Brasiliens Wunderkind Endrick schockt England im Wembley – Ein Zeichen für die Zukunft?

Am 23. März 2024 erlebte das legendäre Wembley-Stadion in London einen Paukenschlag: Im Rahmen eines Freundschaftsspiels besiegte Brasilien die englische Nationalmannschaft mit 1:0. Das goldene Tor erzielte Palmeiras-Teenager Endrick in der 80. Minute und avancierte damit zum gefeierten Helden des Spiels. Dieser Treffer war nicht nur sein erstes Tor für die brasilianische A-Nationalmannschaft, sondern könnte auch als ein bedeutendes Zeichen für die zukünftige Stärke des fünfmaligen Weltmeisters gewertet werden. Brasilien, das seit der demütigenden 1:7-Halbfinalniederlage gegen Deutschland bei der WM 2014 als angeschlagen galt, präsentierte sich in London mit einer Tiefe, die neue Hoffnungen weckt. Im Sommer wird der 17-jährige Endrick zu Real Madrid wechseln, doch bereits jetzt hat er die Weltöffentlichkeit auf sich aufmerksam gemacht.

Ein Blitzstart für den jungen Star

Endrick, der in der Schlussphase für Rodrygo ins Spiel kam, hinterließ mit seinem Tor sofort einen bleibenden Eindruck. Er nahm die große Bühne Wembley mit beeindruckender Gelassenheit an und präsentierte sich der Welt. Dieses Spiel war zweifellos eine Feuertaufe für Endrick und den neuen brasilianischen Nationaltrainer Dorival Junior. Sie traten gegen eine englische Mannschaft an, die seit zehn Spielen ungeschlagen war und auf den Gewinn der Europameisterschaft im eigenen Land hofft.

Brasilien hingegen befand sich nach den Enttäuschungen unter Fernando Diniz und diversen Interimstrainern auf der Suche nach Stabilität und Identität nach der WM in Katar. Mit wenig Vorbereitungszeit reiste die Seleção als Außenseiter nach Nord-London, niedriger in der FIFA-Weltrangliste als England platziert und mit angeschlagener Selbstwahrnehmung – wenngleich der immense Erwartungsdruck, der jede ihrer Partien begleitet, stets präsent war.

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Taktische Duelle und verpasste Chancen

England kontrollierte zunächst das Spiel. Bereits in der 12. Minute bot sich Vinicius Junior die erste große Chance des Spiels. Nach einem präzisen Pass von Lucas Paquetá stürmte der Real-Madrid-Star allein auf das Tor zu. Doch Kyle Walker konnte den Ball gerade noch von der Linie kratzen und verhinderte so die frühe Führung für Brasilien, während Torhüter Jordan Pickford bereits geschlagen schien.

Die englische Abwehr hatte sichtlich Mühe mit der Geschwindigkeit der brasilianischen Offensivreihe. Paquetá, der den Ball gut verteilte und sich auch durch hartnäckige Zweikämpfe auszeichnete, war in der ersten Halbzeit ein prägender Akteur. Seine Spielweise, die Gareth Southgate, dem englischen Trainer, missfiel, sorgte jedoch auch dafür, dass Jude Bellingham effektiv neutralisiert wurde.

In einer insgesamt eher zerfahrenen Partie gewann England mit der Zeit mehr Oberhand. Chancen durch Cole Palmer und Anthony Gordon konnten jedoch nicht genutzt werden. Brasiliens Abwehr, in der mehrere Debütanten standen, zeigte sich jedoch meist solide. Paquetás Schuss in der 35. Minute landete am Pfosten, und Raphinha konnte eine kurzzeitige Verunsicherung in der englischen Hintermannschaft, ausgelöst durch einen Rückpass von Harry Maguire, nicht ausnutzen. Brasilien zeigte sich vor dem Tor zuweilen unentschlossen.

Ein magischer Moment am Ende

Nach der Halbzeit flachte die Unterhaltung auf dem Rasen merklich ab, und die heimischen Fans reagierten mit Papierfliegern. England dominierte zwar den Ballbesitz, konnte die brasilianische Defensive aber kaum ernsthaft in Bedrängnis bringen. Zahlreiche Wechsel auf beiden Seiten trugen nicht zur Steigerung der Spielflusses bei. Paquetá, der während des gesamten Spiels eine gute Offensivpräsenz zeigte, verfehlte das Tor nur knapp mit einem Drehschuss.

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Als sich das Spiel einem erwartbaren, diplomatischen torlosen Remis zuzuneigen schien, schlug Endrick zu. Mit seinem fulminanten Treffer in der Schlussminute entfachte er Begeisterung im Wembley-Stadion und sorgte für einen unvergesslichen Moment an einem ansonsten eher ereignisarmen Fußballabend. Mit dem Schlusspfiff hatte er sogar noch die Chance auf einen zweiten Treffer, doch das Ergebnis war bereits zweitrangig. Angesichts des Triumphs hob der Teenager jubelnd die Arme zum Himmel. Die brasilianische Nationalmannschaft scheint nach dieser Leistung wieder auf dem richtigen Weg zu sein und blickt einer vielversprechenden Zukunft entgegen, in der Namen wie Endrick eine tragende Rolle spielen könnten.