folgende Formel ein: =ZÄHLENWENN(FeldX:FeldY; Kodierung). Diese Formel zählt automatisch, wie oft eine bestimmte Antwort (repräsentiert durch die Kodierung) in dem angegebenen Datenfeld vorkommt. Wiederholen Sie diesen Schritt für alle Ihre Antwortkategorien (z.B. 0, 1, 2).

Beispiel: =ZÄHLENWENN(B3:B21; 1)

6. Grafische Darstellung der Ergebnisse

Markieren Sie Ihre erstellte Häufigkeitstabelle. Unter dem Reiter „Einfügen“ in Excel können Sie nun ein Diagramm erstellen lassen, beispielsweise in Form von Balken- oder Säulendiagrammen, um Ihre Ergebnisse visuell darzustellen.

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Zusätzliche Tools für die Fragebogen-Auswertung

Microsoft Excel ist zwar ein mächtiges Werkzeug für die statistische Auswertung, die Berechnung von Formeln und die Erstellung von Tabellen sowie Grafiken, doch es gibt weitere spezialisierte Programme und Online-Tools, die Ihnen bei der Auswertung Ihrer Umfragedaten helfen können:

  • SPSS: Dies ist eine der am weitesten verbreiteten Statistik- und Analysesoftwares, die sich auch für Statistik-Anfänger gut eignet. SPSS bietet einen umfassenden Überblick über Ihre Daten und im Internet finden sich zahlreiche Hilfestellungen zur Anwendung.
  • Online-Tools: Viele Online-Plattformen wie Empirio oder Lamapoll bieten neben der Erstellung von Fragebögen auch einfache Auswertungsmöglichkeiten für die gesammelten Daten an.
  • Google Forms: Wenn Sie Google Forms für die Erstellung Ihres Fragebogens verwendet haben, können Sie die Antworten der Teilnehmer direkt exportieren. Skalierte Fragen bieten hier oft bereits integrierte grafische Auswertungen.
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Häufig gestellte Fragen

Welche Möglichkeiten habe ich für die Auswertung eines Fragebogens?

Microsoft Excel eignet sich gut für die statistische Auswertung von Daten, die Berechnung von Formeln und die Erstellung von Tabellen und Grafiken. Darüber hinaus stehen Ihnen spezialisierte Programme wie SPSS zur Verfügung, die einen guten Überblick über Ihre Daten bieten und viele Hilfestellungen im Internet bereithalten. Online-Tools wie Empirio oder Lamapoll sowie die integrierten Auswertungsmöglichkeiten von Google Forms sind ebenfalls nützliche Alternativen.

Wie kann ich die Häufigkeit in einem Fragebogen mit Excel berechnen?

Die Häufigkeitsverteilung in einem Fragebogen lässt sich in Excel in sechs einfachen Schritten berechnen: 1. Fragebogennummerierung, 2. Fragebeschreibung, 3. Kodierung der Antworten, 4. Erstellung einer Häufigkeitstabelle, 5. Anwendung der ZÄHLENWENN-Formel und 6. Grafische Darstellung der Ergebnisse.

Mit welchen statistischen Verfahren kann ich den Fragebogen auswerten?

Für die quantitative Auswertung eines Fragebogens stehen Ihnen verschiedene statistische Verfahren zur Verfügung, darunter Korrelationsanalyse, Regressionsanalyse, Häufigkeitsverteilung, Kreuztabellen und Faktoranalyse. Die Häufigkeitsverteilung ist oft der erste Schritt und dient dazu, die Häufigkeit bestimmter Ergebnisse zu zählen und vergleichbar zu machen.