Die Terraristik hat sich von einem Nischenhobby für wenige Spezialisten zu einem weit verbreiteten Interesse entwickelt. Immer mehr Menschen sind fasziniert von der Haltung exotischer Tiere und möchten sich ein Stückchen Wildnis in die eigenen vier Wände holen. Doch die Pflege von Reptilien, Amphibien und Wirbellosen erfordert Wissen, Zeit und Engagement, um ihnen artgerechte Lebensbedingungen zu bieten. Die Ansprüche variieren stark – von einfachen Klimaanforderungen bis hin zu hochspezialisierten Bedürfnissen an Platz, Einrichtung und Ernährung. Gerade für Einsteiger ist es ratsam, mit einem geeigneten Anfängertier zu beginnen. Dieser Leitfaden hilft Dir bei der Auswahl Deines ersten Zöglings und stellt Dir passende Tiere für zukünftige Halter von Schildkröten, Echsen, Schlangen, Fröschen, Spinnen und Insekten vor.
Die richtigen Fragen vor dem Terrarienkauf
Bevor Du Dich für ein exotisches Haustier entscheidest, solltest Du Dir fünf grundlegende Fragen stellen, um sicherzustellen, dass Du den Bedürfnissen des Tieres gerecht werden kannst und das Hobby Dir langfristig Freude bereitet:
1. Woran hängt Dein Herz?
Die Wahl des Tieres sollte Deiner persönlichen Vorliebe entsprechen. Wenn Du von Schlangen fasziniert bist, lass Dich nicht zu etwas anderem überreden. Langfristige Zufriedenheit und die Bereitschaft, Zeit und Mühe zu investieren, sind am größten, wenn Du Dich für ein Tier entscheidest, das Dich wirklich begeistert. Dies gilt auch für Kinder: Sie sollten aktiv in die Auswahl einbezogen werden, um das Interesse am Tier langfristig zu fördern. Bei jüngeren Kindern ist jedoch die Unterstützung der Eltern unerlässlich.
2. Wieviel Platz steht zur Verfügung?
Ein Terrarium kann fast überall platziert werden, aber nicht jeder Standort ist geeignet. Extreme Temperaturen, Zugluft oder ein unruhiges Umfeld können für die Tiere schädlich sein. Berücksichtige die Mindestgröße des Terrariums für Dein Wunschtier und die räumlichen Gegebenheiten. Ein gut gewählter Standort, der sowohl den Bedürfnissen des Tieres als auch Deinen Beobachtungswünschen gerecht wird, ist entscheidend. Für manche Tiere wie den Grünen Leguan kann sogar ein eigener Raum erforderlich sein. Unsere Empfehlung für Terrarien umfasst verschiedene Modelle, die sich für unterschiedliche Bedürfnisse eignen:
| Modell | Preis |
|---|---|
| Kunststoffterrarium 60x30x30cm | 253,99 € |
| OSB Terrarium 80x40x40cm | 159,00 € |
| Exo Terra XXL Terrarium 60x45x45cm | 189,99 € |
3. Wieviel Geld kannst Du aufwenden?
Die Anschaffungskosten für ein Tier können variieren, aber die laufenden Kosten für Terrarium, Einrichtung, Technik und Futter sind oft höher. Wurzeln, Verstecke und Pflanzen sind meist eine einmalige Investition, während Bodengrund und Verbrauchsmaterialien regelmäßig ersetzt werden müssen. Die Terrarientechnik – Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung – stellt einen erheblichen Kostenfaktor dar und muss regelmäßig gewartet oder ersetzt werden. Stromkosten für den Dauerbetrieb der Technik sowie Wasser für eventuell vorhandene Wasserteile sind ebenfalls zu berücksichtigen. Die Futterkosten hängen stark von der Art ab; Pflanzenfresser sind oft günstiger als fleischfressende Tiere, die lebende Insekten oder Frostfutter benötigen. Ein Futter-Abo kann hier Abhilfe schaffen und Kosten sparen.
4. Wieviel Zeit kannst Du investieren?
Der Zeitaufwand für die Terrarienpflege gliedert sich in tägliche, wöchentliche und seltener anfallende Aufgaben. Tägliche Aufgaben umfassen die Entfernung von Kot und Futterresten, die Überprüfung des Gesundheitszustands und die Fütterung. Wöchentlich stehen meist die Reinigung der Scheiben und Einrichtungsgegenstände an. Eine gründliche Grundreinigung des Terrariums, inklusive Bodengrundwechsel, wird ein- bis zweimal im Jahr empfohlen.
5. Zu welchen Aufgaben bist Du bereit?
Die Haltung exotischer Tiere kann Aufgaben mit sich bringen, die über die übliche Haustierpflege hinausgehen. Die Fütterung von Insekten oder Frostfutter erfordert Überwindung, ist aber essenziell für das Wohlbefinden vieler Arten, da sie ihren natürlichen Jagdtrieb ausleben müssen. Auch handwerkliches Geschick kann bei der Einrichtung und Optimierung des Terrariums gefragt sein. Kinder benötigen oft bis zu einem bestimmten Alter Unterstützung bei der Pflege.
Beliebte Terrarientiere für Einsteiger
Für Anfänger sind Tiere geeignet, die leicht erhältlich sind, keine extremen Ansprüche stellen und robust sind. Hier sind einige beliebte Optionen:
Europäische Landschildkröte
Diese Schildkröten sind weit verbreitet und relativ pflegeleicht, wenn sie im Freiland gehalten werden können. Sie sind Pflanzenfresser und haben eine sehr hohe Lebenserwartung. Eine artgerechte Haltung erfordert einen speziell eingerichteten Gartenbereich.
