Rendite richtig berechnen: So ermittelst du deinen finanziellen Erfolg

Die eigene Geldanlage ist ein wichtiger Baustein für finanzielle Sicherheit und Unabhängigkeit. Doch wie misst man den Erfolg einer Investition? Die Antwort liegt in der korrekten Berechnung der Rendite. Nur wer seine persönliche Rendite kennt, kann seine Anlagen effektiv überprüfen, vergleichen und optimieren. Dieser Artikel führt dich durch die verschiedenen Formen der Rendite, erklärt ihre Berechnung und hilft dir zu verstehen, welche Methode für deine individuellen Bedürfnisse am sinnvollsten ist.

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Was du wissen solltest

  • Eine korrekte Renditeberechnung ist unerlässlich, um ein realistisches Bild deiner Geldanlage zu erhalten.
  • Unterschiedliche Berechnungsmethoden können zu verschiedenen Ergebnissen führen.
  • Die Gesamtrendite setzt sich aus Kurs- und Dividendenrendite zusammen.
  • Wichtige Renditearten sind die einfache, die kapitalgewichtete und die zeitgewichtete Rendite.
  • Renditen können brutto (vor Kosten und Steuern) oder netto (nach Abzug von Kosten und Steuern) berechnet werden.

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So gehst du vor

  • Die einfache Rendite bietet einen schnellen Überblick.
  • Die Nettorendite ist aussagekräftiger, wenn Kosten und Steuern berücksichtigt werden.
  • Die Dividendenrendite ist besonders relevant für Anleger, die in Dividendenaktien investieren.
  • Für deine persönliche Performance ist die kapitalgewichtete Rendite am relevantesten, da sie Ein- und Auszahlungen berücksichtigt.
  • Die zeitgewichtete Rendite eignet sich hervorragend zum Vergleich verschiedener Anlageprodukte wie Fonds oder ETFs.

Was versteht man unter der einfachen Rendite?

Die einfache Rendite, im Englischen als „Return“ bezeichnet, gibt den prozentualen Wertzuwachs deines Vermögens an. Sie setzt den erzielten Gewinn ins Verhältnis zum ursprünglich investierten Kapital. Bei dieser Methode werden weder der Anlagezeitraum noch zwischenzeitliche Ein- oder Auszahlungen berücksichtigt. Dein Broker zeigt dir in der Regel diese einfache Rendite an.

Stell dir vor, du hast 1.000 € investiert und deine Anlage ist am Ende des Jahres 1.060 € wert. Dein Gewinn beträgt somit 60 €. Um die einfache Rendite zu berechnen, teilst du den Gewinn durch das investierte Kapital:

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Investiertes Kapital1.000 €
Endvermögen1.060 €
Gewinn60 €
Einfache Rendite6 %

Beispiel zur einfachen Rendite

In diesem Fall entspricht ein Gewinn von 60 € einer einfachen Rendite von 6 %.

Brutto- versus Nettorendite: Kosten und Steuern im Blick

Bei der Renditeberechnung ist es entscheidend zu unterscheiden, ob Kosten und Steuern berücksichtigt werden. Die von deiner Bank oder deinem Broker angezeigte Rendite ist oft die Bruttorendite, bei der diese Abzüge noch nicht eingerechnet sind. Die Nettorendite hingegen zieht von deinem Gewinn alle relevanten Kosten (z. B. Depotgebühren, Transaktionskosten) und Steuern ab.

Die Formel für die Nettorendite basiert auf der einfachen Rendite, zieht aber die Kosten und Steuern vom Gewinn ab:

Investiertes Kapital1.000 €
Endvermögen1.060 €
Gewinn60 €
Kosten10 €
Steuern15 €
Gewinn (netto)35 €
Nettorendite3,5 %

Beispiel zur Nettorendite

Wenn von deinem 60 € Gewinn 10 € für Kosten und 15 € für Steuern abgehen, bleiben nur noch 35 € übrig. Deine Nettorendite beträgt somit nur noch 3,5 %.

