Verschleppte Erkältung: Gefahren und wie man sie vermeidet

Eine gewöhnliche Erkältung, medizinisch als grippaler Infekt bezeichnet, äußert sich durch Symptome wie Husten, Schnupfen, leichte Kopfschmerzen, Müdigkeit und erhöhte Temperatur. Diese Anzeichen signalisieren, dass unser Immunsystem aktiv gegen eindringende Viren oder Bakterien kämpft. Die Schleimbildung unterstützt dabei den natürlichen Prozess, Erreger aus dem Körper zu transportieren. Normalerweise klingen diese Beschwerden innerhalb einer Woche ab.

Die Gefahr einer Erkältung lauert jedoch, wenn man ihr nicht die nötige Ruhe gönnt und sie “verschleppt”. Wer seinem Körper nicht ausreichend Zeit zur Erholung und Regeneration gibt, riskiert ernsthafte Komplikationen. Eine der gefürchtetsten Folgen ist die Entwicklung einer Herzmuskelentzündung, die durch eine unbehandelte oder verschleppte Erkältung ausgelöst werden kann.

Risiko einer verschleppten Erkältung: Wenn Symptome hartnäckig bleiben

Ein häufiger Grund, warum eine Erkältung zur Gesundheitsgefahr wird, ist mangelnde Schonung. Zu schnelles Zurückkehren zu Sport oder Arbeit, während der Körper und das Immunsystem noch geschwächt sind, kann den Heilungsprozess behindern.

Das häufigste Anzeichen für eine verschleppte Erkältung ist, dass die Symptome nicht vollständig abklingen. Ein Schnupfen kann sich beispielsweise zu einer Sinusitis, einer Entzündung der Nasennebenhöhlen, entwickeln. Typische Symptome hierfür sind farbiger Schleim, Kopf- und Kieferschmerzen, die durch den Druck in den verstopften Nebenhöhlen verursacht werden. Husten kann in eine Bronchitis oder, im schlimmsten Fall, in eine Lungenentzündung übergehen. Beide Erkrankungen sind oft mit Kurzatmigkeit und eitrigem Auswurf verbunden.

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Wenn sich die Entzündung über den Blutkreislauf ausbreitet und Herz oder Gehirn erreicht, können eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) oder eine Hirnhautentzündung (Meningitis) die Folge sein. Klingt die Erkältung nach einigen Tagen nicht ab, ist es daher ratsam, sich weiterhin zu schonen, auf Sport zu verzichten und ärztlichen Rat einzuholen.

Herzmuskelentzündung verhindern: Was ist wichtig?

Wer eine Infektion nicht vollständig auskuriert, riskiert eine Herzmuskelentzündung. Welche Rolle spielen dabei Arbeit und Sport? Welche Folgen drohen?

Folgen einer Herzmuskelentzündung: Woran erkennt man sie?

Die Myokarditis ist meist die Folge einer viralen Entzündung, bei der die Zellen des Herzmuskelgewebes (Myokard) befallen werden. Obwohl diese Komplikation selten ist, kann sie in schweren Fällen zu Herzrhythmusstörungen und im schlimmsten Fall sogar zum plötzlichen Herztod führen. Daher sollte ein Arzt eine Herzmuskelentzündung als mögliche Folge einer Erkältung in Betracht ziehen, insbesondere da die Symptome oft diffus sind. Anzeichen können sein:

  • Beschwerden treten in zeitlicher Nähe zu einer Atemwegs- oder Magen-Darm-Infektion auf.
  • Betroffene leiden unter Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und/oder Kurzatmigkeit.
  • Brustschmerzen.
  • Herzrhythmusstörungen, Herzrasen oder Herzstolpern.

Treffen mehrere dieser Anzeichen zu, sollten Betroffene umgehend ärztliche Hilfe suchen, sich körperlich schonen und auf Sport verzichten.

Wie entsteht aus einer Erkältung eine Superinfektion?

Die meisten Erkältungen werden durch Viren verursacht. Wenn das Immunsystem jedoch stark gefordert oder überfordert ist – beispielsweise durch mangelnde Schonung –, können Bakterien die geschwächten Schleimhäute zusätzlich angreifen. Dies führt zu Sekundärinfektionen wie Bronchitis oder Nasennebenhöhlenentzündung. Experten sprechen hier von einer Superinfektion, bei der das Immunsystem gleichzeitig gegen verschiedene Erreger ankämpfen muss.

Eine verschleppte Erkältung loswerden: Was hilft bei grippalen Infekten?

Bei einem grippalen Infekt ist vor allem Ruhe entscheidend. Frische Luft und leichte Spaziergänge sind während einer Erkältung in Ordnung, doch der Körper sollte insgesamt geschont werden, um Herz-Kreislauf-System und Muskulatur nicht zu überlasten. Zudem ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Alkohol und Rauchen belasten den Körper zusätzlich und sollten während einer Erkältung gemieden werden.

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Leichte Kost, reich an Proteinen, Vitaminen und Mineralstoffen, kann den Heilungsprozess unterstützen. Auch wenn Schokolade Trost spenden mag, ist eine ausgewogene Ernährung während der Krankheit ratsam, da schwere Speisen dem Körper zusätzliche Kraft rauben.

Darüber hinaus sollte während der gesamten Erkältungsdauer und idealerweise noch einige Tage danach auf Saunabesuche verzichtet werden, da die Hitze das Herz-Kreislauf-System zusätzlich belasten kann.

Bei Erkältung mit Fieber kein Sport oder Training

Fieber ist ein klares Signal, dass das Immunsystem aktiv gegen Erreger kämpft und Energie für die “Verteidigung” benötigt. Intensiver Sport belastet den Körper und das Herz-Kreislauf-System zusätzlich, was auf Kosten des Immunsystems geht.

Beim Sport wird die Blutzirkulation stark angeregt, wodurch sich Keime leichter im Körper ausbreiten und beispielsweise Herz oder Gehirn erreichen können. Dies erhöht das Risiko für Komplikationen wie eine Herzmuskelentzündung.

Diagnose einer verschleppten Erkältung: Risiko für Herzmuskelentzündung feststellen

Da eine Myokarditis oft unspezifische Symptome aufweist, ist eine ärztliche Untersuchung unerlässlich. Informationen über kürzlich durchlebte Infekte, Blutdruckwerte und Blutanalysen (wie Kreatinkinase-Werte und die Anzahl der Leukozyten) können Hinweise auf anhaltende Belastungen des Immunsystems geben. Auch ein Röntgenbild des Brustkorbs, ein Elektrokardiogramm (EKG) oder eine Ultraschalluntersuchung können zur Diagnose beitragen.

Behandlung mit Medikamenten: Antibiotika, Virostatika und ACE-Hemmer

Das wichtigste Mittel zur Behandlung einer Myokarditis ist körperliche Schonung, damit das Immunsystem seine Arbeit verrichten kann. Sportpausen von mehreren Monaten können notwendig sein. Abhängig von der Ursache der Herzmuskelentzündung kommen weitere Therapien zum Einsatz: Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika helfen, gegen Viren werden Virostatika eingesetzt, um deren Vermehrung zu hemmen.

ACE-Hemmer, die auch bei Bluthochdruck verschrieben werden, können ebenfalls angewendet werden. Sie erweitern die Blutgefäße, senken den Blutdruck und können Beschwerden wie Atemnot und Leistungsminderung lindern, um dem Herzen Erholung zu ermöglichen. Laut der Deutschen Herzstiftung kann bei jeder fünften betroffenen Person mit Myokarditis eine Herzschwäche als Langzeitfolge zurückbleiben oder erneut auftreten.

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