Deutschland ist ein Land der Kartoffelesser: Jährlich verzehrt jeder Bundesbürger rund 64 Kilogramm dieser vielseitigen Knolle. Ob als Rösti, Kartoffelsalat, Gratin oder Bratkartoffeln – die Kartoffel ist nicht nur ein Grundnahrungsmittel, sondern auch eine geschätzte Beilage, die in unzähligen Gerichten glänzt. Beim Kauf fällt oft die Einteilung in festkochende, vorwiegend festkochende oder mehlig kochende Kartoffeln auf. Doch welche Sorte eignet sich am besten für welchen Zweck? Dieser Artikel klärt auf, welcher “Kochtyp” für Kartoffelbrei, Salzkartoffeln, Pellkartoffeln oder knusprige Pommes Frites die richtige Wahl ist und stellt die beliebtesten Sorten vor.
Die Kartoffel, oft liebevoll als “tolle Knolle” bezeichnet, ist ein wahres Multitalent in der Küche. Kaum ein anderes Gemüse lässt sich so abwechslungsreich zubereiten. Sie ist nicht nur preisgünstig und auch für Kochanfänger leicht zu handhaben, sondern auch äußerst gesund. Kartoffeln sind reich an wichtigen Nährstoffen wie Kohlenhydraten, Eiweiß, Kalium, Magnesium und Eisen. Zudem liefern sie die Vitamine B1, B2 und C. Mit einem hohen Wasseranteil sind sie zudem kalorienarm.
Um die richtige Kartoffel für das jeweilige Gericht auszuwählen, werden sie nach ihren Kocheigenschaften in drei Hauptkategorien eingeteilt: festkochende, vorwiegend festkochende und mehlig kochende Kartoffeln. Der entscheidende Unterschied liegt im Stärkegehalt: Eine niedrigere Stärke konzentration führt zu festeren Kartoffeln, während ein höherer Stärkegehalt die Knollen beim Kochen weicher und lockerer macht. Frühkartoffeln weisen generell den geringsten Stärkegehalt auf.
Kartoffeln haben verschiedene Kocheigenschaften und sind deshalb für zahlreiche Gerichte geeignet.
Die Kennzeichnung auf dem Schild oder der Verpackung liefert wertvolle Informationen über die Sorte, ihre Eigenschaften und oft auch ihre Herkunft.
Die richtige Kartoffelsorte für jedes Gericht
Die Zubereitungsmöglichkeiten der Kartoffel sind schier endlos: kochen, stampfen, braten, frittieren und vieles mehr. Eine Übersicht hilft bei der Auswahl der passenden Sorte:
- Bratkartoffeln: Hier eignen sich festkochende oder vorwiegend Festkochende Kartoffeln am besten.
- Chips: Für selbstgemachte Chips sind Festkochende Kartoffeln die ideale Wahl.
- Gnocchi: Mehlig kochende Kartoffeln sind für die Zubereitung von Gnocchi empfehlenswert.
- Grillkartoffel: Bei Grillkartoffeln erzielen Sie mit mehlig kochenden Sorten gute Ergebnisse.
- Kartoffelbrei (Püree): Für cremigen Kartoffelbrei sind mehlig kochende Kartoffeln unverzichtbar.
- Kartoffelgratin: Festkochende Kartoffeln behalten im Gratin ihre Form und Konsistenz.
- Kartoffelknödel: Mehlig kochende Kartoffeln zerfallen gut und sind daher perfekt für Knödel.
- Kartoffelpuffer / Reibekuchen: Vorwiegend festkochende Kartoffeln liefern hier die beste Textur.
- Kartoffelsalat: Festkochende Kartoffeln sind die erste Wahl, da sie schnittfest bleiben.
- Kartoffelspalten / Ofenkartoffel: Für knusprige Spalten und eine weiche Ofenkartoffel eignen sich festkochende oder mehlig kochende Sorten.
- Kartoffelsuppe: Mehlig kochende Kartoffeln sorgen für eine sämige Konsistenz.
- Kroketten: Auch für Kroketten sind mehlig kochende Kartoffeln gut geeignet.
- Pellkartoffeln: Sowohl festkochende als auch vorwiegend festkochende Kartoffeln eignen sich hierfür.
- Pommes Frites: Vorwiegend festkochende Kartoffeln erzielen außen eine gute Kruste und bleiben innen weich.
- Rösti: Für Rösti aus rohen Kartoffeln sind mehlig kochende Sorten ideal, während für Rösti aus gekochten Kartoffeln festkochende Sorten besser geeignet sind.
- Salzkartoffeln: Festkochende oder vorwiegend festkochende Kartoffeln sind hierfür gut geeignet.
- Schupfnudeln: Mehlig kochende Kartoffeln sind die Basis für authentische Schupfnudeln.
Die Wahl der Kartoffelsorte hängt natürlich auch von persönlichen Vorlieben ab. Experimentieren in der Küche ist stets erlaubt und führt oft zu neuen Lieblingsrezepten.
Festkochende Kartoffeln: Die “al dente”-Variante
Mit einem Stärkegehalt von etwa 14 Prozent zerfallen festkochende Kartoffeln beim Kochen kaum. Ihre Schale bleibt intakt, und sie behalten ihre Form, was sie ideal für Gerichte macht, bei denen schnittfeste Kartoffelscheiben gewünscht sind. Sie sind die perfekte Wahl für Kartoffelgratin, Bratkartoffeln, Kartoffelsalat und selbstgemachte Chips. Fünf bekannte Sorten sind Annabelle, Ditta, Hansa, Linda und Nicola.
Vorwiegend festkochende Kartoffeln: Der Allrounder
Vorwiegend festkochende Kartoffeln liegen mit einem Stärkegehalt von rund 15 Prozent zwischen den festkochenden und mehlig kochenden Sorten. Sie sind somit vielseitig einsetzbar und eignen sich gut für Bratkartoffeln, Pellkartoffeln, Salzkartoffeln, Pommes Frites, Eintöpfe, Gnocchi und Schupfnudeln. Beliebte Sorten dieser Kategorie sind Finka, La Bonnotte, Lady Balfour, Laura und Marabel.
Mehlig kochende Kartoffeln: Aromatisch und zart
Mit dem höchsten Stärkegehalt (ca. 16,5 Prozent) zerfallen mehlig kochende Kartoffeln beim Kochen leicht. Dies macht sie ideal für Kartoffelpüree, Eintöpfe und Suppen, wo eine weiche, cremige Konsistenz erwünscht ist. Sie platzen beim Kochen auf und sind somit perfekt für Kartoffelbrei, Eintöpfe, Knödel, Reibekuchen, Kartoffelpuffer, Kroketten, Gnocchi, Kartoffelsuppen, Ofenkartoffeln und Grillkartoffeln. Bekannte mehlig kochende Sorten sind Ackersegen, Adretta, Agria, August und Bintje.
Die richtige Kartoffelauswahl ist ein wichtiger Schritt für das Gelingen vieler deutscher Lieblingsgerichte. Mit diesem Wissen können Sie nun gezielt die passende Sorte für Ihr nächstes Kochabenteuer auswählen und die Vielfalt der Kartoffel kulinarisch voll auskosten.