Die Aktienrendite: Kursgewinne und Dividenden

Unternehmen können ihre Gewinne teilweise an Aktionäre in Form von Dividenden ausschütten. Diese werden je nach Unternehmen jährlich, quartalsweise oder gar nicht gezahlt. Die Gesamtrendite einer Aktie setzt sich immer aus zwei Komponenten zusammen: der Kursrendite (Wertsteigerung der Aktie) und der Dividendenrendite.

Betrachten wir beispielhaft die SAP-Aktie im Jahr 2021:

Jahreseröffnungskurs 2021108,10 €
Jahresschlusskurs 2021124,90 €
Dividende je Aktie 20211,85 €

Kursdaten und Dividende SAP-Aktie 2021

Im Jahr 2021 betrug der Kursgewinn der SAP-Aktie 16,80 €. Addiert man die ausgeschüttete Dividende von 1,85 €, ergibt sich ein Gesamtgewinn von 18,65 €. Die Gesamtrendite berechnet sich dann wie folgt:

Kursgewinn16,80 €
Dividende1,85 €
Gesamtgewinn18,65 €
Gesamtrendite17,25 %

Gewinne und Gesamtrendite der SAP-Aktie 2021

Eine wichtige Besonderheit bei Dividenden ist der “Ex-Tag”. An diesem Tag fällt der Aktienkurs in der Regel um die Höhe der ausgeschütteten Dividende, da die Aktie nun ohne Dividendenanspruch gehandelt wird.

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite ist eine Kennzahl, die die ausgeschüttete Dividende ins Verhältnis zum aktuellen Aktienkurs setzt. Sie wird berechnet, indem die Dividende pro Aktie durch den Aktienkurs geteilt wird. Für die Angabe in Prozent wird das Ergebnis mit 100 multipliziert:

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Für die Berechnung kannst du entweder deinen persönlichen Einstandskurs (deine persönliche Dividendenrendite) oder den aktuellen Marktpreis (aktuelle Dividendenrendite) verwenden.

Persönliche Dividendenrendite

Basierend auf dem Einstandskurs von 108,10 € und der Dividende von 1,85 € ergibt sich für die SAP-Aktie eine persönliche Dividendenrendite von 1,71 %:

Einstandskurs108,10 €
Dividende je Aktie 20211,85 €
Dividendenrendite1,71 %

Daten und Dividendenrendite der SAP-Aktie 2021

Aktuelle Dividendenrendite

Angenommen, der Aktienkurs der SAP-Aktie ist nach der Ausschüttung auf 90 € gefallen. Die aktuelle Dividendenrendite wäre dann höher und würde bei etwa 2,06 % liegen.

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Zum Dividendenrendite-Rechner: Berechne hier deine persönliche Dividendenrendite: Zum Rechner

Durchschnittliche Rendite richtig berechnen: Das geometrische Mittel

Die einfache Rendite reicht oft nicht aus, um den langfristigen Erfolg einer Anlage zu beurteilen, da sie die Wertschwankungen über die Jahre ignoriert. Eine einfache Mittelwertbildung der Jahresrenditen ist hierbei trügerisch, da sie den Zinseszinseffekt nicht korrekt abbildet.

Betrachten wir die jährlichen Veränderungen der SAP-Aktie über fünf Jahre:

JahrVeränderung
201713,86 %
2018-6,80 %
201937,61 %
2020-9,71 %
202114,12 %

Jährliche Veränderung der SAP-Aktie

Das arithmetische Mittel dieser Werte würde eine Durchschnittsrendite von 9,81 % ergeben. Wendet man diese Rendite jedoch über fünf Jahre an, ergibt sich ein Endkapital, das deutlich höher liegt als das tatsächliche.

Das geometrische Mittel

Für eine korrekte Berechnung der Durchschnittsrendite, die den Zinseszinseffekt berücksichtigt, ist das geometrische Mittel die richtige Wahl. Es bildet die tatsächliche durchschnittliche jährliche Wertentwicklung ab. Die Berechnung erfordert die Umkehrung des Zinseszinses, indem die n-te Wurzel aus dem Gesamtkapitalwachstum gezogen wird (wobei n die Anzahl der Jahre ist).

