Fahrradinspektion: So bleibt Ihr Drahtesel fit

Ein Fahrrad ist längst mehr als nur ein Fortbewegungsmittel; es ist ein treuer Begleiter für Sport, Freizeit und Reisen geworden. Viele Radfahrer investieren daher erhebliche Summen in ihr Fahrrad, wobei Neupreise von 2.500 Euro keine Seltenheit sind und dies noch nicht einmal das obere Ende des Luxussegments darstellt. Damit Ihr Fahrrad Ihnen lange zuverlässig dient und leise seine Kilometer spult, sind regelmäßige Pflege und Wartung unerlässlich.

Eine jährliche Inspektion aller Fahrradkomponenten ist empfehlenswert, besonders die Wintermonate eignen sich hervorragend für eine gründliche Überprüfung von Bremsen bis zur Schaltung. Hersteller von speziellen Komponenten wie Federgabeln oder hydraulischen Bremsen geben oft eigene Wartungspläne vor, die über die üblichen Inspektionsintervalle hinausgehen können. Viele Fahrradhändler bieten eine umfassende Jahresinspektion für etwa 30 Euro an, wobei Ersatzteile, die gegebenenfalls ausgetauscht werden müssen, hierbei nicht enthalten sind. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie diese Wartung jedoch auch problemlos selbst durchführen.

Umfassende Inspektion Ihres Fahrrads

Bei der Demontage und Einstellung von Fahrradkomponenten sollten Sie stets Rahmen, Gabel, Lenker samt Vorbau und Sattelstütze auf Risse, Brüche oder Lackschäden untersuchen.

Räder: Reifen, Felgen und Speichen

Beginnen Sie mit den Reifen und Felgen, die für die Inspektion ausgebaut werden müssen. Lassen Sie die Luft aus den Schläuchen und ziehen Sie den Mantel ab. Überprüfen Sie die Mäntel auf Beschädigungen und Fremdkörper. Das Felgenband, das den Schlauch vor Beschädigungen durch Speichenköpfe und scharfe Kanten in der Felge schützt, sollte ebenfalls kontrolliert werden.

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Anschließend sind die Felgen an der Reihe. Bei Fahrrädern ohne Scheibenbremsen ist die Dicke der Felgenwände zu prüfen. Danach werden die Speichen auf ihre Spannung kontrolliert. Eventuelle Schläge, sogenannte “Achten”, müssen korrigiert werden. Zuletzt werden die Naben auf Leichtgängigkeit und Spiel untersucht. Falls nötig, muss die Nabe demontiert, gereinigt und neu gefettet werden.

Vorbau, Lenker und Gabel

Widmen Sie sich als Nächstes dem Vorbau des Fahrrads, zu dem auch Lenker und Gabel gehören. Sofern der Hersteller keine abweichenden Empfehlungen gibt, sollte die Gabel ausgebaut werden, um die beiden Gelenke mit ihren Lagern zu reinigen und zu fetten.

Schaltung, Ritzel und Kette: Das Herzstück der Kraftübertragung

Neben den regelmäßigen Einstellungen der Schaltung sind bei der Inspektion weitere Arbeiten notwendig. Die Schaltungsröllchen müssen auf einwandfreien Lauf und Beschädigungen überprüft werden; sind sie defekt, müssen sie ausgetauscht werden.

Anschließend widmen Sie sich den Zügen. Prüfen Sie zunächst die Ummantelung der Schalt- und Bremszüge auf Beschädigungen. Flickversuche sind hierbei zu vermeiden; bei schadhaften Zugkanälen empfiehlt sich stets ein Austausch. Die Züge selbst müssen, je nach Bauart, gereinigt oder mit einem Schmierstoff gepflegt werden.

Im Rahmen der Jahresinspektion sollte auch die Kette, die oft nur geölt oder gefettet wird, gründlich gereinigt werden. Einfacher Diesel oder Petroleum eignen sich hierfür hervorragend. Achten Sie darauf, die Kette nicht übermäßig zu ölen oder zu fetten, da dies Schmutz anzieht und zu erhöhtem Verschleiß von Kette und Ritzeln führt. Grundsätzlich gilt: Die Kette sollte nach etwa 150 km mit einem Tuch gereinigt und neu geschmiert werden.

Zur Überprüfung des Verschleißgrads der Ritzel gibt es spezielle Ritzenlehren, die jährlich bei der Inspektion eingesetzt werden sollten. Untersuchen Sie auch die Kurbel auf Spiel und beheben Sie dieses gegebenenfalls. Die Pedalschrauben sind ebenfalls zu kontrollieren und nachzuziehen. Danach kann die Schaltung neu eingestellt und alle Schrauben am Schaltwerk sowie am Umwerfer überprüft und festgezogen werden.

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Bremsen: Sicherheit geht vor

Den Bremsen muss bei der Inspektion erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet werden, nicht nur wegen ihres erheblichen Beitrags zur Sicherheit, sondern auch, weil sie zu den am stärksten verschleißenden Bauteilen gehören. Prüfen Sie die Bremsbeläge auf Verschleiß und korrekte Ausrichtung. Es ist ratsam, bei der Inspektion alle Bremsbeläge zu erneuern.

Die Bremsschuhe müssen vollständig auf der Felge aufliegen, ohne diese nach unten zu überragen (was zu gefährlichen Kontakten mit den Speichen führen kann) oder nach oben (was den Mantel zerstören würde). An vielen Bremsbelägen sind Pfeile zur Bestimmung der Laufrichtung angebracht – achten Sie bei der Montage darauf. Die Bremszüge sind analog zu den Schaltungszügen zu kontrollieren und zu pflegen. Nach der Einstellung der Bremsen müssen alle Schrauben der gesamten Bremsanlage überprüft und festgezogen werden.

Lichtanlage: Sicher durch die Nacht

Mängel an der Beleuchtungsanlage des Fahrrads werden meist sofort erkannt und oft auch direkt behoben. Damit Sie nicht im Dunkeln stehen, ist es ratsam, die Lichtanlage ebenfalls in die Inspektion einzubeziehen. Glühbirnen sollten jährlich gewechselt werden, auch wenn sie scheinbar noch funktionieren. Die Anschlüsse von Kabeln an Dynamo, Scheinwerfer und Rücklicht sind korrosionsanfällig und müssen überprüft werden. Das Laufrad des Dynamos nutzt sich im Laufe der Zeit ab. Kontrollieren Sie dessen Reibungsfähigkeit. Oftmals kann dieses ausgetauscht werden, ohne einen neuen Dynamo anschaffen zu müssen.

Eine gründliche, selbst durchgeführte Fahrradinspektion nimmt sicherlich einen Tag in Anspruch. Doch bei gewissenhafter Durchführung können Sie davon ausgehen, dass Ihr Fahrrad für das kommende Jahr zuverlässig einsatzbereit ist. Eine gute Reiseplanung kann Ihnen helfen, die schönsten Routen für Ihr fahrtüchtiges Rad zu finden, zum Beispiel mit Angeboten für Urlaub 2023 planen.

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