Microsoft 365 Apps über Intune bereitstellen: Ein umfassender Leitfaden

Am 14. Oktober 2025 erreichte Windows 10 das Ende seines Supports und erhält keine Qualitäts- und Feature-Updates mehr. Obwohl Windows 10 weiterhin eine unterstützte Version in Intune ist, können Geräte, auf denen diese Version ausgeführt wird, zwar immer noch in Intune registriert werden und unterstützte Funktionen nutzen, jedoch ist die Funktionalität nicht garantiert und kann variieren. Dieser Artikel konzentriert sich darauf, wie Sie Microsoft 365 Apps über Microsoft Intune für Ihre Windows-Geräte bereitstellen, um eine nahtlose Nutzung und Verwaltung zu gewährleisten.

Die Bereitstellung von Microsoft 365 Apps über Intune ist ein wichtiger Prozess für Unternehmen, um sicherzustellen, dass alle Mitarbeiter Zugriff auf die neuesten Office-Anwendungen haben. Bevor Sie Apps zu Intune hinzufügen können, um sie zuzuweisen, zu überwachen, zu konfigurieren oder zu schützen, müssen Sie sie in Intune integrieren. Eine der verfügbaren App-Typen sind die Microsoft 365 Apps für Windows-Geräte. Durch die Auswahl dieses App-Typs in Intune können Sie Microsoft 365 Apps auf verwalteten Geräten zuweisen und installieren. Dies gilt auch für den Microsoft Project Online Desktop Client und Microsoft Visio Online Plan 2, sofern Sie über entsprechende Lizenzen verfügen.

Wichtig zu beachten ist, dass Microsoft Office 365 ProPlus in Microsoft 365 Apps for enterprise umbenannt wurde. In unserer Dokumentation wird es häufig als Microsoft 365 Apps bezeichnet. Für die Aktivierung der über Microsoft Intune bereitgestellten Microsoft 365 Apps sind entsprechende Lizenzen erforderlich. Die Microsoft 365 Apps for business Edition wird zwar von Intune unterstützt, muss jedoch über XML-Daten konfiguriert werden. Erfahren Sie mehr über die Konfiguration der App-Suite mithilfe von XML-Daten.

Voraussetzungen und wichtige Hinweise

Bevor Sie mit der Bereitstellung beginnen, sollten Sie einige wichtige Punkte berücksichtigen:

  • Entfernen von MSI-Versionen: Wenn sich bereits .msi-Versionen von Microsoft 365 Apps auf dem Endbenutzergerät befinden, müssen diese unbedingt über die Funktion “MSI entfernen” deinstalliert werden. Andernfalls schlägt die Installation der von Intune bereitgestellten Microsoft 365 Apps fehl.
  • Windows-Version: Die Geräte, auf denen Sie diese Apps bereitstellen, müssen mindestens das Windows Creators Update oder eine neuere Version ausführen.
  • App-Zuweisungen: Mehrere erforderliche oder verfügbare App-Zuweisungen sind nicht additiv. Eine spätere App-Zuweisung überschreibt bestehende installierte App-Zuweisungen. Wenn beispielsweise die erste Gruppe von Microsoft 365 Apps Word enthält und die spätere nicht, wird Word deinstalliert. Dies gilt jedoch nicht für Visio- oder Project-Anwendungen.
  • Unterstützte Editionen: Intune unterstützt nur das Hinzufügen von Microsoft 365 Apps aus der Microsoft 365 Apps-Suite. Die Installation von Microsoft 365 Desktop-Apps aus dem Microsoft Store (auch bekannt als Office Centennial-Apps) auf einem Gerät, auf dem bereits Microsoft 365 Apps mit Intune bereitgestellt wurden, wird nicht unterstützt. Dies kann zu Datenverlust oder Beschädigung führen.
  • Einschränkungen: Diese Installationsmethode wird nicht auf Geräten mit Windows Home, Windows Team, Windows Holographic oder Windows Holographic for Business unterstützt.
  • Einmalige Bereitstellung: Mehrere Microsoft 365-Bereitstellungen werden derzeit nicht unterstützt. Nur eine Bereitstellung wird an das Gerät geliefert.
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Schritte zur Bereitstellung von Microsoft 365 Apps über Intune

