Bluthochdruck und Herzinfarkt: Was Sie wissen müssen

Bluthochdruck ist in Deutschland weit verbreitet und kann unbehandelt zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führen, insbesondere zu einem erhöhten Herzinfarktrisiko. Obwohl ein erhöhter Blutdruck nicht immer sofort besorgniserregend ist, erfordert er doch Aufmerksamkeit und gegebenenfalls ärztliche Behandlung. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen Bluthochdruck und Herzinfarkt und erklärt die wichtigsten Symptome.

Was genau ist Bluthochdruck?

Bluthochdruck, medizinisch Hypertonie genannt, beschreibt einen dauerhaft zu hohen Druck des Blutes in den Arterien. Dieser Druck ist notwendig, damit das Blut vom Herzen in alle Körperteile gepumpt werden kann. Wenn der Druck jedoch chronisch erhöht ist, kann dies die Blutgefäße überlasten und schädigen. Im Laufe der Zeit verlieren die Arterien an Elastizität, und Ablagerungen wie Fett und Cholesterin (Plaque) können sich bilden und die Gefäße verengen. Diese Verengung, bekannt als Atherosklerose, zwingt das Herz, noch stärker zu pumpen, um das Blut zirkulieren zu lassen, was den Blutdruck weiter in die Höhe treibt. Löst sich ein solches Plaque-Stück, kann es zur Bildung eines Blutgerinnsels kommen.

Entstehung eines Herzinfarkts

Ein Herzinfarkt, auch Myokardinfarkt genannt, tritt auf, wenn die Blutversorgung des Herzmuskels blockiert wird. Dies geschieht meist durch ein Blutgerinnsel, das sich an einer verengten Stelle in den Herzkranzgefäßen bildet oder dorthin gelangt. Wenn der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, können die betroffenen Zellen absterben. Dieses abgestorbene Gewebe kann seine Pumpfunktion nicht mehr erfüllen, was die Leistungsfähigkeit des Herzens insgesamt reduziert und zu einem Herzinfarkt führt.

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Blutdruckveränderungen während eines Herzinfarkts

Die Reaktion des Körpers auf einen Herzinfarkt kann zu Veränderungen des Blutdrucks führen. Stresshormone wie Adrenalin werden ausgeschüttet, was das Herz schneller und kräftiger schlagen lässt und den Blutdruck in die Höhe treiben kann. In einigen Fällen kann der Blutdruck jedoch auch sinken. Dies kann passieren, wenn der Herzmuskel durch den Infarkt so stark geschädigt ist, dass er nicht mehr in der Lage ist, einen normalen Blutdruck aufrechtzuerhalten.

Vasovagale Synkope und niedriger Blutdruck

Bei manchen Menschen können die starken Schmerzen eines Herzinfarkts eine vasovagale Synkope auslösen. Dies ist eine übermäßige Reaktion des Parasympathikus, eines Teils des autonomen Nervensystems, der für Ruhe und Erholung zuständig ist. Diese Überreaktion kann zu einem plötzlichen Blutdruckabfall und sogar zu Ohnmacht führen.

Blutdruck als alleiniges Warnsignal?

Es ist wichtig zu verstehen, dass eine Veränderung des Blutdrucks – sei es ein Anstieg oder ein Abfall – nicht zwangsläufig ein Herzinfarkt ist. Der Blutdruck kann aus vielen Gründen schwanken. Während Blutdruckveränderungen bei einem Herzinfarkt auftreten können, sind sie allein kein eindeutiges Anzeichen dafür. Wesentlich aussagekräftiger sind oft andere Symptome.

Typische Anzeichen eines Herzinfarkts

Die klassischen Symptome eines Herzinfarkts umfassen:

  • Ein starkes Gefühl von Enge oder Druck auf der Brust
  • Umschriebene Schmerzen hinter dem Brustbein, die stechend, brennend oder drückend sein können
  • Ausstrahlende Schmerzen in einen oder beide Arme, den Rücken, den Hals oder den Oberbauch
  • Schmerzen oder Taubheitsgefühle im Oberkörper, die bis in die Schulterblätter, den Nacken und den Kiefer reichen können

Zusätzlich können folgende Symptome auftreten:

  • Kurzatmigkeit oder Atemnot
  • Starkes Schwitzen, oft als kalter Schweiß
  • Übelkeit oder Erbrechen
  • Allgemeine Schwäche, Schwindel bis hin zur Bewusstlosigkeit
  • Starke Angstgefühle
  • Schwellungen in den Beinen
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Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Obwohl Herzinfarkte beide Geschlechter betreffen, gibt es Unterschiede. Frauen erleiden Herzinfarkte im Durchschnitt in einem etwas höheren Alter als Männer. Dennoch sterben in Deutschland mehr Frauen an einem Herzinfarkt als beispielsweise an Brustkrebs. Während Männer und Frauen häufig Brustschmerzen als Leitsymptom haben, können die Symptome bei Frauen, älteren Menschen oder Personen mit Diabetes und Herzschwäche variieren. Sie leiden häufiger unter unspezifischen Symptomen wie Atemnot, Übelkeit, Erbrechen oder Schmerzen im Kiefer- und Rückenbereich. Dies führt leider dazu, dass Frauen ihre Symptome manchmal falsch deuten und auf harmlosere Ursachen wie Sodbrennen oder Grippe zurückführen.

Die Symptome können plötzlich auftreten oder sich schleichend entwickeln. Dauern Brustschmerzen länger als fünf Minuten an und lassen sie sich auch in Ruhe nicht lindern, sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wann ärztliche Hilfe suchen?

Bei einem systolischen Blutdruck über 180 mmHg oder unter 90 mmHg, oder bei einem diastolischen Blutdruck über 110 mmHg oder unter 50 mmHg, sollte generell ein Arzt konsultiert werden. Liegen diese Werte ohne weitere Symptome vor, ist eine ärztliche Abklärung ratsam, aber nicht zwingend ein Notfall. Bei gleichzeitigen Symptomen wie Schwindel, Sehstörungen, Brustschmerzen, Atemnot oder starken Kopfschmerzen handelt es sich jedoch um einen Notfall, der sofortige ärztliche Behandlung erfordert.