Die frühkindliche Bildung ist ein entscheidender Grundstein für die Entwicklung jedes Menschen. Sie prägt nicht nur die kognitiven, sozialen und emotionalen Fähigkeiten von Kindern, sondern beeinflusst auch maßgeblich ihren zukünftigen Bildungsweg und ihre Teilhabe an der Gesellschaft. Der Studiengang “Bildung und Erziehung im Kindesalter”, oft auch als Kindheitspädagogik bezeichnet, spielt hierbei eine zentrale Rolle. Er rüstet Fachkräfte mit dem notwendigen Wissen und den Kompetenzen aus, um Kinder in ihren ersten Lebensjahren optimal zu fördern und Bildungseinrichtungen effektiv zu gestalten. Dieser Leitfaden beleuchtet die Inhalte, den Aufbau und die Karrieremöglichkeiten dieses wichtigen Studienfachs.
Zielsetzung und Inhalte des Studiums
Der Studiengang “Bildung und Erziehung im Kindesalter” hat zum Ziel, Absolvent*innen für eine professionelle und wissenschaftlich fundierte Arbeit mit Kindern im Alter von 0 bis 12 Jahren zu qualifizieren. Dies umfasst nicht nur die direkte pädagogische Arbeit mit den Kindern, sondern auch leitende, beratende und konzeptionelle Tätigkeiten in Bildungseinrichtungen. Die Studierenden erwerben tiefgreifendes Wissen über die Entwicklungspsychologie des Kindes, pädagogische Ansätze, frühkindliche Bildungsprozesse sowie rechtliche und ethische Rahmenbedingungen. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern und die Gestaltung von Bildungsübergängen, beispielsweise vom Kindergarten in die Grundschule, sind wichtige Bestandteile des Curriculums. Die Studierenden lernen, Bildungsangebote zu planen, durchzuführen und zu evaluieren, um eine bestmögliche Förderung jedes Kindes zu gewährleisten.
Aufbau und Regelstudienzeit
Das Studium wird in der Regel in Vollzeit absolviert und erstreckt sich über eine Regelstudiendauer von sechs Semestern. Diese sechs Semester beinhalten üblicherweise ein integriertes Praxissemester, das den Studierenden ermöglicht, praktische Erfahrungen in relevanten Berufsfeldern zu sammeln und das im Studium erlernte Wissen anzuwenden. Absolvent*innen schließen das Studium mit dem akademischen Grad Bachelor of Arts (B.A.) ab. Bei überdurchschnittlichen Studienleistungen besteht die Möglichkeit, ein weiterführendes Masterstudium anzuschließen, was weitere Vertiefungsmöglichkeiten und höhere Karrierestufen eröffnet. Die Berufsbezeichnung “Staatlich anerkannte Kindheitspädagogin” bzw. “Staatlich anerkannter Kindheitspädagoge” unterstreicht die hohe Qualifikation und Anerkennung dieses Abschlusses.
Kooperationen und wichtige Hinweise für Studieninteressierte
Der Studiengang wird oft in Kooperation mit anderen Hochschulen angeboten, um die Qualität und Reichweite der Ausbildung zu maximieren. Ein Beispiel hierfür ist die Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Es ist wichtig zu beachten, dass sich Bewerbungsmodalitäten ändern können. Ab dem Wintersemester 2025/2026 ist eine Bewerbung für den Bachelorstudiengang Bildung und Erziehung im Kindesalter ausschließlich an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg möglich, da die Evangelische Hochschule keine Erstsemesterstudienplätze mehr anbietet. Studieninteressierte sollten sich daher frühzeitig über die aktuellen Bewerbungsverfahren informieren.
Vielfältige Berufsfelder für Absolvent*innen
Die Qualifikationen, die im Studiengang “Bildung und Erziehung im Kindesalter” erworben werden, eröffnen ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten. Absolvent*innen sind qualifiziert für Tätigkeiten in pädagogischen Einrichtungen für Kinder von 0 bis 10 Jahren, wie beispielsweise Krippen, Kindergärten, Horten und Ganztagsschulen. Auch in Bildungs- und Familienhäusern sind ihre Expertise gefragt. Darüber hinaus können sie in der Elternarbeit in Bildungs- und Schulzentren sowie in Beratungsstellen tätig werden. Leitungsaufgaben in allen Bereichen der frühkindlichen Bildung stellen eine weitere attraktive Karrieremöglichkeit dar. Auch die Arbeit in Sozial- und Jugendämtern oder die Mitarbeit an elementarpädagogischen Projekten an Fachhochschulen und Pädagogischen Hochschulen sind mögliche Einsatzgebiete.
Besonderheiten des Studiengangs
Für staatlich anerkannte Erzieher*innen bietet der Studiengang oft spezielle Regelungen, um die Weiterbildung im Beruf zu erleichtern. So ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Teilzeitstudium möglich, das eine parallele Berufstätigkeit erlaubt und die Studiendauer auf acht Semester ausdehnt. Informationen hierzu und der entsprechende Studienverlaufsplan sind oft online verfügbar. Ebenso existieren integrierte Studienmodelle für Absolvent*innen kooperierender Fachschulen, die eine akademische Weiterqualifizierung ermöglichen.
Ein wichtiger Aspekt ist das obligatorische Einführungspraktikum, das bereits im ersten Fachsemester absolviert werden muss. Dieses Praktikum erstreckt sich über fünf Stunden pro Woche und findet typischerweise donnerstags statt. Studieninteressierte müssen daher rechtzeitig vor Studienbeginn einen geeigneten Praktikumsplatz organisieren. Das Praxisamt steht bei Fragen zu Praktika und deren Organisation zur Verfügung.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Studium der Bildung und Erziehung im Kindesalter eine exzellente Grundlage für eine erfüllende Karriere im Bildungsbereich bietet. Es stattet angehende Fachkräfte mit den notwendigen Kompetenzen aus, um die Bildung und Entwicklung von Kindern maßgeblich positiv zu beeinflussen.