Die Bereitstellung von Microsoft 365 Apps über Intune erfolgt in mehreren Schritten, die Sie über das Microsoft Intune Admin Center durchführen:

Schritt 1: App-Suite-Informationen

  1. Melden Sie sich im Microsoft Intune Admin Center an.
  2. Wählen Sie Apps > Alle Apps > Erstellen.
  3. Wählen Sie im Bereich App-Typ auswählen unter Microsoft 365 Apps die Option Windows 10 und höher.
  4. Klicken Sie auf Auswählen. Die Schritte zum Hinzufügen von Microsoft 365 Apps werden angezeigt.
  5. Auf der Seite App-Suite-Informationen können Sie die Standardwerte bestätigen oder ändern:
    • Name der Suite: Geben Sie den Namen der App-Suite ein, wie er im Unternehmensportal angezeigt wird. Stellen Sie sicher, dass alle verwendeten Suite-Namen eindeutig sind.
    • Beschreibung der Suite: Fügen Sie eine Beschreibung hinzu, z. B. eine Liste der ausgewählten Apps.
    • Herausgeber: Microsoft wird als Herausgeber angezeigt.
    • Kategorie: Wählen Sie optional eine oder mehrere integrierte App-Kategorien oder eine von Ihnen erstellte Kategorie aus.
    • Als hervorgehobene App im Unternehmensportal anzeigen: Aktivieren Sie diese Option, um die App-Suite prominent auf der Hauptseite des Unternehmensportals anzuzeigen.
    • Informations-URL: Geben Sie optional eine URL zu einer Website mit Informationen über diese App ein.
    • Datenschutz-URL: Geben Sie optional eine URL zu einer Website mit Datenschutzinformationen für diese App ein.
    • Entwickler: Microsoft wird als Entwickler angezeigt.
    • Besitzer: Microsoft wird als Besitzer angezeigt.
    • Notizen: Fügen Sie hier Notizen hinzu, die Sie mit dieser App verknüpfen möchten.
  6. Klicken Sie auf Weiter, um zur Seite App-Suite konfigurieren zu gelangen.

Schritt 2: Konfigurieren der App-Suite

Sie haben zwei Optionen, die App-Suite zu konfigurieren:

Option 1: Konfiguration über den Konfigurations-Designer

  1. Wählen Sie im Bereich Konfigurationseinstellungenformat die Option Konfigurations-Designer.
  2. Office-Apps auswählen: Wählen Sie die Standard-Microsoft-365-Apps aus, die Sie zuweisen möchten.
  3. Andere Office-Apps auswählen (Lizenz erforderlich): Wählen Sie zusätzliche Microsoft-365-Apps aus, für die Sie Lizenzen besitzen (z. B. Microsoft Project Online Desktop Client und Microsoft Visio Online Plan 2).
  4. Architektur: Wählen Sie zwischen der 32-Bit– oder 64-Bit-Version von Microsoft 365 Apps.
  5. Standard-Dateiformat: Wählen Sie zwischen Office Open Document Format oder Office Open XML Format.
  6. Updatekanal: Wählen Sie aus, wie Office auf Geräten aktualisiert wird (z. B. Monatlich, Halbjährlich).
    • Andere Versionen entfernen: Wählen Sie Ja, um andere Office-Versionen (.MSI) von den Geräten der Benutzer zu entfernen.
    • Zu installierende Version: Wählen Sie die zu installierende Office-Version.
    • Spezifische Version: Wenn Sie Spezifisch ausgewählt haben, können Sie hier eine bestimmte Version von Office für den ausgewählten Kanal auswählen.
  7. Gemeinsam genutzte Computeraktivierung verwenden: Aktivieren Sie diese Option, wenn mehrere Benutzer einen Computer gemeinsam nutzen.
  8. Endbenutzer-Lizenzvertrag automatisch akzeptieren: Aktivieren Sie diese Option, wenn Endbenutzer die Lizenzvereinbarung nicht manuell akzeptieren müssen.
  9. Sprachen: Wählen Sie aus, ob Sie zusätzliche Sprachen mit der App-Suite installieren möchten.
  10. Klicken Sie auf Weiter, um zur Seite Bereichs-Tags zu gelangen.
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Option 2: Konfiguration über XML-Daten