- Kosten: Jungtiere ca. 60-100 Euro.
- Aufwand: ca. 5-10 Minuten täglich.
- Besonderheit: Können bis zu 100 Jahre alt werden und benötigen eine Winterruhe.
Bartagame
Die Bartagame ist ein beliebtes Wüstentier, das für sein ruhiges und gelassenes Wesen bekannt ist. Sie benötigen ein gut ausgestattetes Wüstenterrarium mit entsprechender Beleuchtung und Beheizung.
- Kosten: Jungtiere ca. 20 Euro.
- Aufwand: ca. 10-15 Minuten täglich für die Fütterung.
- Besonderheit: Tagaktiv, sehen Farben und haben ein „drittes Auge“ zur Lichtwahrnehmung.
Leopardgecko
Diese farbenfrohen Geckos sind nacht- und dämmerungsaktiv und benötigen ein Wüstenterrarium. Sie sind relativ klein und benötigen nur wenig Platz. Dank ihres Fettschwanzes können sie auch Fütterungspausen gut überstehen.
- Kosten: Jungtiere ca. 20 Euro.
- Aufwand: ca. 5-10 Minuten täglich.
- Besonderheit: Rasseln mit dem Schwanz bei Aufregung und zeigen auffällige Farbwechsel.
Kronengecko
Kronengeckos sind baumbewohnende Tiere aus tropischen Regionen, die ein feuchtwarmes Klima bevorzugen. Sie sind relativ wenig scheu und es gibt sie in vielen verschiedenen Farb- und Mustervarianten.
- Kosten: Jungtiere ca. 60 Euro.
- Aufwand: ca. 5-10 Minuten täglich.
- Besonderheit: Dämmerungs- und nachtaktiv, benötigen Fruchtbrei und kleine Insekten als Futter.
Jemenchamäleon
Obwohl anspruchsvoller als andere Arten, gilt das Jemenchamäleon als das pflegeleichteste unter den Chamäleonarten. Es benötigt ein großes, dicht bepflanztes Tropenterrarium und eine spezielle UV-Beleuchtung.
- Kosten: ca. 50-100 Euro.
- Aufwand: ca. 5-10 Minuten täglich.
- Besonderheit: Sehr stressanfällig, Einzelhaltung zwingend erforderlich, deckt Flüssigkeitsbedarf durch Besprühen der Pflanzen.
Kornnatter
Kornnattern sind attraktive und friedliche Schlangen, die relativ einfach zu halten sind. Sie benötigen ein gut strukturiertes Tropenterrarium und werden nur alle 7-10 Tage gefüttert.
- Kosten: Ab ca. 10 Euro (je nach Farbvariante).
- Aufwand: Fütterung alle 7-10 Tage.
- Besonderheit: Gute Kletterer, dämmerungs- und nachtaktiv.
Königspython
Der Königspython ist eine der beliebtesten Schlangenarten in der Terraristik. Er ist robust, friedlich und benötigt ein nicht allzu großes Terrarium. Die Fütterung adulter Tiere ist nur alle zwei Wochen notwendig.
- Kosten: 100-500 Euro (je nach Farbvariante).
- Aufwand: Fütterung alle zwei Wochen.
- Besonderheit: Benötigt konstante Wärme und eine Wetbox zur Unterstützung der Häutung.
Schmuckhornfrosch
Dieser beliebte Amphibienbewohner verbringt die meiste Zeit in selbstgegrabenen Höhlen. Er benötigt ein feuchtwarmes Terrarium und sollte aufgrund seiner Fressgewohnheiten einzeln gehalten werden.
- Kosten: 30-60 Euro.
- Aufwand: Tägliche Reinigung, Fütterung alle 2-3 Tage.
- Besonderheit: Kann Artgenossen fressen, benötigt dicke Handschuhe bei der Handhabung wegen scharfer Zähne.
Vogelspinne
Verschiedene Arten von Vogelspinnen sind bei Einsteigern beliebt. Sie sind giftig, aber der Biss der hier genannten Arten ist für den Menschen nicht tödlich, jedoch schmerzhaft. Die Fütterung adulter Tiere ist selten erforderlich.
- Kosten: ca. 8 Euro für ein Jungtier.
- Aufwand: Fütterung 1-2 Mal pro Monat.
- Besonderheit: Giftig, sehr stressanfällig, manche Arten unterliegen Haltungsvorschriften.
Gespenstschrecken
Gespenstschrecken sind die einfachste Form des Terrarien-Hobbys und auch für jüngere Kinder gut geeignet. Sie benötigen keine zusätzliche Heizung oder Beleuchtung und ernähren sich von Futterblättern.
- Kosten: Wenige Euro.
- Aufwand: Gering.
- Besonderheit: Lange Lebenswartung (bis zu 3 Jahre), einige Arten benötigen keinen Partner zur Fortpflanzung.
Diese Informationen bieten einen ersten Überblick über die Welt der Terraristik für Einsteiger. Für eine umfassende und artgerechte Haltung ist es unerlässlich, sich eingehend mit der spezifischen Literatur zu beschäftigen und den Kontakt zu erfahrenen Haltern und Züchtern zu suchen.

