Die FILTER-Funktion in Microsoft Excel ist ein leistungsstarkes Werkzeug, das es Ihnen ermöglicht, Datenbereiche basierend auf von Ihnen definierten Kriterien zu filtern. Diese Funktion ist besonders nützlich, um spezifische Informationen aus großen Datensätzen zu extrahieren und die Datenanalyse zu vereinfachen. Sie gehört zu den dynamischen Array-Funktionen, die das Ergebnis über mehrere Zellen verteilen können.
Grundlagen der FILTER-Funktion
Die Syntax der FILTER-Funktion lautet:
=FILTER(array, include, [if_empty])
Die drei Argumente sind wie folgt definiert:
array(erforderlich): Dies ist der Bereich oder die Daten, die Sie filtern möchten.include(erforderlich): Dieses Argument ist ein boolescher Array (WAHR/FALSCH), dessen Größe der Höhe oder Breite desarray-Arguments entsprechen muss. Nur die Zeilen oder Spalten, für dieincludeWAHR zurückgibt, werden in das Ergebnis aufgenommen.[if_empty](optional): Dieser Wert wird zurückgegeben, wenn keine Daten gefunden werden, die den Kriterien entsprechen. Ohne dieses Argument gibt die Funktion einen#KALK!Fehler zurück, wenn keine Übereinstimmungen gefunden werden.
Beispiel für die Anwendung
Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Tabelle mit Verkaufsdaten und möchten alle Einträge für ein bestimmtes Produkt, z. B. “Apple”, anzeigen. Mit der Formel =FILTER(A5:D20, C5:C20=H2, "") können Sie alle Zeilen aus dem Bereich A5:D20 extrahieren, bei denen der Wert in Spalte C (C5:C20) mit dem Wert in Zelle H2 (in diesem Fall “Apple”) übereinstimmt. Wenn keine Übereinstimmungen gefunden werden, gibt die Formel eine leere Zeichenfolge (“”) zurück.
Erweiterte Nutzung mit mehreren Kriterien
Die FILTER-Funktion kann auch mit mehreren Kriterien kombiniert werden, um komplexere Abfragen durchzuführen.
UND-Verknüpfung
Um Datensätze zu finden, die beide Kriterien erfüllen (eine UND-Verknüpfung), verwenden Sie den Multiplikationsoperator (*). Zum Beispiel, um alle Einträge für “Apple” in der Region “East” zu finden:
=FILTER(A5:D20, (C5:C20=H1)*(A5:A20=H2), "")
Hierbei wird angenommen, dass H1 die Region (“East”) und H2 das Produkt (“Apple”) enthält.
ODER-Verknüpfung
Für eine ODER-Verknüpfung, bei der mindestens eines der Kriterien erfüllt sein muss, verwenden Sie den Additionsoperator (+). Um beispielsweise alle Einträge anzuzeigen, die entweder “Apple” oder in der Region “East” sind:
=FILTER(A5:D20, (C5:C20=H1)+(A5:A20=H2), "")
Kombination mit SORTIEREN
Die FILTER-Funktion lässt sich nahtlos mit der SORT-Funktion kombinieren, um die gefilterten Ergebnisse zu sortieren.
Um beispielsweise die nach Produkt (“Apple”) und Region (“East”) gefilterten Daten nach der Spalte “Units” absteigend zu sortieren, verwenden Sie:
=SORT(FILTER(A5:D20,(C5:C20=H1)*(A5:A20=H2),""),4,-1)
Hierbei steht 4 für die vierte Spalte (Units) und -1 für die absteigende Sortierung.
Die Kombination von FILTER und SORT bietet eine flexible Möglichkeit, Daten nicht nur zu extrahieren, sondern auch übersichtlich darzustellen.
Wichtige Hinweise zur FILTER-Funktion
- Dynamische Arrays: Die FILTER-Funktion gibt ein dynamisches Array zurück, das sich automatisch auf benachbarte Zellen ausdehnt (spillt), wenn Sie die Eingabetaste drücken. Dies geschieht automatisch, solange die Zielzellen leer sind.
- Tabellen und strukturierte Verweise: Wenn Ihre Daten Teil einer Excel-Tabelle sind, passen sich die gefilterten Arrays automatisch an, wenn Sie Daten hinzufügen oder entfernen, insbesondere wenn Sie strukturierte Verweise verwenden.
- Fehlerbehandlung: Verwenden Sie das optionale
if_empty-Argument, um#KALK!Fehler zu vermeiden, falls keine übereinstimmenden Daten gefunden werden.
Die FILTER-Funktion ist ein unverzichtbares Werkzeug für jeden, der mit Daten in Excel arbeitet und effizient spezifische Informationen aus großen Tabellen extrahieren muss. Durch die Kombination mit anderen Funktionen wie SORT können noch leistungsfähigere Datenanalyse-Lösungen erstellt werden.
Weitere nützliche Funktionen im Zusammenhang mit dynamischen Arrays sind die RANDARRAY-Funktion, die SEQUENCE-Funktion, die SORTBY-Funktion und die UNIQUE-Funktion. Bei Problemen mit sich ausdehnenden Arrays können #SPILL!-Fehler auftreten, für die es spezifische Lösungsansätze gibt.