Nach Anwendung des geometrischen Mittels auf die Daten der SAP-Aktie ergibt sich eine durchschnittliche jährliche Rendite von 8,51 %.

Endkapital (in Prozent)150,46 %
Geometrisches Mittel8,51 %

Kapitalgewichtete vs. zeitgewichtete Rendite: Was ist aussagekräftiger?

Wer häufiger Geld anlegt oder entnimmt, stößt bei der einfachen Rendite an ihre Grenzen. Hier kommen die kapitalgewichtete und die zeitgewichtete Rendite ins Spiel.

Die Unterschiede

  • Kapitalgewichtete Rendite (Internal Rate of Return, IRR): Berücksichtigt explizit alle Ein- und Auszahlungen sowie deren Zeitpunkte. Sie zeigt an, wie gut dein persönliches “Markttiming” war und wie sich deine spezifischen Anlageentscheidungen ausgewirkt haben. Sie ist somit die beste Kennzahl für deine persönliche Performance.
  • Zeitgewichtete Rendite (Time-Weighted Return, TWR): Isoliert die Performance des Investmentprodukts von deinen individuellen Transaktionen. Sie eignet sich hervorragend, um verschiedene Anlageprodukte wie Fonds oder ETFs objektiv miteinander zu vergleichen, da sie die Auswirkungen von Ein- und Auszahlungen eliminiert.
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Beispiel zur Renditeberechnung mit mehreren Transaktionen

Stell dir vor, du legst zweimal Geld in die SAP-Aktie an: Anfang 2020 für 5.000 € und Anfang 2021 für weitere 5.000 €.

JahrVeränderung SAP-Aktie
2020-9,71 %
202114,12 %

Jährliche Veränderung der SAP-Aktie

Die verschiedenen Renditearten zeigen hier deutlich unterschiedliche Ergebnisse:

RenditeartJährlich (p.a.)Gesamter Zeitraum
Einfache Rendite4,2 %8,58 %
Kapitalgewichtete Rendite5,61 %11,53 %
Zeitgewichtete Rendite1,51 %3,04 %

Vergleich der Renditearten bei mehrfacher Anlage

Die einfache Rendite ignoriert, dass die erste Tranche länger angelegt war. Die zeitgewichtete Rendite zeigt die Performance des Wertpapiers, unabhängig von deinen Einzahlungen. Die kapitalgewichtete Rendite spiegelt wider, wie sich deine spezifischen Transaktionen, einschließlich der ungünstigen Zeitpunkt der ersten Einzahlung, auf dein Gesamtergebnis ausgewirkt haben.

Auswertung

Die Wahl der richtigen Renditeberechnung hängt von deinem Ziel ab: Möchtest du deine persönliche Performance bewerten? Dann ist die kapitalgewichtete Rendite die beste Wahl. Willst du verschiedene Anlageprodukte objektiv vergleichen? Dann ist die zeitgewichtete Rendite die richtige Kennzahl.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet Rendite?

Rendite beschreibt den prozentualen Wertzuwachs einer Geldanlage über einen bestimmten Zeitraum. Es gibt verschiedene Arten, wie die einfache Rendite (Gewinn im Verhältnis zum eingesetzten Kapital) oder die Dividendenrendite.

Was bedeutet eine Rendite von 5%?

Eine Rendite von 5% bedeutet, dass dein investiertes Kapital um 5% zugenommen hat. Bei einer Anlage von 100 € wären das 5 € Gewinn, sodass dein Gesamtwert 105 € beträgt.

Ist Rendite gleich Gewinn?

Nein, Rendite und Gewinn sind nicht dasselbe. Der Gewinn ist der absolute Betrag, um den dein Vermögen gestiegen ist (Endkapital minus Anfangskapital). Die Rendite hingegen ist der Gewinn, ausgedrückt als Prozentsatz des eingesetzten Kapitals.

Wie berechnet man die durchschnittliche Rendite?

Für die Berechnung der durchschnittlichen Rendite über mehrere Perioden hinweg verwendet man idealerweise das geometrische Mittel. Dies berücksichtigt den Zinseszinseffekt korrekt und liefert die annualisierte Rendite.