  1. Wenn Sie im Dropdown-Menü Konfigurationseinstellungenformat die Option XML-Daten eingeben ausgewählt haben, können Sie die Office-App-Suite mithilfe einer benutzerdefinierten Konfigurationsdatei konfigurieren.
  2. Fügen Sie Ihre Konfigurations-XML hinzu. Beachten Sie, dass Sie nur die App-Suite der Microsoft 365 Apps for business Edition über XML-Daten konfigurieren können.
  3. Klicken Sie auf Weiter, um zur Seite Bereichs-Tags zu gelangen.

Schritt 3: Bereichs-Tags (Optional)

Bereichs-Tags (Scope Tags) können verwendet werden, um zu bestimmen, wer Client-App-Informationen in Intune sehen kann. Für weitere Details siehe Verwenden von rollenbasierter Zugriffskontrolle und Bereichs-Tags für verteilte IT.

  1. Klicken Sie auf Bereichs-Tags auswählen, um optional Bereichs-Tags für die App-Suite hinzuzufügen.
  2. Klicken Sie auf Weiter, um zur Seite Zuweisungen zu gelangen.

Schritt 4: Zuweisungen

  1. Wählen Sie die Zuweisungen Erforderlich, Verfügbar für registrierte Geräte oder Deinstallieren für die App-Suite aus. Weitere Informationen finden Sie unter Gruppen zum Organisieren von Benutzern und Geräten hinzufügen und Apps Gruppen zuweisen mit Microsoft Intune.
  2. Klicken Sie auf Weiter, um zur Seite Überprüfen + erstellen zu gelangen.

Schritt 5: Überprüfen + Erstellen

  1. Überprüfen Sie die eingegebenen Werte und Einstellungen für die App-Suite.
  2. Wenn Sie fertig sind, klicken Sie auf Erstellen, um die App zu Intune hinzuzufügen. Die Ansicht Übersicht wird angezeigt.

Bereitstellungsdetails

Nachdem die Richtlinie von Intune den Zielmaschinen über den Office-Konfigurationsdienstanbieter (CSP) zugewiesen wurde, lädt das Endgerät automatisch das Installationspaket von officecdn.microsoft.com herunter. Sie sehen zwei Verzeichnisse im Verzeichnis Program Files.

Unter dem Verzeichnis Microsoft Office wird ein neues Verzeichnis erstellt, in dem die Installationsdateien gespeichert werden.

Unter dem Verzeichnis Microsoft Office 15 werden die Installationsstarterdateien für Office Click-to-Run gespeichert. Die Installation startet automatisch, wenn der Zuweisungstyp “Erforderlich” ist. Die Installation erfolgt im stillen Modus, wenn die Zuweisung von Microsoft 365 als erforderlich konfiguriert ist. Die heruntergeladenen Installationsdateien werden nach erfolgreicher Installation gelöscht. Wenn die Zuweisung als Verfügbar konfiguriert ist, werden die Office-Anwendungen in der Unternehmensportal-Anwendung angezeigt, sodass Endbenutzer die Installation manuell auslösen können.

Fehlerbehebung

Intune verwendet das Office Deployment Tool, um Microsoft 365 Apps auf Ihre Clientcomputer herunterzuladen und bereitzustellen, wobei das Office 365 CDN verwendet wird. Beachten Sie die Best Practices in Verwaltung von Office 365 Endpunkten, um sicherzustellen, dass Ihre Netzwerkkonfiguration Clients den direkten Zugriff auf das CDN ermöglicht und CDN-Datenverkehr nicht über zentrale Proxys geleitet wird, um unnötige Latenz zu vermeiden.

