Förderungsmöglichkeiten für Bildung für nachhaltige Entwicklung in Deutschland

Deutschland engagiert sich stark für die Förderung einer Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Verschiedene Bundesministerien und Organisationen bieten eine breite Palette an Förderprogrammen und Auszeichnungen, um Akteure zu unterstützen, die sich für eine nachhaltige Zukunft einsetzen. Diese Programme zielen darauf ab, BNE in allen Bildungsbereichen zu verankern und innovative Projekte zu fördern. [Die Förderung von Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein zentraler Bestandteil der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie.]

Nationale Auszeichnungen und Förderprogramme

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vergibt seit 2022 gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission den Nationalen Preis – Bildung für nachhaltige Entwicklung. Dieser Preis würdigt herausragende BNE-Akteure, die BNE in ihrer Struktur umsetzen und in die Gesellschaft tragen.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, eine Nationale Auszeichnung – Bildung für nachhaltige Entwicklung zu erhalten. Diese Auszeichnung richtet sich an BNE-Lernorte und engagierte Akteure. Bewerbungen sind ganzjährig möglich, und die Auszeichnungsveranstaltungen finden mehrmals im Jahr statt.

Das BMBF Förderprogramm “Bildungskommunen” unterstützt Landkreise und kreisfreie Städte bei der Entwicklung eines datenbasierten Bildungsmanagements. Speziell fördert diese Richtlinie auch Projekte aus dem Bereich BNE.

Ein weiteres wichtiges Programm des BMBF ist “Nachhaltig im Beruf – zukunftsorientiert ausbilden (NIB)”. Dieses Programm stärkt die Umsetzung und Verankerung einer Berufsbildung für nachhaltige Entwicklung (BBNE) im Rahmen des Europäischen Sozialfonds.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet ebenfalls vielfältige Fördermöglichkeiten:

  • Das BMZ-Förderprogramm Entwicklungspolitische Bildung (FEB) unterstützt Bildungsarbeit von gemeinnützigen Organisationen in Deutschland.
  • Das Programm “Engagiert die Welt gestalten” fördert Bildungsprojekte in Deutschland, die entwicklungspolitische Zusammenhänge vermitteln.
  • Das Entwicklungspolitische Schulaustauschprogramm (ENSA) fördert Partnerschaften zwischen deutschen Schulen und Schulen in Partnerländern Afrikas, Asiens, Lateinamerikas und Südosteuropas.
  • Das Programm “Junge Engagement” unterstützt Rückkehrende aus entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten in ihrem Engagement im Globalen Lernen.
  • Der Freiwilligendienst “weltwärts” fördert junge Erwachsene, die sich in Partnerländern oder in Deutschland in entwicklungspolitischen Bereichen engagieren möchten.
  • Das ASA-Programm fördert junge Menschen, die sich für globale Zusammenhänge interessieren und Projektpraktika im Ausland absolvieren.
  • Das Deutsch-Afrikanische Jugendwerk (DAJW) fördert Begegnungen von Jugendgruppen und jungen Fachkräften.
  • Das Programm “action!” unterstützt Einzelpersonen, Gruppen und Initiativen bei der Umsetzung von Bildungsaktionen zu globalen Themen und für eine nachhaltige Zukunft.
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Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) fördert Klimaschutzprojekte von Unternehmen und Kommunen. Die Nationale Klimaschutzinitiative unterstützt klimafreundliche Vorhaben in Deutschland. Eine spezifische Förderung besteht für transformative Klimaschutzprojekte, die THG-Neutralität anstreben und zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung beitragen.

Die Förderdatenbank des Bundes bietet einen umfassenden Überblick über Förderprogramme des Bundes, der Länder und der Europäischen Union.

Förderungen im Bereich Stiftungen und weitere Angebote

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert Projekte zum Schutz der Umwelt in verschiedenen Bereichen wie Umwelttechnik, -forschung und -kommunikation. Anträge können kontinuierlich gestellt werden.

Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert innovative Projekte in Studium und Lehre an Hochschulen. Der Bundesverband deutscher Stiftungen ist eine gute Anlaufstelle für Informationen über weitere Stiftungen, die sich regional engagieren.

Die BNE-Akteurskarte bietet eine Übersicht über mögliche Kooperationspartner im Bereich BNE, darunter ausgezeichnete Lernorte und Netzwerke.

Im Rahmen der Ausschreibung “Young Global Citizens” vergibt die finep akademie Fördergelder an kleine zivilgesellschaftliche Organisationen.

Die Publikation “Kleine Förderfibel für Vereine und Verbände im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung” der Regionalen Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien (RENN) bietet einen Leitfaden zu wichtigen Fördertöpfen für gemeinnützige Vereine und Verbände im BNE-Bereich.

Bundeslandspezifische Förderangebote

Viele Bundesländer bieten spezifische Förderprogramme und Informationsplattformen für BNE an:

  • Baden-Württemberg: Die Online-Datenbank BNE-Kompass bietet Informationen zu außerschulischen Angeboten. Das Nachhaltigkeitsbüro der Landesanstalt für Umwelt unterstützt mit dem Programm “Förderung beispielhafter Projekte für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung”.
  • Bayern: Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz informiert über Förderschwerpunkte im Bereich Umweltbildung.
  • Berlin: Die “Koordinierungsstellen Umweltbildung” informieren über lokale Förderangebote.
  • Brandenburg: Die “Aktion Brandenburg” informiert über Fördermöglichkeiten im Sinne der Lokalen Agenda 21.
  • Bremen: “Umweltbildung Bremen” bietet Informationen zu Fördermöglichkeiten für außerschulische Umweltbildung und BNE.
  • Hamburg: Die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft setzt mit der Initiative “Hamburg lernt Nachhaltigkeit” den Masterplan Bildung für nachhaltige Entwicklung 2030 um. Die Koordinierungsstelle Hamburger Masterplan bietet Informationen zu Maßnahmen.
  • Hessen: Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz fördert Projekte zur Umweltbildung und BNE.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur stellt Mittel für die Kulturelle Projektförderung bereit.
  • Niedersachsen: Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung fördert Projekte im Bereich Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit.
  • Nordrhein-Westfalen: Die BNE-Agentur NRW informiert über Fördermöglichkeiten. Die Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen ist eine wichtige Förderinstitution für BNE-Projekte. Das Land unterstützt entwicklungspolitische In- und Auslandsarbeit durch verschiedene Förderprogramme. Das kommunale Förderprogramm NRWeltoffen stärkt Kommunen in der Präventionsarbeit gegen Rechtsextremismus und Rassismus.
  • Rheinland-Pfalz: Der Bildungsserver BNE RLP informiert zu Fördermöglichkeiten für Schulen und außerschulische Lernorte. Das entwicklungspolitische Landesnetzwerk RLP berät zu Fördermöglichkeiten im Kontext Entwicklungszusammenarbeit.
  • Saarland: Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland informiert über amtliche Bekanntmachungen im Bereich BNE.
  • Sachsen: Das Sächsische Staatsministerium für Kultus fördert Kleinprojekte zur Umsetzung der Sächsischen Landesstrategie Bildung für nachhaltige Entwicklung.
  • Sachsen-Anhalt: Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie bietet eine Plattform für Bildungsaktive im Bereich BNE.
  • Schleswig-Holstein: Informationen zur Landesstrategie BNE sind verfügbar. Das Eine-Welt-Landesnetzwerk kann ebenfalls beraten und listet Fördermöglichkeiten auf.
  • Thüringen: Das Nachhaltigkeitszentrum Thüringen informiert über Ausschreibungen im Bereich BNE.
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Diese umfassenden Förderlandschaften bieten zahlreiche Möglichkeiten für Einzelpersonen, Organisationen und Kommunen, sich aktiv für eine nachhaltige Entwicklung einzusetzen und Projekte im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung umzusetzen.