Die Gewährleistung der körperlichen und geistigen Fitness unserer Pferde ist von größter Bedeutung für ihre Sicherheit und Leistungsfähigkeit. Ein gut trainiertes Pferd ist besser gegen Verletzungen geschützt und kann seine Aufgaben ohne übermäßigen Stress oder Ermüdung bewältigen. Dieser Artikel befasst sich mit den entscheidenden Aspekten der körperlichen Vorbereitung von Pferden, insbesondere im Hinblick auf die bevorstehende Cross-Country-Saison.
Planung der Saison: Ein strategischer Ansatz
Viele Reiter empfinden die Wintermonate oder die kürzere Sommerpause als langweilig, doch gerade diese Zeiten bieten eine wertvolle Gelegenheit zur strategischen Planung. Anstatt die Ergebnisse der vergangenen Saison zu bedauern, sollten wir diese Zeit nutzen, um einen detaillierten Trainingsplan für die kommende Saison zu entwickeln. Der Schlüssel liegt darin, rückwärts von einem saisonalen “Zielereignis” aus zu planen. Dies ermöglicht es uns, die Fitness unserer Pferde nicht über längere Zeiträume auf einem Höchstniveau zu halten, sondern gezielt auf spezifische Wettkämpfe hinzuarbeiten.
Ein solches Zielereignis könnte die Teilnahme an den U.S. Eventing Association Area Championships sein. Für Anfänger kann ein realistischeres Langzeitziel die Teilnahme an einer bestimmten Prüfung sein, wie zum Beispiel “Ride at Land Rover”. Die Auswahl des richtigen Ziels hängt von der Erfahrung des Reiter-Pferd-Paares ab. Wenn das Paar neu in einer bestimmten Leistungsklasse ist, sind mehr Vorbereitungsprüfungen erforderlich, um die nötige Erfahrung zu sammeln. Ein üblicher Rhythmus kann darin bestehen, alle zwei Wochen an einem Wettkampf teilzunehmen, insbesondere auf den niedrigeren Niveaus wie Novice und Training. Bei Bedarf können auch aufeinanderfolgende Wochenenden mit Wettkämpfen eingeplant werden, wobei jedoch eine anschließende Erholungswoche für das Pferd unerlässlich ist.
Erstellung eines Konditionierungsplans
Sobald die Anzahl und die Daten der Wettkämpfe festgelegt sind, beginnt die detaillierte Planung des Konditionierungsplans. Es gibt keine Abkürzungen zur Fitness; sie erfordert Zeit und Mühe. Ein gut trainiertes Pferd ist ein Beweis für die Hingabe und harte Arbeit seines Reiters.
Um die Konditionierung zu planen, zählen wir vier Tage von dem Cross-Country-Tag des ersten Wettkampfs zurück und legen den letzten Galopp für dieses Datum fest. Wiederholen Sie diesen Vorgang, um den vorletzten Galopp zu planen, und fahren Sie so fort. Als Faustregel gilt: Ein Pferd ist wahrscheinlich fit genug für Novice- und Training-Wettkämpfe, wenn es doppelt so weit (oder etwas mehr) im langsamen Galopp zurücklegen kann wie die geplante Cross-Country-Strecke. Wenn eine Cross-Country-Strecke beispielsweise fünf Minuten dauert, sollte das Pferd schrittweise so trainiert werden, dass es insgesamt 10-12 Minuten im langsamen Galopp absolvieren kann, und dies ohne Anzeichen von übermäßiger Anstrengung. Die Puls- und Atemfrequenz sollten sich innerhalb von sieben Minuten wieder auf dem persönlichen Grundniveau des Pferdes einpendeln.
Arbeit in Sätzen: Effizienz im Training
Die Konditionierungsarbeit sollte nicht am Stück erfolgen. Teilen Sie das Training in kleinere Abschnitte auf, sogenannte “Sätze”, die aus Trab-Aufwärmung und konditionierendem Galopp mit kurzen Schrittpausen dazwischen bestehen. Pferde können mehr Bewegung besser tolerieren, wenn sie durch kurze Schrittintervalle unterbrochen wird.
Ein Beispiel für ein Aufwärmprogramm könnte aus drei Sätzen von je fünf Minuten Trab bestehen, gefolgt von etwa zwei Minuten Schritt. Dies ergibt insgesamt 15 Minuten Aufwärmung, aufgeteilt in Sätze. Anschließend kann das Pferd für insgesamt neun Minuten im langsamen Galopp trainiert werden, aufgeteilt in drei Sätze von je drei Minuten, wiederum mit kurzen Schrittpausen. Steigern Sie dies schrittweise auf insgesamt 12 Minuten im langsamen Galopp, aufgeteilt in drei Sätze von je vier Minuten.
Das Training sollte auf geeigneten Böden stattfinden, weder zu weich noch zu hart. Tiefes Gelände birgt ein erhebliches Risiko für Weichteilverletzungen. Sowohl in der Halle als auch im Freien muss der Boden die richtige Konsistenz haben. Ein zu harter Boden kann ebenso schädlich sein wie gefrorener Boden im Freien. Die Wahl des richtigen Bodens ist entscheidend für den Schutz des Pferdes.
Während des Konditionierungstrainings ist es wichtig, auch auf die eigene Galoppposition zu achten. Die korrekte Haltung absorbiert Stöße und reduziert die Belastung für das Pferd. Kürzere Steigbügel, als sie für die normale Dressurarbeit verwendet werden, können die Ermüdung beim Reiten in korrekter Galoppposition erhöhen.
Vermeidung von Überkonditionierung
Ein Pferd, das problemlos 12 Minuten im langsamen Galopp absolvieren kann, ist in der Regel ausreichend konditioniert für Wettkämpfe auf Novice- und Training-Niveau. Die Gefahr besteht darin, die Konditionierungsarbeit fortzusetzen, auch wenn das Pferd bereits fit genug ist. Ein Novice-Pferd für ein Preliminary-Event zu trainieren, ist beispielsweise riskant. Ein ausgewogenes Training, das Dressur, Springen und Konditionierung kombiniert, ist der Schlüssel zum Erfolg.
Es ist wichtig, die Fitness des Pferdes während der gesamten Wettkampfsaison kontinuierlich zu überwachen. Nach den ersten paar Wettkämpfen wird das Pferd fitter. Insbesondere bei Vollblütern oder Pferden mit ähnlichem Körperbau kann der Trainingsaufwand während der Saison reduziert werden. Während der Vorbereitung auf ein Vier-Sterne-Event können meine Pferde beispielsweise insgesamt 24 Minuten im langsamen Galopp absolvieren, aufgeteilt in drei Sätze von je acht Minuten. Dies dient zur Veranschaulichung des Potenzials von Pferden, erfordert aber nicht die Konditionierung auf dieses Niveau.
Ein sorgfältiger und schrittweiser Konditionierungsprozess führt zu einem fröhlichen, fähigen und vor allem gesunden Pferd. Die Zeit und Mühe, die in eine korrekte Vorbereitung investiert werden, zahlen sich aus, indem sie kostspielige und langwierige Rehabilitationsmaßnahmen nach vermeidbaren Verletzungen verhindern. Die richtige Ausrüstung kann dabei helfen, das Verletzungsrisiko weiter zu minimieren.