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Wenn Sie Probleme bei der Installation oder Laufzeit feststellen, führen Sie das Microsoft Support- und Wiederherstellungs-Assistent für Microsoft 365 auf einem Zielgerät aus.

Zusätzliche Details zur Fehlerbehebung

Wenn Sie Microsoft 365 Apps nicht auf einem Gerät installieren können, müssen Sie feststellen, ob das Problem Intune-bezogen ist oder vom Betriebssystem/Office herrührt. Wenn die Ordner Microsoft Office und Microsoft Office 15 im Verzeichnis Program Files des Geräts erscheinen, können Sie bestätigen, dass Intune die Bereitstellung erfolgreich eingeleitet hat. Wenn diese Ordner nicht angezeigt werden, sollten Sie folgende Fälle prüfen:

  • Das Gerät ist ordnungsgemäß in Microsoft Intune integriert.
  • Es besteht eine aktive Netzwerkverbindung auf dem Gerät.
  • Sowohl Intune- als auch Microsoft 365-Netzwerkanforderungen sind erfüllt und die entsprechenden IP-Bereiche sind zugänglich.
  • Die korrekten Gruppen wurden der Microsoft 365 App-Suite zugewiesen.

Darüber hinaus sollten Sie die Größe des Verzeichnisses C:Program FilesMicrosoft OfficeUpdatesDownload überwachen. Wenn die Größe nicht zunimmt oder nur langsam wächst, überprüfen Sie die Netzwerkverbindung und Bandbreite.

Sobald Sie feststellen können, dass sowohl Intune als auch die Netzwerkinfrastruktur wie erwartet funktionieren, sollten Sie das Problem aus Sicht des Betriebssystems weiter analysieren. Berücksichtigen Sie folgende Bedingungen:

  • Das Zielgerät muss auf dem Windows Creators Update oder neuer laufen.
  • Keine bestehenden Microsoft 365 Apps dürfen geöffnet sein, während Intune die Anwendungen bereitstellt.
  • Bestehende MSI-Versionen von Office müssen ordnungsgemäß vom Gerät entfernt worden sein, da Click-to-Run und Windows Installer für Office nicht kompatibel sind.
  • Der Anmeldende Benutzer muss die Berechtigung zum Installieren von Anwendungen auf dem Gerät haben.
  • Überprüfen Sie das Windows-Ereignisprotokoll (Windows-Protokolle > Anwendungen) auf Probleme.
  • Erfassen Sie detaillierte Protokolle der Office-Installation, indem Sie die verbose Protokollierung für die Office-Installation aktivieren und die Protokolldateien anschließend analysieren.

Fehler bei der Installation der App-Suite

Informationen zur Anzeige detaillierter Installationsprotokolle finden Sie unter Aktivieren der Microsoft 365 Apps ULS-Protokollierung.

Die folgenden Tabellen listen gängige Fehlercodes und ihre Bedeutung auf:

StatusPhaseBeschreibung
1460 (ERROR_TIMEOUT)DownloadFehler beim Herunterladen des Office Deployment Tools
13 (ERROR_INVALID_DATA)Signatur des heruntergeladenen Office Deployment Tools kann nicht verifiziert werden
Error code from CertVerifyCertificateChainPolicyZertifikatsüberprüfung für das heruntergeladene Office Deployment Tool fehlgeschlagen
997WIPWird installiert
0Nach InstallationInstallation erfolgreich
1603 (ERROR_INSTALL_FAILURE)Jede Voraussetzungsprüfung fehlgeschlagen
0x8000ffff (E_UNEXPECTED)Versuch der Deinstallation, wenn kein Click-to-Run Office auf dem Gerät vorhanden ist
17002Szenario (Installation) konnte nicht abgeschlossen werden
17004Unbekannte SKUs

Nächste Schritte

Nach erfolgreicher Bereitstellung stellen Sie sicher, dass Ihre Benutzer die Microsoft 365 Apps im Unternehmensportal finden und installieren können, falls sie als “verfügbar” zugewiesen wurden. Regelmäßige Überprüfung der Bereitstellungsstatus in Intune hilft, potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen und zu beheben.